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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM schaut: Der Dieb der Worte

-ARCHIV-

Das erstklassige Literaturdrama ist ab dem 18. Oktober für euer Heimkino erhältlich

Verwobenes Storygerüst

Der gefeierte Schriftsteller Clayton Hammond (Dennis Quaid) präsentiert bei einer Lesung einem neugierigen Publikum, darunter der aufreizenden Daniella (Olivia Wilde), sein neustes Werk. Darin geht es um den Nachwuchsautor Rory Jansen (Bradley Cooper), der zwar mit Dora (Zoe Saldana) sein Liebesglück gefunden hat, dessen Karriere aber einfach nicht in Fahrt kommen will. Ein Verlag nach dem anderen erteilt dem New Yorker eine Absage, scheinbar niemand interessiert sich für seine literarischen Ergüsse. Bei einem Einkaufsbummel auf einem Antikmarkt ersteht Dora dann eine alte Aktentasche, die ein gewichtiges Geheimnis birgt: In einem der Fächer entdeckt Rory ein Manuskript, dessen Worte ihn schier nicht loslassen. Wie besessen tippt er den Roman Wort für Wort nach, ändert dabei nicht eine Silbe, nicht einen Rechtschreibfehler. Durch Zufall entdeckt Dora das Buch auf dem Computer ihres Mannes und hält es für Rorys Werk. Sie bittet ihn, es an einen Verleger zu schicken – prompt stellt sich der so lange ersehnte Erfolg ein. Nunmehr ein gefeierter und weltweit anerkannter Schriftsteller trifft Rory Jansen eines Tages im Park auf einen alten, namenlosen Mann (Jeremy Irons): Dieser lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Manuskript aus der Aktentasche seiner Feder entstammt. Er beginnt, von der Entstehungsgeschichte seines Buchs zu erzählen. Diese führt ins Paris der 1940er-Jahre ...

Lüge, Liebe & Literatur

Das ineinander verschachtelte Storygerüst mag vielleicht kompliziert anmuten, doch die beiden Regisseure Brian Klugman und Lee Sternthal schaffen es, die verschiedenen Erzählebenen gekonnt zu verknüpfen. Im Zentrum von "Der Dieb der Worte" steht die Entstehung des "Ur-Manuskripts". Dieser Handlungsstrang im Nachkriegs-Paris bildet im Film den Mittelteil, auf den alles in der ersten Hälfte des Dramas hinausläuft, und von dem aus sich die zweite Hälfte ihren Weg bahnt.

Erst zu Ende des Films offenbart sich die gesamte Deutung aller Erzählebenen - letztendlich verschwimmen für den Zuschauer die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Man wird durch alle Storylines gefangengenommen, will jede Geschichte zu einem Abschluss bringen. Im Großen und Ganzen erzählt "Der Dieb der Worte" dabei nicht nur von Literatur und Lüge, sondern vor allem von der Liebe. Der Liebe zu den Worten, die manchmal alles in den Schatten stellt.

Neben den ausgezeichneten Bildern und Settings glänzen hier die starken Darsteller. Durch die Bank weg spielt die namhafte Crew sensibel und glaubwürdig auf, wobei einigen Schauspielerin wie Zoe Saldana oder Bradley Cooper mehr Raum zur Entfaltung gegeben wird als etwa der nicht minder talentierten Olivia Wilde. Doch sie alle fügen sich in das filmische Labyrinth perfekt hinein.

"Der Dieb der Worte" ist ein fesselndes Drama, das langsam, aber stetig einen mitreißenden Sog erzeugt. Wenn gegen Mitte des Films in der ersten Erzählebene Daniella den Schriftsteller Clayton Hammond fragt, wie es denn nun mit der Geschichte weitergeht, sind dies auch die Worte der Zuschauer. Eine Geschichte, die bewegt, Figuren, die begeistern: kurzum ein empfehlenswerter Film.

Der Dieb der Worte

Drama, USA 2013

Regie: Brian Klugman, Lee Sternthal

Darsteller u.a.: Bradley Cooper, Zoë Saldana, Jeremy Irons, Olivia Wilde, Dennis Quaid, J.K. Simmons, John Hannah, Ben Barnes

Verleih: Universum Home Entertainment 

VÖ: 18. Oktober 2013

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