Foto: Columbia TriStar Pictures
Foto:

09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM schaut: The Evil Dead

-ARCHIV-

Die Wiederauferstehung der garstigen Toten

Die junge Mia hat ein schweres Drogenproblem. Um endgültig von dem Zeug loszukommen, entschließt sie sich, gemeinsam mit ihren Freunden Eric und Olivia sowie mit der Unterstützung ihres Bruders David und dessen Freundin, einen kalten Entzug zu starten. Für dieses Vorhaben fahren die fünf Jugendlichen für ein paar Tage in eine alte, runtergekommene Waldhütte, fernab von jeder Zivilisation. Es dauert nicht lange, bis bei Mia die ersten Entzugserscheinungen einsetzen. Während ihre vier Begleiter der verzweifelnden Mia gut zureden, fühlt diese sich von einem stetig stärker werdenden Verwesungsgestank gequält.

Als der Familienhund namens Opa der faulen Brise folgt, führt er die fünf Jugendlichen direkt in den Keller der kleinen Hütte. Dort offenbart sich ihnen ein schauriger Anblick: Halbverrottete Tierkadaver hängen von der Decke, in jeder Ecke ragt ein Arsenal rostiger Folterwerkzeuge aus dem Dunkel. Inmitten dieser Szenerie entdecken die fünf Freunde ein seltsames Paket, das in schwarzes Plastik gehüllt und mit Stacheldraht umschlungen ist. Während sich die anderen von diesem Anblick erholen, macht sich Eric daran, das seltsame Päckchen zu öffnen. Was er findet, ist das "Naturon Demonto", ein in Menschenhaut gebundenes Buch, dessen bizarrer Inhalt Rituale zur Beschwörung von Dämonen beschreibt. Als Eric einige Formeln dieser Schrift laut vorliest, erweckt er das Böse in den Wäldern, welches von nun an reihum Besitz von den Jugendlichen ergreift und einige Liter Blut über die Leinwand spritzen lässt.

Schockmomente und Splatter-Einlagen

Dabei setzt das Reboot von Sam Raimis gleichnamigen Kultstreifen grundsätzlich eher auf Schockmomente und Splatter-Einlagen als auf psychologisch tiefgreifenden Grusel. Bis auf wenige Ausnahmen sowie das komplette Ende hält sich der spanische Regisseur und Drehbuchautor Fede Alvarez, der mit The Evil Dead sein internationales Debüt gibt, grundlegend an seine Vorlage und verschenkt dabei einiges Potenzial. Zwar bereichert er den ursprünglich sehr rudimentären Plot mit der Story rund um das Entzugs-Projekt und einer emotional komplizierten Beziehung zwischen David und seiner Schwester, jedoch bleiben die neuen Ansätze lediglich irrelevantes Beiwerk. Entsprechend leiden die Protagonisten allzu bald (neben diversen Fleischwunden) an chronischer Profillosigkeit, was eine Identifikation und ein Mitfiebern mit ihnen nahezu unmöglich macht. Die Spannung hält sich also in Grenzen.

Punkten kann The Evil Dead allerdings mit der Tricktechnik. Die ist überraschend gut umgesetzt und kann einem schon mal den Magen auf links drehen, wenn beispielsweise ein elektronisch betriebenes Tranchiergerät für die Amputation eines Unterarmes zum Einsatz kommt. Da wären wir auch schon beim Thema Gewalt: Ja, Gore und Gemetzel bilden die Grundlage dieses Streifens, das lässt sich nicht leugnen. Trotzdem schüttet The Evil Dead den Kunstblut-Eimer meist mit einem Augenzwinkern über seine Protagonisten aus, ohne dabei je in ein geschmackloses Folterspektakel à la "Hostel" u.ä. auszuarten.

Fazit

The Evil Dead wird sicher nicht als Meilenstein in die Filmgeschichte eingehen, weder als schockierend brutaler Splatter-Streifen, noch als geistreicher Kommentar zum B-Movie-Horror-Genre. Dafür wird er Freunde des schnörkellosen Horrors für knapp zwei Stunden gut unterhalten, wenn auch nicht nachhaltig beeindrucken. Für Fans des Originals hält The Evil Dead darüber hinaus  das ein oder andere Easter-Egg bereit: Allen, die sich an derlei Dingen erfreuen, sei hiermit dringend empfohlen, den kompletten Abspann abzuwarten.

The Evil Dead

Genre: Horror, USA

Regie: Fede Alvarez

Darsteller: Jane Levy, Shiloh Fernandez, Lou Taylor Pucci, Jessica Lucas u.a.

Verleih: TriStar Pictures

VÖ: 16. Mai 2013

www.evildead.de

Artikel-Bewertung:

2.8 von 5 Sternen bei 109 Bewertungen.