UNICUM spielt: Batman: Arkham Origins
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM spielt Batman: Arkham Origins

-ARCHIV-

Die etwas andere Weihnachtsgeschichte

Schöne Bescherung!

Gut ein Jahr geht Bruce Wayne, Multimillionär, Playboy und Inhaber von Wayne Enterprises, seinem exzentrischen 'Hobby' bereits nach und reinigt des Nachts die Straßen Gotham Citys von allerlei Kriminellen, Psychopathen und düsteren Gestalten. Damit ist er offensichtlich so erfolgreich, dass er den größten Gangsterbossen der Stadt gehörig auf den Wecker fällt. Am Heiligabend ist es dann soweit: Black Mask, ein aufstrebender Gangsterboss, der sich als neuer Kopf von Gothams Unterwelt etabliert, ruft alle Schurken der Stadt auf, ihm innerhalb dieser Nacht das Haupt der Fledermaus auf einem Silbertablett zu servieren.

Als Belohnung winken dem erfolgreichen Jäger nicht weniger als 50.000.000 Dollar. Kein Wunder also, dass dieses Angebot Gothams Unterwelt in Aufruhr versetzt und die schwersten Jungs der Stadt auf den Plan ruft. Als wäre das nicht schon genug, beteiligt sich auch das Gotham Police Department an der Jagd auf den Dunklen Ritter, schließlich steht ein Großteil der von Korruption durchtränkten Gesetzeshüter ebenfalls auf der Gehaltsliste von Black Mask.

Und wie lockt man die rechtschaffene Fledermaus am effektivsten aus seiner Höhle? Indem man allerlei Unruhe stiftet, Zivilsten in Gefahr bringt und Chaos in der Stadt verbreitet. Für Bruce Wayne bedeutet das, den Festtagsschmaus erst mal hinten anzustellen, in sein Bat-Kostüm zu schlüpfen, den kriminellen Machenschaften Einhalt zu gebieten und den Urheber dieses Tumults, Black Mask, dingfest zu machen. Was Batman allerdings nicht ahnt, ist, dass ihn noch in dieser Nacht ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk erwartet.

Gotham City: Auf Entdeckungstour in einer Geisterstadt

Wie im Vorgänger Batman: Arkham City haben die Entwickler auch bei Arkham Origins auf eine Open-World gesetzt – ein zweifelhaftes Vergnügen. Zugegeben, das düstere Gotham City bedeckt von einer samtigen Schneeschicht und behangen mit allerlei blinkendem Weihnachtsschmuck macht optisch schon einiges her. Allerdings wird nur allzu schnell deutlich, dass es sich hierbei um eine zwar äußerst hübsche aber überwiegend unbespielte Kulisse handelt. Die Straßen sind größtenteils entvölkert, was im Spiel damit gerechtfertigt wird, dass die Bürger Gothams aufgrund des anhaltenden Schneesturms aufgefordert sind, im Haus zu bleiben.

Die einzigen, die sich unter diesen Umständen wohl auf die Straße trauen, sind die herumlungernden Schlägertrupps diverser Gegenspieler Batmans sowie die Cops, die uns aber nicht weniger feindlich gesonnen sind. Heruntergebrochen bedeutet das für uns: Jeder, der uns in Gotham am Heiligabend über den Weg läuft, bekommt ungefragt eins aufs Fressbrett – und hat es wahrscheinlich auch verdient. Somit treten beim Durchstreifen der extrem großen Stadtkarte – wie schon im Vorgänger – nach kurzer Zeit Ermüdungserscheinungen auf. Zumindest lässt sich im Verlauf des Spiels durch das Hacken von über die Stadt verteilten Funktürmen ein weitmaschiges Netzwerk von Schnellreise-Stationen freischalten, sodass wir nicht durchgängig gezwungen sind, uns minutenlang quer durch Gotham City zu schwingen.

Im Rahmen der Storymissionen, die uns immer wieder ins Innere verschiedener Gebäudekomplexe Gothams führen, kann Batman: Arkham Origins dagegen jene Stärken entfalten, für die der erste Teil bereits 2009 den Grundstein gelegt hat und die bis heute in beinahe unveränderter Form für uneingeschränkten Spielspaß sorgen.

Schleichen, Prügeln, Krimskrams regeln

Was die Spielmechanik angeht, hat sich im Vergleich zu den ersten beiden Arkham-Titeln kaum etwas verändert. Immer noch bewegen wir uns schwingend, gleitend, kletternd oder kriechend durchs Environment, folgen den Storymissionen oder gehen den unzähligen Nebenaufgaben nach, bei welchen es sich leider viel zu häufig um nervtötende Such- und Sammel-Aufträge handelt. Ein erfrischend neues Element hingegen hat WB Games mit den sogenannten 'Fallakten' in das bestehende System implementiert: Hierbei machen wir uns daran, ungeklärte Mordfälle zu lösen, indem wir kleinste Spuren am Tatort scannen, um das Verbrechen mithilfe unserer Bat-Technologie zu rekonstruieren.

Dabei spuckt unser Bat-Computer eine hübsche Simulation aus, die wir im Detektiv Modus vor- und zurückspulen sowie aus allen Blickwinkeln betrachten können. Auf diese Weise sammeln wir verschiedene Indizien, bis sich alle Teile des Puzzles zu einem schlüssigen Bild zusammenfügen. Dieses innovative Feature hätte durchaus noch stärker in das Spielgeschehen eingebunden werden können.

Am soliden Kampfsystem wurde (glücklicherweise) nicht gerüttelt: Wieder können wir uns aussuchen, ob wir uns lautlos von Wasserspeier zu Wasserspeier schwingen und unsere Gegner still und heimlich ausschalten oder ob wir uns direkt ins Getümmel stürzen, um unsere Kontrahenten mit Fausthieb und Dropkick auseinander zu nehmen.  Verschiedene Gegnertypen – z.B. mit Messern, Stromstöcken oder Metallschilden ausgestattet – fordern jeweils andere Kampfmanöver und sorgen so für taktischen Tiefgang und Abwechslung. Für jeden bestandenen Kampf erhalten wir im Anschluss wie gehabt eine Bewertung sowie Erfahrungspunkte, welche wir in neue Fähigkeiten und Bat-Spielzeuge investieren dürfen.

Die Arkham-Reihe wird erwachsen

Einen deutlichen Schritt nach vorne macht Batman: Arkham Origins bei der Inszenierung. Haben sich die beiden ersten Teile noch stärker an den Comics ausgerichtet, bemüht sich das Prequel offensichtlich ein realistischeres und auch härteres Bild zu zeichnen, dass sich zusehends an Christopher Nolans Film-Trilogie orientiert. Und das gilt sowohl für das allgemeine Design als auch für die Figurenzeichnungen. Zwar bleibt der Dunkle Ritter auch in Batman: Arkham Origins ein tadelloser Verfechter des Guten, seine Vorgehensweise ist allerdings weitaus weniger zimperlich als noch in den Vorgängern. Hin und wieder scheint es sogar, als könne der Titelheld nur knapp verhindern, dass Zorn und Gewalt sein Handeln bestimmen.

Auch durch die filmreif in Szene gesetzten Zwischensequenzen, welche uns durch die Story führen, kann sich Batman: Arkham Origins von seinen Vorgängern abheben. So lässt uns bereits das Intro mit einer ordentlichen Gänsehaut ins Spiel starten – ein besserer Auftakt ist kaum möglich. Dass die Vertonung ausschließlich von bekannten und hervorragenden Sprechern vorgenommen wurde, trägt natürlich zu diesem Effekt bei.

Fazit

Das Rad neu erfunden hat WB Games mit Batman: Arkham Origins sicherlich nicht. Allerdings haben sich die neuen Entwickler an der Wucht der Vorgänger auch nicht verhoben. Batman: Arkham Origins macht alles richtig, was seine Vorgänger ebenfalls richtig gemacht haben und setzt dabei sogar ein paar gute, neue Akzente. Gleichzeit übernimmt es aber auch das ein oder andere Laster wie die leergefegte Open-World sowie die teils anspruchslosen Nebenaufgaben, die sich schnell nach untergeschobener Beschäftigungstherapie anfühlen. Dabei hat Batman: Arkham Origins solch unnötiges Füllmaterial gar nicht nötig: Die Story ist mitreißend und abwechslungsreich, die Charaktere hervorragend geschrieben, der Soundtrack gewohnt fantastisch und das Setting erfrischend düster und teils beklemmend.

Wer bereits die ersten Teile mochte, wird auch an Batman: Arkham Origins garantiert seine Freude haben. Alle anderen sollten der Fledermaus ebenfalls eine Chance geben; und das möglichst zeitnah – schließlich ist die Auswahl an hochkarätigen Action-Games, die im weihnachtlichen Gewand daher kommen, relativ  begrenzt.  

Batman: Arkham Origins

WB Games

Erhältlich für Xbox360, PlayStation3, Nintendo Wii U, PC

USK ab 16

Mehr Infos unter www.batmanarkhamorigins.com

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2.97 von 5 Sternen bei 95 Bewertungen.