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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM schaut: Dredd

-ARCHIV-

Die zweite Verfilmung der Comic-Serie "Judge Dress" gibt's ab dem 19. April fürs Heimkino

Action mit visueller Schlagkraft

Sie sind das Gesetz: Die Judges von Mega City One sorgen als Polizist, Richter und Henker in Personalunion für Gerechtigkeit in der Metropole. Oder versuchen es zumindest. Denn im undurchdringlichen Dickicht aus Hochhäusern und Slums schaffen sie es gerade einmal, sich mit sechs Prozent der Fälle zu beschäftigen. Dredd (Karl Urban) ist unter den Verbrechensbekämpfern eine Legende: hart und gnadenlos vollbringt er sein Werk. Ihm zur Seite wird die junge Rekrutin Cassandra Anderson (Olivia Thirlby) gestellt, die zwar bei der Aufnahmeprüfung knapp versagte, wegen ihrer telepathischen Kräfte aber eine zweite Chance bekommt.

Im Zuge ihrer Beurteilung wird die Mutantin mit Dredd an den Schauplatz eines blutigen Verbrechens gerufen: Drei Männer wurden gehäutet aus dem Hochhauskomplex "Peachtree" geworfen. Den beiden Judges wird schnell klar, dass es sich hierbei nicht um einen Routinefall handelt: Das 200 Stockwerke hohe Gebäude steht unter der Herrschaft der skrupellosen Ma-Ma (Lena Headey), die von hier aus die ganze Stadt mit der neuen Droge Slo-Mo versorgt. Die Gangsterchefin fühlt sich von den Vollstreckern bedroht – und lässt kurzerhand den ganzen Komplex abriegeln. Es folgt ein blutiger Kampf um Leben und Tod.

Regisseur Pete Travis ("8 Blickwinkel") holt visuell alles aus seinem Film heraus: Vor der Kulisse einer Atomwüste baut er seine düstere Version einer gewaltigen Metropole. Die Hochhäuser, in denen die Menschen wohnen, sind trostlose Orte, das Verbrechen regiert. Vor allem die Wirkung der Droge Slo-Mo wird optisch voll ausgespielt: Sie verlangsamt alles und lässt den Konsumenten das Geschehen in maximaler Zeitlupe erleben. Daraus ergeben sich auch ganz neue Möglichkeiten für die Umsetzung der Actionszenen: Wenn Dredd und Cassandra eine Junkie-Wohnung stürmen, erlebt der Zuschauer dies aus der Sicht der Slo-Mo-Süchtigen: Mit brutaler Langsamkeit bohren sich so die tödlichen Kugeln durch die Köpfe. Kein Wunder, dass das Action-Spektakel erst ab 18 Jahren freigegeben ist.

Bei dieser visuellen Schlagkraft rückt die Schauspielleistung in den Hintergrund: Karl Urban setzt als Judge Dredd über die ganze Filmlänge niemals den charakteristischen Helm ab und feuert nur selten markige Sprüche ab. Lena Headey (Cersei aus "Game of Thrones") darf einfach nur richtig schön böse sein, während Domhnall Gleeson ("Anna Karenina") als Computerspezialist immer zerfurchter aussieht. Einzig Olivia Thirlby macht als übersinnlich begabte Rekrutin so etwas wie eine kleine Wandlung durch.

Dafür weiß neben der Optik auch die Story für gute Unterhaltung zu sorgen. Denn bevor es beim brutalen Wettlauf durch die Stockwerke langweilig werden könnte, schalten sich weiter Judges ein, die allerdings nicht ganz so ehrenhaft wie Dredd sind ... Spannend bleibt's so bis zur letzten Minute, auch wenn das "Happy End" natürlich von Anfang abzusehen ist.

Dredd

Sci-Fi/Action, GB 2012

Regie: Pete Travis

Darsteller u.a.: Karl Urban, Olivia Thirlby, Lena Headey, Wood Harris

Verleih: Universum Film

VÖ: 19. April 2013

www.dredd-film.de

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