Foto: Screenshot "Nintendo Land"
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM spielt: Nintendo Land

-ARCHIV-

Mehr als eine Tech-Demo?

Begeisterung nur für kurze Zeit

Nintendo entführt die Spieler in ihre beliebtesten Markenwelten – von Metroid über Pikmin bis Zelda sind die bekanntesten im Nintendo Land vertreten. Doch original Charakteren begegnet man leider nie direkt und kann auch nicht in ihre Rollen schlüpfen. Vielmehr steht der eigene Mii im Vordergrund und steckt je nach Spiel in original Kostümen von zum Beispiel Mario, Link oder Samus Aran.

Die sechs Einzelspieler-Varianten begeistern für kurze Zeit, doch meist steckt nicht viel mehr als bereits bekannter Casual Spaß dahinter. Besonders gelungen ist zum einen jedoch „Yoshi’s Fruit Cart“, bei dem der Spieler einen Yoshi über ein Feld voller Fallen führen muss, wobei Yoshi Früchte fressen und schließlich zum Ziel finden muss. Dafür zeichnet der Spieler auf dem Gamepad Yoshis Route ein, ohne jedoch zu sehen, wo Fallen und Früchte platziert sind. Diese Informationen kann er nämlich nur dem TV-Bild entnehmen und den Weg abschätzen.

Originell ist auch „Donkey Kong’s Crash Course“, das viel Geschick erfordert. Denn dort steuert man den eigenen Mii auf einem rollbaren Drahtgestell über Schienen, indem man das Gamepad neigt, in Kombination Tasten drückt oder ins Mikrofon pustet und damit das Drahtgefährt voranbringt. Dabei gilt es, einige knifflige Hindernisse zu überwinden und die richtige Geschwindigkeit abzuschätzen, sonst sind die drei Leben schnell verbraucht. Stets gilt: Je weiter man in den Spielen kommt und je mehr Punkte man dabei sammelt, umso höher steigt man im Highscore-Ranking auf.

Drei von sechs Spielen sind simple Fangspiele

Das ist allerdings auch die einzige Form von Wettbewerb, die man mit den vielen anderen Nintendo Land Spielern austrägt. Denn online mit anderen zu spielen ist bei dieser Minispielsammlung nicht möglich, obwohl der bunte Jahrmarkt genau dies vorgaukelt. Denn dort laufen viele andere Miis umher, sind ihre persönlichen Nachrichten sichtbar. Doch richtig interagieren kann man mit den anderen Miis trotz allem nicht. Das ist vor allem hinsichtlich des Spielspaßes bei den Mehrspieler-Games schade, denn die machen eigentlich erst so richtig Laune, wenn man zu viert oder fünft ist.

Doch auch wenn die Mehrspieler-Games auf den ersten Blick vielfältig wirken, entpuppt sich das auf den zweiten Blick als Mogelpackung. Denn bei drei der sechs Spielen handelt es sich um simple Fangspiele – und die sind mal mehr, mal weniger gelungen umgesetzt worden. Die Fangspiele funktionieren jeweils so, dass ein Spieler mit dem Gamepad gegen bis zu vier andere mit Wii Fernbedienungen spielt. Bei „Mario Chase“ zum Beispiel muss sich der Gamepad-Spieler in einem Labyrinth vor den anderen Mitspielern verstecken bzw. davonlaufen. Dabei sieht er seine Figur auf der linken Hälfte des Touchscreens von oben, auf der rechten Seite zeigt eine Minimap, wo die Fänger gerade sind. Währenddessen schauen die Fänger auf den TV-Bildschirm, sehen, wie groß der Abstand zum Gejagten ist und müssen sich absprechen, um ihn zu erwischen.

Auch die zwei anderen Fangspiele – „Animal Crossing Sweet Day“ und „Luigi’s Ghost Mansion“ – funktionieren ähnlich und erfordern vor allem von den Teamspielern jede Menge Absprache. Auf Dauer erweist sich vor allem „Mario Chase“ als gelungener Partyspaß. Die anderen drei Mehrspieler-Games wie „The Legend of Zelda: Battle Quest“, die für ein bis fünf Spieler konzipiert sind, taugen hingegen weniger für zwischendurch. Denn dabei handelt es sich um anspruchsvollere Koop-Games, die etwas Eingewöhnung benötigen und recht schwer zu knacken sind.

Allen Minispielen gemein ist, dass man dort Münzen erspielen kann. Diese setzt man bei einer Art Pachinko ein, wobei man Deko für das Nintendo Land gewinnen kann. Diese Deko-Objekte erfüllen keinen Zweck und lohnen sich weniger als das simple Pachinko-Spielchen für zwischendurch. Dauerhafte Motivation sieht irgendwie anders aus, vor allem wenn man Nintendo Land mit dem ersten Spiel zur Wii vergleicht. Wii Sports begeistert noch heute zahlreiche User und hat nichts von seinem Spielspaß eingebüßt.

Fazit

Wer bei Nintendo Land nicht gerade wie verrückt auf Platz 1 der Highscore-Liste schielt, wird das Spiel bald ins Regal packen und verstauben lassen. Letztlich steckt nicht mehr als eine Tech-Demo dahinter, die zwar die vielfältigen Möglichkeiten der Wii U zeigt. Aber diese recht anspruchslose Minispiel-Sammlung bietet zu wenig und hätte wenigstens allen Wii Us zum Start gratis beiliegen müssen.

Nintendo Land

Getestet für: Wii U

Kostet: ca. 50 Euro/im schwarzen Wii U Premium Bundle inklusive

USK: ab 6 Jahren

Mehr Infos: www.nintendo.de

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