Paul Kalkbrenner mit "7"
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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM Plattenkritik: Paul Kalkbrenner "7"

Das siebte Album des Berliner House-Meisters im Check

Welch' lieblich Melodei

Hymnenartige Tracks wie "Altes Kamuffel" oder "Sky and Sands" hievten Paul Kalkbrenner vor einigen Jahren in die erste Riege der Dance-Musiker. Auf seinem neuen Album bleibt der Berliner seinem Stil treu, der geprägt ist von sehnsuchtsvollen Melodien, dichten Arrangements, atmosphärischen Flächen und hypnotischen Delays. 

Eines seiner musikalischen Vorbilder sei Ennio Morricone, sagte Kalkbrenner mal im Interview. Mit "Cylence 412" setzt er dem Großmeister der Western-Soundtracks mit einer eingängigen, selbst eingepfiffenen Melodie ein Denkmal. Für die Vocals von "Cloud Rider" bedient sich Paul hingegen bei D-Trains "You’re the One for me". Die Hookline des Disco-Funk-Klassikers von 1981 katapultiert er - gebettet auf dreckigen Drums – gekonnt ins Jahr 2015. 

Mit "Feed Your Head" verpasst er den Textpassagen von Jefferson Airplanes Prog-Rock-Hippie-Hymne "White Rabbit" eine völlig neue Stimmung: Klingt jetzt nicht mehr nach Überdosis LSD, sondern nach Bierchen am Baggersee. Auf "Papercut Pilot" verlässt sich Kalkbrenner dann wieder ganz auf sein Erfolgsrezept aus zuckersüßen, kristallklaren Synths und sanften Harmonien, um einen Track später dann doch noch kurz die Techno-Keule auszupacken und mit "Mothertrucker" den wohl clubtauglichsten Track des Albums abzuliefern.

Paul Kalkbrenner Fans bekommen das, was sie erwartet haben: Eingängige Tracks, diesmal mit mehr Pianos und mehr Vocals. Der große Wurf, die musikalische Neuausrichtung bleibt aus – zu sehr klingt das Album nach seinen Vorgängern. Ob das positiv oder negativ zu bewerten ist, bleibt dem Hörer überlassen. 

7

Paul Kalkbrenner

Sony Music

VÖ: 07.08.2015

Anspiel-Tipps: Cylence 412, Cloud Rider, Tone & Timber

Mehr Infos: http://paulkalkbrenner.net/

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