Upside Down
DVD
Foto:

09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM schaut: Upside Down

-ARCHIV-

Die SciFi-Romanze ist ab dem 16. Januar 2014 auf DVD, Blu-ray und als Download erhältlich

Ein fremdes Universum mit eigenen Gesetzen

Dem argentinischen Regisseur Juan Solanas soll die Idee zu "Upside down" im Traum gekommen sein – und so wirkt die ganze Szenerie des romantischen Science-Fiction-Epos durchweg entrückt, fantastisch, gar surreal. Mit eindrucksvollen Bildern wir hier ein eigentlich unmögliches Universum kreiert, in dem ganz eigene Gesetze herrschen, das aber zu guter Letzt von der Liebe regiert wird.

In dieser anderen Welt kreisen zwei Zwillingsplaneten umeinander, die zwar von einer doppelten Gravitation zusammengehalten werden, deren eigene Schwerkraft aber keine direkte Verbindung zulässt. Die Natur folgt drei Regeln: Alle Materie wird von ihrer Ursprungswelt angezogen und nicht von der anderen; die Anziehungskraft eines Objekts kann mittels Materie von der anderen Welt, der sogenannten inversen Materie, verringert oder auch invertiert werden; kommt Materie mit inverser Materie in Berührung, fängt sie nach kurzer Zeit an zu brennen.

Doch nicht nur die Schwerkraft trennt die beiden Planeten voneinander, sondern auch die Engstirnigkeit ihrer Bewohner. Während die Menschen "oben" im Luxus leben, müssen die Menschen "unten" um ihr tägliches Überleben kämpfen. Zudem ist es verboten, mit einem Anwohner der anderen Welt in Kontakt zu treten, von einem unerlaubten Übersetzen ganz zu schweigen.

In diesem Universum lernen sich Adam und Eden als Kinder kennen. Auf dem Gipfel der höchsten Berge treffen sie sich immer wieder und verlieben sich unweigerlich als Teenager. Doch ihre Verbindung fliegt auf, das Paar wird gewaltsam getrennt. Zehn Jahre später erkennt Adam (Jim Sturgess) seine große Liebe im Fernsehen wieder. Eden (Kirsten Dunst) arbeitet nun für den mächtigen Großkonzern "TransWorld" in der oberen Sphäre. Adam heuert daraufhin im unteren Geschäftsbereich des Unternehmens an, welches von dem Schwerelosigkeitsprodukt, das er entwickelt, begeistert ist.

Mit Hilfe seines Arbeitskollegen Bob (Timothy Spall), der aus dem oberen Universums stammt, gelingt es Adam, ein Wiedersehen mit Eden einzufädeln – doch diese erkennt ihn nicht. Denn nach einem Unfall in der Jugend hat sie ihr Gedächtnis verloren...

Die Wucht der erdachten Welten

Wie in "Upside down" ein völlig neues Universum geschaffen wird, ist beeindruckend. Die beiden Welten sind sich zum Greifen nah, auf der anderen Seite jedoch Lichtjahre voneinander entfernt. Oben herrscht lustvolles Treiben, erscheint das Licht wie von der Sonne geküsst. Unten dagegen ist alles beherrscht von einem kühlen Blau und Trostlosigkeit. Jedes Setting ist visuell überwältigend umgesetzt worden, an jedes Detail wurde gedacht.

Wenn Adam zum Himmel blickt, sieht er nicht die Wolken, sondern das Treiben auf dem Zwillingsplaneten. Treffen er und sein Arbeitskollege Bob sich im Pausenraum, sitzen sie jeweils kopfüber in ihren Sesseln und unterhalten sich. Werden Adam im Büro Utensilien aus der anderen Welt für seine Forschung überlassen, muss er nicht nur deren Schwerkraft beachten, sondern sie auch beständig kühlen. Und auch als Adam bei seiner Suche nach Eden im Oben einmal am Pissoir steht, kann er zwar mit seinem Äußeren über seine Herkunft hinwegtäuschen, aber nicht mit seinem Inneren ...

Apropos hinwegtäuschen: Das können die sagenhaft-schönen Bilder leider nicht über die etwas maue Story. Von einer so visuell-starken Umsetzung erwartet man als Zuschauer dann doch etwas mehr als eine zwar sehr nette, aber doch etwas zu beliebige Romeo-und-Julia-Erzählung. Der Film suggeriert, dass die Liebe zwischen Adam und Eden den Lauf der Welten verändern wird – doch dafür fehlt die dramatische Wucht, die großen Gefühle, die treibende Hochspannung. So sehr es Juan Solanas als Regisseur gelingt, gelungene Bilder einzufangen, so sehr misslingt es ihm als Drehbuchautor, eine aufwühlende Geschichte zu erzählen. Das ist wirklich mehr als schade, kann er doch nicht nur mit einer tollen Idee und einer atemberaubenden Optik aufwarten, sondern auch mit einer guten Darstellerriege.

Jim Sturgess ("21", "Cloud Atlas") und Kirsten Dunst ("Spider-Man", "Melancholia") geben sich alle Mühe, ihren Charakteren Leben und Leidenschaft einzuhauchen und auch Altstar Timothy Spall ("Harry Potter") gewinnt seiner Nebenfigur einige Konturen ab. Doch leider verblassen sie alle ein wenig unter der Wucht der erdachten Welten. Ihre Handlungen wirken oft zu unmotiviert und werden nur schemenhaft erklärt, dabei geht es ihnen ja nicht nur um die Liebe des Lebens, sondern auch um ein neues Zusammenfügen des Universums.

So bleibt "Upside down" ein ambitioniertes Science-Fiction-Märchen, welches mit fantasievollen Bilder verzaubert, aber letztendlich ein wenig am eigenen Anspruch scheitert. Mit einer etwas ausgeklügelteren Story, ein wenig geschliffeneren Dialogen und tiefgründigeren Figuren hätte die Romanze das Zeug zum Kultfilm gehabt. Als Zuschauer fühlt man sich zwar gut unterhalten, doch wünscht man sich nicht nur eine innovative Optik, sondern auch eine kreativere Geschichte.

Upside Down

SciFi/Romantik, F/CAN 2012

Regie: Juan Solanas

Darsteller u.a.: Kirsten Dunst, Jim Sturgess, Timothy Spall

Verleih: Concorde Home Entertainment

VÖ: 16. Januar 2014

Artikel-Bewertung:

2.66 von 5 Sternen bei 94 Bewertungen.