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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM schaut: Prometheus – Dunkle Zeichen

-ARCHIV-

Ridley Scotts "Alien"-Prequel ist ab dem 07.12. für euer Heimkino erhältlich

Optischer Bombast, packende Story

2089, in nicht allzu ferner Zukunft. Das Wissenschaftlerpaar Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) stößt bei Ausgrabungen immer wieder auf ähnliche Darstellungen, die sie zum einen als Sternenkarte, zum anderen als Einladung deuten. 

Zwei Jahre später. Das Raumschiff "Prometheus" ist auf direktem Kurs zu einem Mond im Sonnensystem Zeta2 Reticuli. An Bord hat die Crew die lange Reise im Kälteschlaf überdauert. Kurz vor der Ankunft wird die Besatzung vom Androiden David (Michael Fassbender) geweckt, erst dann wird ihnen durch die kühle Meredith Vickers (Charlize Theron), ihres Zeichens Mitarbeiterin der geldgebenden Weyland Coporation, und durch die mitreisenden Archäologen Shaw und Holloway der Zweck der Expedition enthüllt. Hier, im äußersten Winkel der Galaxie, vermutet man die Heimat der sogenannten "Konstrukteure", der Erschaffer der Menschheit.

Tatsächlich lassen sich auf dem Mond LV-223 kuppelförmige Bauwerke ausmachen. Doch schon die erste Erkundungstour endet in einer Katastrophe: der Biologe Milburn (Rafe Spall) und der Geologe Fifield (Sean Harris) verlaufen sich in dem außeridischen Labyrinth, David aktiviert einen geheimen Mechanismus und eine unheimliche Macht wird zum Leben erweckt.

Schon mit der Anfangsszene offenbart Regisseur Ridley Scott ("Gladiator", "Königreich der Himmel") sein neustes Werk als optischen Bombast: ein muskulöser Außeridirischer wird auf der Erde ausgesetzt, trinkt eine dunkle Flüssigkeit und zerfällt dann in seine Einzelteile – aus denen letztendlich wir, die Menschen, entstehen. Die visuelle Schlagkraft trägt Prometheus über die gesamte Filmlänge. Die Innenausstattung des Raumschiffes, die verwobenen Gänge und unheimlichen Katakomben der fremden Bauwerke sind eindrucksvoll in Szene gesetzt und gefilmt worden.

Auch die Story ist packend – wenn man von einigen Wermutstropfen absieht. Wie können sich z.B. gerade der Biologe und der Geologe in einem hufeisenförmigen Bauwerk verlaufen? Und warum geht eben dieser Biologe total unkritisch und naiv außerirdischen Lebensformen entgegen? Doch mit viel Weltraum-Action und einigen verstrickten Handlungssträngen schafft es Prometheus dennoch, die Spannung auf einem hohem Level zu halten. Daher ist der Film durchaus auch für Nicht-Kenner der "Alien"-Saga sehenswert. Wenn nicht sogar mehr als für Fans, die sich sicherlich mehr/tiefgehendere/ganz andere Bezüge zu der Trilogie gewünscht haben.

Zumindest in Bezug auf die Darsteller steht Prometheus den "Alien"-Filmen in nichts nach. Noomi Rapace ("Verblendung") weiß sich in furchterregenden Situationen ebenso gut zu behaupten wie einst Sigourney Weaver als Ripley. So ist z.B. die Alien-Abtreibung sicherlich nichts für schwache Gemüter. Daneben liefert der grandiose Michael Fassbender als Androide mit Hang zum Menschlichen einmal mehr eine Paradevorstellung ab und Charlize Theron spielt die Unternehmensrepräsentatin mit einer herrlich biestigen Unterkühltheit. Einzig den 45-jährigen Guy Pearce ("Memento") erkennt man unter der Maske, die ihn in den fast hundertjährigen Tycoon Peter Weyland verwandelt, kaum wieder. Hier hätte man ruhig auf einen älteren (und somit glaubwürdigeren) Schauspieler setzten können.

Alles in allem gehört Prometheus zu den besten SciFi-/Actionfilmen des Jahres. Das offene Ende lässt auf eine Fortsetzung hoffen – und endlich auf Antworten auf noch so viele unbeantwortete Fragen.

Prometheus – Dunkle Zeichen

SciFi, US 2012

Regie: Ridley Scott

Mit u.a.: Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron, Logan Marshall-Green, Idris Elba, Guy Pearce

Verleih: 20th Century Fox Home Entertainment

VÖ: 07. Dezember 2012

FSK: ab 16 Jahren

Artikel-Bewertung:

2.94 von 5 Sternen bei 72 Bewertungen.