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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM schaut: Oblivion

-ARCHIV-

Seit dem 15. August auf DVD und Blu-ray: Postapokalyptische Zukunftsvision mit Tom Cruise

vollkommene Visualität

Noch zwei Wochen müssen Jack Harper (Tom Cruise) und seine Partnerin Victoria (Andrea Riseborough) auf der Erde verweilen, dann endlich dürfen auch sie wie die anderen Menschen zum Titan reisen. Bis dahin sind die beiden für die Wartung und Sicherstellung der Kampfdrohnen verantwortlich, welche die Energieversorgung der Raumstation Tet bewachen. Dabei kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit den sogenannten Plünderern, welche die technischen Arbeiten sabotieren wollen. 

Jack und Victoria leben in einer sterilen, abgeschotteten Welt. Vor allem die Controllerin ist darauf bedacht, von der Tet-Kommandantin Sally (Melissa Leo) als "effektives Team" eingestuft zu werden. Monteur Jack hingegen plagen Erinnerungen an eine vage Vergangenheit. Heimlich hat er sich in den Wäldern der sicheren Zone eine Holzhütte gebaut, in der er die letzten Überreste des menschlichen Lebens sammelt.

Eines Tages ändert sich auf einem Routineflug das Schicksal des Paares: Jack kann ein abgestürztes Raumschiff bergen, in dem sich mehrere Personen in Schlafkapseln befinden. Die Drohnen gehen sofort in Kampfstellung, Jack gelingt es lediglich eine Frau zu retten: Julia (Olga Kurylenko) bringt nicht nur die Gefühle ihres Retters durcheinander, sondern offenbart zudem eine schreckliche Wahrheit.

Wie schon bei seinem Leinwand-Debüt "Tron: Legacy" setzt Regisseur Joseph Kosinski auch bei "Oblivion" auf eine vollkommene Visualität. Vor der einmaligen Kulisse des Drehortes Island inszeniert er beeindruckende Bilder; Produktdesign, Kostüme, Computeranimationen – das alles fügt er zu einem stimmigen Augenschmaus zusammen. Doch wie bei "Tron: Legacy" kann auch hier die Story nicht immer mit den Bildern Schritt halten. Kosinski schafft es leider nicht, über die gesamte Spielzeit die düstere Stimmung, die angespannte Atmosphäre zu halten. Wo die Szenerie glatt und durchstrukturiert wirken darf, müssen die Charaktere Ecken und Kanten mitbringen – doch vor allem das Konfliktpotenzial zwischen den Figuren wird nicht zur Genüge ausgeschöpft. In seiner Gesamtheit fügt die Story von "Oblivion" dem Sci-Fi-Genre keine neue Nuance zu, wohl aber visuelle Anstöße. 

Sehenswert wird "Oblivion" zudem durch sein durchweg grandioses Ensemble. Superstar Tom Cruise gibt eine seiner besten Vorstellungen seit Jahren und nervt – Pardon! – einmal nicht mit seiner Leinwandpräsenz. Seine weiblichen Co-Darstellerinnen Andrea Riseborough und Olga Kurylenko stehen ihm glücklicherweise nicht nach. Mit Morgan Freemann, Melissa Leo (Oscar für "The Fighter") und Nikolaj Coster-Waldau ("Game of Thrones") sind selbst die kleinsten Nebenrollen prominent besetzt. 

"Oblivion" ist eine visuell beeindruckende Dystopie mit einem überraschenden Twist. Originelle, gut durchdachte Science-Fiction, die zwar eine gewisse Genialität sugerriert, dieses Versprechen aber nicht halten kann.

Oblivion

Sci-Fi/Action, USA 2013

Regie: Joseph Kosinski

Darsteller u.a.: Tom Cruise, Olga Kurylenko, Andrea Riseborough, Morgan Freeman, Nikolaj Coster-Waldau, Melissa Leo, Zoe Bell

Verleih: Universal Pictures

VÖ: 15. August 2013

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