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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM Kinotipp: Zimmer 205 – Traust du dich rein?

-ARCHIV-

Grusel im Studentenwohnheim: Ab dem 04. April im Kino

Katrin (Jennifer Uhlrich) kann es kaum erwarten: Endlich studieren, endlich weg von daheim!  Für ihr Pädagogikstudium zieht sie in ein Studentenwohnheim, genauer gesagt: ins Zimmer 205. Die Storys ihrer Kommilitonen, dass in diesem Zimmer die Studentin Annika (Julia Dietz) verschwunden sei und es dort spuke, lassen Kathrin kalt – sie stürzt sich in das wilde Studentenleben. Vorlesungen, Party, Drogen und Sex! 

Schon nach kürzester Zeit macht sie sich die ersten Feinde. Sie schläft mit Christian (Daniel Roesner), dem Exfreund von Sanne (Marleen Lohse), die Katrin mit ihrer Clique daraufhin schasst und mobbt, wo sie nur kann.  Doch hat das wirklich nur mit dem verletzten Stolz zu tun oder eher mit Katrins Verbindung zu Zimmer 205? Sie spürt, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugegangen sein muss, doch bei der Nachfrage unter ihren Kommilitonen wird sie dafür als „Psychofotze“  abgestempelt. Als Christian tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht so natürlich auf Katrin, der sich verhärtet, als es auch noch weitere Todesfälle in Sannes Clique gibt. Katrin glaubt, dass dies mit dem Verschwinden von Annika zu tun hat und beginnt, Nachforschungen anzustellen.

Gruselige Klischees

Die Liste von Horrorfilmen aus Deutschland sieht im Gegensatz zu anderen Ländern etwas schmächtig aus. Nach dem Grusel-Thriller Du hast es versprochen  von Alex Schmidt gibt es nun aber wieder „Frischfleisch“: Regisseur Reiner Matsutani hat sich an einem Remake des dänischen Horrorschockers Kollegiet  von 2007 versucht. Das Ergebnis enttäuscht. Die Handlung des Filmes ist weitgehend vorhersehbar: Schon zu Beginn ist klar, wer die ersten fünfzehn Minuten nicht überleben wird, und dass der knuffige Kommilitone von Katrin doch nicht so lieb und fürsorglich ist, wie er scheint. Die üblichen Horrorfilmklischees werden bis aufs Äußerste ausgereizt. Flackerndes Licht und Ankündigungen auf den mordenden Täter – in diesem Fall widerlich schwarze Schlammpfützen -  kennt man bereits aus amerikanischen Vorgängern.  Auch Wahnvorstellungen und die obligatorische psychische Erkrankung der Hauptfigur waren zu erwarten.

Nicht nur auf dem Filmplakat hat sie nicht abstreitbare Ähnlichkeit zu Kristen Stewart alias Bella, auch was die Mimik und Gestik betrifft, steht dem Katrin-Darstellering Jennifer Uhlrich dem Twilight-Star in Nichts nach. Ihre Figur, wie auch einige andere Hauptpersonen von Zimmer 205, bleiben blass und klischeebelastet. Der schöne Blondie, die rothaarige Zicke, die kleine Erstsemesterstudentin  – hat man alles schon gesehen.  Die Cliquenbildung um Sanne erinnert an Grundschule, und dass nach den verschiedenen Toten statt zu trauern lieber auf der armen  Katrin rumgehackt werden muss, ist erstens fies und zweitens äußerst unrealistisch.

Was man dem Film allerdings lassen muss, ist der Überraschungsmoment gegen Ende hin. Der Konflikt scheint gelöst, die Täter gefasst – und plötzlich steht die Story Kopf und alles ist doch ganz anders als es scheint. Von da an gewinnt Zimmer 205 noch einmal an Fahrt und auch die Schauspieler scheinen einen Endspurt hinzulegen. Das hätte früher kommen müssen!

Fazit

Ein netter Versuch, das Genre Horror hier ein wenig zu beleben. Das Ergebnis ist jedoch  ein vorhersehbares Schauermärchen, das einen erst zum Ende hin in seinen Bann zieht. Dann doch lieber ein paar Zimmer weitergehen und auf die Verfilmung des Romans "Room 1408" von Stephen King zurückgreifen!

Zimmer 205

Psychothriller, 2013

Regie: Reiner Matsutani

Darsteller u.a.: Jennifer Uhlrich, Julia Dietz, Daniel Roesner, Marleen Lohse

Produktion: Neue Schönhauser Filmproduktion

Kinostart: 4. April 2013

www.zimmer205-derfilm.de

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