Klangkarussell Netzwerk
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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM Plattenkritik: Klangkarussell "Netzwerk"

Das Debütalbum des gefeierten DJ-Duos ist seit dem 27. Juli erhältlich

Der Soundtrack zum Sommer

Nach ihrem Erfolg mit dem Song "Sonnentanz" (Ausführungen dazu weiter unten) bleiben die DJs Tobias Rieser und Adrian Held aka Klangkarussell mit ihrem Debütalbum "Netzwerk" ihrer Linie treu. Breite Synthie-Umarmungen und Beats, die angenehm unaufgeregt sind, schaffen einen Sound, in dem man sich verlieren und wohlfühlen kann. Das ist mal minimalistischer wie in den Songs "All Eyes on You" und "We want Your Soul", mal house-lastiger wie bei "Moments" oder "Celebrate".

Vocal-Electro-Fans kommen mit der Platte definitiv auf ihre Kosten, dabei hätte weniger Gesang die Atmosphäre einiger Songs stärker in den Vordergrund stellen können. Denn das können Klangkarussell eigentlich ziemlich gut: Eine gechillte Stimmung zu verbreiten, die Spaß macht. Es ist tanzbar, ist aber ebenso eine schöne Hintergrundmelodie für Sonnenuntergänge mit Freunden und ein paar Bierchen in der Hand.

Dass Musik, die eine so breite Masse anspricht wie Klangkarussell, nicht besonders komplex ist oder ausgefeilte Klangkompositionen mit sich bringt, ist zwar stellenweise schade – aber wir können auch ruhig mal zugeben, dass dieses unbeschwerte Entertainment absolute Feierfreude macht und das Wochenende ein bisschen näher rücken lässt.

Apropos Feierfreude: Überraschung! "Sonnentanz" ist auch auf dem Album. Genau, diese Dauerschleife an Song, die euch in den letzten Jahren schon auf jeder Party verfolgt hat. 2012 fing alles in der Non-Vocal-Form an, 2013 kam der britischen Soul-Sänger Will Heard dazu (der das Ganze auch noch mal in der Unplugged-Version mit dem Super-Model Cara "Augenbraue" Delevigne auf YouTube herausgebracht hat). Und weil zwei Jahre hintereinander immer noch nicht genug sind, gibt es den Hit jetzt auch noch mal auf dem Album. Damit liegt die Vermutung endgültig nahe, dass die Salzburger den wahnsinnigen Plan verfolgen, ein sommerliches Adäquat zum Wham!s "Last Christmas" zu erschaffen: So richtig kann es niemand mehr hören, aber ohne würde es sich auch falsch anfühlen.

Inklusive dieser Wiederholungstat (die nach so einem Erfolg auch berechtigt ist!) liefern die Jungs von Klangkarussell ein absolut grundsolides Album, das sich in jeder Plattensammlung gut macht. Und wenn eure euch Kinder später fragen, was das ist, könnt ihr sagen: "Das ist die Art von Musik, die gut beschreibt, wie sich 2014 angefühlt hat: wenig revolutionär – aber dafür waren alle ziemlich gut drauf."

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Klangkarussell

Universal Music

VÖ: 27.07.2014

Für Fans von: elektronischer Tanzmusik 

www.klangkarussell.com

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