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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM Kinotipp: Mademoiselle Populaire

-ARCHIV-

Die beschwingte Komödie im Fifties-Look startet am 11. April im Kino

Charmanter Trip in die Vergangenheit

Französin Rose (Déborah François) träumt im Jahr 1958 von der weiten Welt fernab der heimatlichen Normandie. Mit einer Anstellung als Sekretärin will sie ihrem Alltag entfliehen. Kurzerhand bewirbt sie sich im Versicherungsbüro von Louis Echard (Romain Duris). Dieser muss bald feststellen, dass Rose für den Job absolut ungeeignet ist. Doch als er die Blondine feuern will, offenbart sie ihm sein wahres Talent: Denn die junge Frau kann schneller Schreibmaschine tippen als der Chef seine Sätze beenden. Louis wittert die große Chance und meldet Rose zum Schnellschreibwettbewerb an – jetzt heißt es: üben, üben, üben!

Retro ist in! Während sich aber die Macher der TV-Serie "Mad Men" der knallharten US-amerikanischen Werbebranche in den 1960er-Jahren widmen, liefern die französischen Kollegen mit "Mademoiselle Populaire" einen unbeschwerten und zuckersüßen Kinofilm ab. Mit viel Liebe zum Detail, Romantik und Nostalgie lassen Regisseur Régis Roinsard und Kameramann Guillaume Schiffman („The Artist“, „Gainsbourg“) eine Zeit lebendig werden, in der Männer süffisant im Anzug flanierten und Frauen im Kostümchen erst um ihre Selbstbestimmung kämpfen mussten. Natürlich: "Mademoiselle Populaire" nimmt die Klischees auf und übertreibt sich auf charmante und spritzige Weise. 

Etikette bewahren!

In den 1950er-Jahren gab es überall wesentlich strengere Benimmregeln als heute. Auch die Geschlechterrollen waren klar unterteilt. Doch damals war nicht unbedingt alles schlechter als heute – oder? Ein wenig mehr Etikette wäre dann und wann dann doch wieder schön ...

  • Lady’s FirstDie Tür aufhalten und der Dame den Vortritt zu überlassen ist heute nicht mehr Pflicht. Die emanzipierte Frau handhabt das ganz im Gegenteil, indem sie durchaus auch selbst die Tür öffnet und z.B. Kollegen und Freunden die Tür aufhält. Wobei, Ausnahmen die Regel machen: denn bei einer Verabredung würden sich die meisten Frauen doch wieder mehr Knigge-Manier wünschen.
  • Immer ein eleganter AuftrittRose ist in "Mademoiselle Populaire" immer fein zurechtgemacht; mit Hochsteckfrisur, gebügelten Kleid und dezentem Make-up. Die Männer tragen zu jeder Tageszeit Hemd und Krawatte und nach 18 Uhr nur noch den schwarzen Smoking! Das war einmal und heute treffen wir nur noch in bestimmten Berufszweigen und zu festlichen Anlässen auf Männer im Anzug. Und auch wir Frauen bevorzugen den Casual Style, was dazu führt, das Kleider eher zu was Besonderem geworden sind, genauso wie die Hochsteckfrisur. Schade, eigentlich.
  • Begrüßen am TischRose wird an den Tisch geführt und der Stuhl wird rangeschoben. Damals galt: Betritt eine Frau den Raum, sollten die Männer aufstehen, um die Frau zu begrüßen. Auch heute sollte das so sein, jedoch gleichermaßen für Frau und Mann. Wer am Tisch sitzt steht auf, um die Person die eintritt, zu begrüßen – ganz gleich ob Frau oder Mann.
  • Die PünktlichkeitKeiner will auf jemanden warten, noch weniger sollte man warten lassen. Wer es nicht verhindern kann, muss Bescheid geben und in Zeiten des Mobiltelefons sollte das kein Problem sein. Übrigens ist zu frühes Erscheinen noch schlimmer!
  • Am TischHeute wünscht man sich nach neuen Knigge-Regeln keinen "Guten Appetit" mehr. Ob das gut ankommt, wenn man bei den Schwiegereltern zum Dinner geladen ist oder zusammen mit den Kollegen zum Lunch speist, ist fraglich ...

Wer noch ein wenig intensiver die damaligen Benimmregeln studieren und sein eigenes Knigge-Wissen etwas auffrischen will, der schaut am besten "Mademoiselle Populaire"...

Mademoiselle Populaire

Komödie, Frankreich 2012

Regie: Regis Roinsard

Darsteller u.a.: Déborah François, Romain Duris, Bérénice Bejo

Verleih: STUDIOCANAL

Kinostart: 11. April 2013

www.mademoisellepopulaire.studiocanal.de

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