Foto: Presse "Marvel Avengers: Kampf um die Erde"
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM spielt: Marvel Avengers

-ARCHIV-

Ein wahrer K(r)ampf

Kaum Abwechslung

Das simple Kampfspiel kann zu keinem Zeitpunkt mit anderen Vertretern des Genres mithalten. Dafür ist es zu einfach gestrickt und lieblos zusammengeschustert. Optisch präsentiert sich Kampf um die Erde durchaus akzeptabel, aber das Gameplay verdirbt jeglichen positiven Eindruck. Schließlich lassen sich die Charaktere nicht direkt steuern.

Stattdessen erteilt man ihnen einfache Kampfbefehle, indem man eins von fünf Icons auf dem Gamepad antippt und anschließend die jeweils dazu gehörende Form nachzeichnet, die auf dem Bildschirm zu sehen ist. Hat man das geschafft, startet der Charakter seinen Angriff. Dabei führen die Charaktere entweder einen von zwei Grundangriffen wie Schießen oder Treten aus oder sogenannte Brecher- und Ultra-Angriffe. Die Animationen dazu sind schön anzusehen, auf Dauer aber zu monoton.

Viel Abwechslung bietet Kampf um die Erde also nicht. Schließlich muss man zwar immer wieder zwischen den Angriffen wechseln, weil sie sich nach dem Einsatz erst wieder aufladen müssen. Die Kämpfe verlaufen stets gleich. Dabei stehen einem pro Kampf sogar immer zwei Charaktere im Team zur Verfügung, doch das bedeutet keinesfalls große Abwechslung. Die einfache Steuerung erleichtert es Jüngeren und Einsteigern natürlich, schnell ins Spiel hineinzufinden. Doch jeder erfahrene Gamer wird mit dem Kampfsystem permanent unterfordert sein.

Mit zwei Spielern wird es für denjenigen, der statt des Wii U Gamepads die Wii Fernbedienung nutzen muss, schon schwieriger. Denn die Fernbedienung lässt sich nicht so schnell und akkurat nutzen, wie die direkte Steuerung per Touchscreen. Gerade im Kampf Spieler gegen Spieler dürfte der Gamepad-Nutzer daher stets im Vorteil sein, zumal einmal aktivierte Moves nicht unterbrochen und kaum geblockt werden können.

Die Story-Kampagne überzeugt nicht

Die Story-Kampagne ist wenig originell: Die Skrulls marschieren auf der Erde ein und die Avengers müssen sich ihnen entgegenstellen. Die Kampagne ist künstlich in die Länge gezogen und scheint schier endlos. Die eigenen Helden treffen nicht nur auf normale Skrulls, sondern auch auf böse Spiegelbilder ihrer Selbst. An unterschiedlichen Gegnern mangelt es somit eigentlich nicht, aber die bösen Kopien der eigenen Helden bringen keine Abwechslung in die Kämpfe.

Zumal man sowieso nur zwischen 20 Figuren auswählen kann, die willkürlich ausgesucht wurden. Neben den bekannten Avengers stehen weitere Marvel-Helden zur Auswahl, die aber teilweise, wie zum Beispiel Iceman und Phoenix, eigentlich nichts mit dem Avengers-Universum zu tun haben. Genauso wenig Mühe wurde in die Gestaltung der Kampfarenen gesteckt, von denen es im ganzen Spiel nur fünf zur Auswahl gibt. Der Umfang ist somit in jeglicher Sicht unzureichend.

Zusätzlich zu Kampagne und Arcade-Modus bietet das Spiel Herausforderungen, bei denen man zum Beispiel bestimmte Attacken und Angriffsfolgen ausführen oder Gegner unter bestimmten Bedingungen besiegen muss. Wer mehr vom Spiel haben möchte, muss sich beim Uplay-System von Ubisoft registrieren und mit der Wii U verbinden. Erst dann stehen zahlreiche weitere Herausforderungen zur Verfügung. Dafür wird eine Online-Anbindung benötigt, doch online mit oder gegen andere zu spielen, ist hingegen nicht möglich. Der Mehrspielermodus ist auf ein rein lokales Spielerlebnis beschränkt.

Fazit

Marvel Avengers: Kampf um die Erde erweist dem guten Ruf der Superheldenriege keinen Gefallen. In Anbetracht des stupiden Gameplays und der lieblosen Aufmachung würde es besser als Web-basiertes Werbespiel für zwischendurch taugen, wie man sie zuhauf von Internetauftritten von Cartoon Network oder Nickelodeon kennt. Den Vollpreis ist dieses Spiel nicht wert.

Marvel Avengers: Kampf um die Erde

Getestet für: Wii U

Auch erhältlich für: Xbox 360 Kinect

Kostet: ca. 30 Euro

USK: ab 12 Jahren

Mehr Infos: www.ubisoft.de

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