Pharrell Williams
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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM Plattenkritik: Pharrell Williams "GIRL"

Das zweite Solo-Album des Erfolgsmusikers ist seit dem 03. März erhältlich

"G I R L" Track by Track

  • Marilyn MonroeAlles beginnt mit einem Streicher-Orchester, Musik wie aus einem Filmklassiker. Doch dann setzt er ein, der Beat. Mit dem Opener auf seinem neusten Album "G I R L" beweist Pharrell Williams direkt, dass er sich in den vergangenen Jahren als Künstler weiterentwickelt hat. Modern, groovy und treibend kommt der Song daher – ein guter Start für eine verheißungsvolle Platte. Und auch der erste Stargast hat einen kurzen Auftritt: Kelly Osbourne darf ein paar Sätze ins Mikro sprechen.
  • Brand NewBläser, Bässe, Streicher – und Justin Timberlake: Track Zwei swingt sich unverschämt charmant ins Ohr. Superstar Timberlake hat hörbar Spaß an der Kooperation mit Pharrell Williams. Der Song passt einfach perfekt zu den beiden Musikern und vereint modere R'n'B-Grooves mit Retro-Feeling.
  • HunterEin wenig mehr Anlaufzeit braucht "Hunter": Während der Song beim ersten Hören nicht greift, entwickelt er sich langsam mehr und mehr zum Ohrwurm. Williams greift hier das allumfassende Thema "Frauenjagd" im wahrsten Sinne des Wortes und mit einem doch recht "kreativen" Text auf: "Is that a Tree or is that Camouflage? Come get eaten by the damn Mirage. I'm a Hunter". 
  • GushErneut wirkt hier ein bekannter Name mit, wenn auch nur im Hintergrund: Der mit einem Oscar prämierte deutsche Komponist Hans Zimmer ("Der König der Löwen", "Inception") war bei "Gush" (wie auch bei "Marilyn Monroe" und "Gust of Wind") für das Arrangement der Streicher verantwortlich. Leider ist der Song nicht mehr als ein nettes Zwischenstück, dafür aber eines mit augenzwinkernden Lyrics: "I don't know, what's come over me. My Mama didn't raise my that Way".
  • HappyMuss zu "Happy" eigentlich noch etwas gesagt werden? Der Überhit der ersten Jahreshälfte entstammt eigentlich dem Soundtrack zu "Ich – einfach unverbesserlich 2", entwickelte sich aber über mehrere Monate hinweg zur Erfolgsgeschichte. In vierzehn Ländern erreichte der Song Platz Eins der Charts, obendrauf gab's eine Oscar-Nominierung. Auch auf "G I R L" sticht die unwiderstehliche Pop-Nummer heraus – bitte alle einmal tanzen. Danke.
  • Come get it BaeIrgendwo in den Credits steht versteckt die Info: "Additional Vocals performed by Miley Cyrus". Die aktuelle "Skandalnudel" – sorry für den Ausdruck! – verleiht "Come get it Bae" noch das gewisse Etwas. Insgesamt erinnert der Track ein wenig an "Blurred Lines" von Robin Thicke – und ist ebenso eingängig wie smooth.
  • Gust of WindMit voller Starpower geht es weiter: Gemeinsam mit Daft Punk hat Pharrell Williams den großartigen Track "Get Lucky" an den Start gebracht, hier verleihen die Franzosen im Gegenzug ihre Stimmen (!). "Gust of Wind" ist solider Pop, gehört aber sicherlich zu den schwächeren Nummern auf "G I R L".
  • Lost QueenDer mit fast acht Minuten längste Song des Albums ist zweigeteilt: In der ersten Hälfte entführt uns Pharrell Williams in eine musikalische Dschungellandschaft, die allerdings nicht vollends zu überzeugen weiß. Bevor man zum nächsten Lied weiterskippt, gibt es nach ca. 3,5 Minuten einen Break, gefolgt von fast einer Minuten Meeresrauschen. Dann setzt erneut ein Beat ein, der allerdings eher in Richtung Schlafzimmer schielt. An "Lost Queen" dürften sich die Geister scheiden.
  • Know who you areDie Irritation durch "Lost Queen" wird glücklicherweise durch eine großartige Sängerin direkt weggefegt: Die wunderbare Alicia Keys gibt sich in "Know who you are" als Pharrells Duettpartnerin die Ehre. Die Chemie stimmt, die Harmonie ebenfalls – eine schöne Mid-Tempo-Nummer.
  • It GirlAuch im letzten Song besingt Pharrell Williams seine Liebe zum weiblichen Geschlecht. Seine typische hohe Gesangsstimme verleiht "It Girl" eine Extra-Portion Kitsch, es bleibt aber kitschig-schön. Zum Finale hin verläuft sich "G I R L" in instrumentalen Weiten.
  • Fazit zu Pharrells "Girl"

    "G I R L" ist vor allem eines: ein stimmiges und erstklassige produziertes Pop/R'n'B-Album, das zwar nicht die Musikwelt auf den Kopf stellt, dafür aber den Zeitgeist trifft. Einen wirklich schlechten Song sucht man unter den zehn Tracks vergeblich, auch wenn nicht jede Melodie und nicht jede Hook zündet.

    Nach jahrelanger Tätigkeit als Produzent oder Gastmusiker war es für Pharrell Williams einfach wieder an der Zeit, ein neues Album auf den Markt zu bringen. Hits wie "Get Lucky" und "Happy" dürften dem Mann, der neuerdings scheinbar nie ohne überdimensionalem Hut aus dem Haus geht, Aufwind geben – und "G I R L" beweist, dass er durchaus berechtigt zur A-Liga der internationalen Künstler gehört.

    UNICUM CD-Tipp

    G I R L

    Pharrell Williams

    Sony Music

    VÖ: 03.03.2014

    Anspieltipps: Happy, Brand New, Come get it Bae, Who you are

    pharrellwilliams.com

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