Cage The Elephant
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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM Plattenkritik: Cage the Elephant "Melophobia"

Das vierte Album der Rocker aus Kentucky erscheint am 14. Februar

Musik für den Festival-Sommer

"Die Songs sollten so entstehen, wie wenn ein Kind ein Bild von seinem Elternhaus malt und die Erinnerung dabei als einzige Vorlage dient", erklärt Cage the Elephant-Sänger Matt Shultz den Entstehungsprozess des neuen Albums. Demnach muss das Kind im Inneren der Band bei Eltern mit einer großen Vorliebe für Brit-Rock aufgewachsen sein. Denn auf "Melophobia" erinnert mehr als ein Song an die englische Liedkunst, so lässt etwa ein Track wie "Take it or leave it" unwillkürlich an die Beatles denken.

Trotz der offensichtlichen Soundwurzeln und dem beständigen Retro-Feeling kreieren Cage the Elephant aber durchaus eine eigene Musikwelt, die größtenteils zu überzeugen weiß. Schon der Einstieg mit "Spiderhead" gelingt: die fröhliche Hipster-Pop-Nummer mit punkigem Einschlag nimmt den Hörer gen Tanzfläche an die Hand – und wir folgen nur allzu gerne. Mit Track 2, der ersten Single-Auskopplung "Come a little closer", scheint den US-Amerikanern glatt eine kleine Indie-Hymne gelungen zu sein. Nur zu gut kann man sich das Quintett damit auf den Festivalbühnen des Sommers vorstellen.

Auch die anderen Songs auf "Melophobia" trüben diese Vorstellung nicht: Zwar schlägt "Telescope" einen etwas ruhigeren, erzählerischen Ton an, doch Tracks wie das krachende "Teeth" drücken ordentlich auf die Tube. Dabei halten Cage the Elephant grundsätzlich das ganze Album über die Soundgeschwindigkeit, lassen immer wieder die Gitarren zerren und den Bass wummern. Das macht zwar durchgängig Spaß, doch ein paar mehr Experimente und eine Prise mehr Vielfalt hätten "Melophobia" nicht geschadet.

Ein Highlight auf "Melophobia" ist sicherlich "It's just forever", bei dem die Rockröhre Alison Mosshart ("The Kills") stimm- und textlich mitwirkte. Schon zu Beginn jagt uns hier der Bass durch eine fast filmische Szenerie, bevor der Track uns komplett in eine Melange aus Pop, Punk und Rock eintunkt.

Cage the Elephant liefern einen stimmigen, manchmal verschrobenen, immer eingängigen und sehr launigen Longplayer ab. "Melophobia" ist Retro in einem modernen Gewand. Wer die Jungs einmal live erwischt, sollte sich seine Tanzschuhe anziehen.

Melophobia

Cage the Elephant

Universal Music

VÖ: 14.02.2014

Anspieltipps: Spiderhead, Come a little closer, It's just forever, Teeth

www.cagetheelephant.com

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