House of Cards
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM schaut: House of Cards – Staffel 1

-ARCHIV-

Die prämierte Politthriller-Serie ist ab dem 17.12. auf Blu-ray und DVD erhältlich

Machtkämpfe im und um das Weiße Haus

Politik ist ein dreckiges Geschäft. Und dazu gehören nun einmal kaltblütige Intrigen und korrupte Machtspiele. Und, wenn es sein muss, wird auch schon mal über Leichen gegangen. So geht es auf jeden Fall im US-Serienhit "House of Cards" zu, der sich die internen Machenschaften in und um das Weiße Haus und der US-Regierung zum Thema gemacht hat.

Dass dabei viele klassische Politthriller-Klischees genutzt werden, ist nicht weiter schlimm – denn die Entwicklung der Story bleibt trotzdem so undurchschaubar wie ihr Protagonist Francis Underwood, der von einem großartigen Kevin Spacey ("American Beauty", "Männer, die auf Ziegen starren") gespielt wird.

Durch Intrigen an die Spitze

Eigentlich sollte der erfolgreiche Kongressabgeordnete Underwood zum Außenminister im Kabinett des neugewählten Präsidenten Walker werden. Doch der überlegt es sich in der letzten Minute anders, Underwood bleibt auf seinem alten Posten. Diese Entscheidung kann der erfahrene und machtbesessene Politiker nicht tatenlos akzeptieren: Auf intelligenten Wegen fördert er seinen Wunsch zur Vergeltung und versucht sich selbst seinen Weg an die politische Spitze zu bahnen. Dafür denkt er schachspielartig seine Züge lange voraus, spielt Leute gegeneinander aus und nutzt alte und neue Kontakte.

Bei seinen Plänen wird er stets von seiner ebenso berechnenden Frau Claire (Robin Wright) unterstützt, die für den Erfolg ihres Mannes sogar seine Affäre mit der jungen Journalistin Zoe Barns (Kate Mara) hinzunehmen scheint. Die aufstrebende Reporterin zieht aus dem Spiel mit Underwood allerdings ebenso ihre Vorteile. So richtig unschuldig ist hier eigentlich niemand.

Jeder verfällt Francis Underwood – sogar die Zuschauer

Der Reiz der Sendung liegt vor allem in ihren Figuren. Die sind allesamt keine wirklichen Sympathieträger, da sie prinzipiell egoistisch und rücksichtslos handeln. Francis Underwood ist die Ausgeburt eines schmierigen Politikers wie aus dem Bilderbuch, in der Öffentlichkeit widerlich nett und in Wahrheit ein hinterlistiger Dreckssack. Trotzdem beginnt der Zuschauer, ihm zu trauen, ja sogar ihn zu mögen.

Ein Phänomen, das die Macher der Serie aus der Realität gut gekonnt auf den Bildschirm gebracht haben – und zwar mit einem großartigen Stilmittel, das seine Wurzeln im epischen Theater hat: der persönlichen Anrede der Zuschauer durch Underwood, der seine Handlungen hin und wieder sarkastisch kommentiert. Darin liegt ein Clou der Serie, der Außenstehende fühlt sich in die Pläne eingeweiht, weiß letztendlich aber doch nie alles. Dies ist das gleiche Mittel, das der Politiker innerhalb der Story einsetzt, um seine Intrigen mit den anderen Figuren zu spinnen. Nur keiner merkt es, weder der Zuschauer, noch die anderen Figuren.

Vergleichbar mit den großen Serienhits von HBO

"House of Cards" gehört zu den Serien, wegen denen man am Wochenende zu Hause versackt, weil man alle Folgen auf einmal sehen möchte. Neben der Tatsache, dass Kevin Spacey, man kann es nicht oft genug sagen, in der Rolle glänzt, ist es auch einfach ein gut produzierter Politthriller von Regisseur David Fincher. Und zwar nicht an der Seite von amerikanischen Serien-Produktions-Giganten wie HBO oder AMC, die Kassenschlager wie "Homeland", "Breaking Bad" oder "Games of Thrones" erschufen, mit denen sich "House of Cards" gut messen lässt.

Die Serie ist die erste komplette Online-Produktion der Firma "Netflix", die allein im Stream abgerufen werden konnte. Und das sehr erfolgreich: "House of Cards" gewann drei Emmy-Awards, wurde mehrfach nominiert und ist einer der Favoriten bei den Golden Globes 2014.

Wenig Action, aber viel Spannung

Die Spannung entsteht durch die Story und die subtilen Machenschaften, nicht durch Action. Das könnte manch einem auf die Dauer zu langweilig werden. Außerdem lohnt es sich für die Serie, sich das politische System der USA noch einmal genauer zu Gemüte zu führen um die verschiedenen politischen Positionen der Figuren in der Serie richtig nachvollziehen zu können. Ein Muss ist das allerdings nicht, verständlich bleibt es auch ohne das.

Und Fans von gut gespannten Intrigen werden hier sowieso voll auf ihre Kosten kommen.

 

House of Cards - Staffel 1

TV-Serie/Polit-Thriller, Drama, USA 2013

Darsteller u.a.: Kevin Spacey, Robin Wright, Kate Mara, Michael Kelly

Verleih: Sony Pictures

VÖ: 17. Dezember 2013

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2.95 von 5 Sternen bei 105 Bewertungen.