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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM spielt: Resident Evil: Revelations

-ARCHIV-

Terror in 3D

Resident Evil: Revelations spielt zeitlich zwischen den Teilen 4 und 5 der Serie. Jill Valentine und Chris Redfield sind einer Terroristenorganisation namens Veltro auf der Spur. Dabei kämpfen sich die zwei BSAA-Soldaten voneinander getrennt und jeweils mit neuem Partner voran. Hauptschauplatz ist ein führerloses Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer, auf dem es von blutrünstigen Monstern wimmelt.

Zombies oder von Parasiten befallene Lebewesen werden erfahrene Resident Evil-Fans vergebens suchen, denn Jill und Chris treffen fast ausschließlich auf Schleimmonster, Hunter und mutierte Wölfe. Diese variieren zwar äußerlich, aber auf Dauer enttäuschen die immer gleichen Gegnerarten. Einzig eine Handvoll Endbosse sorgen für die nötige Abwechslung. Zusätzlich entschädigen die vielfältigen Schauplätze des Spiels und beeindrucken durch eine gelungene Grafik, die einiges aus dem Nintendo 3DS herausholt. Der stereoskopische 3D-Effekt ist zufrieden stellend und sorgt für zusätzliche, räumliche Tiefe. Im Zusammenspiel mit der Akustik wird so, insbesondere in den Schiffsleveln, eine beklemmende Stimmung geschaffen.

Der Atmosphäre wenig förderlich ist hingegen die deutsche Synchronisation. Zwar ist es gut gemeint von Capcom, zum ersten Mal ein Resident Evil mit deutscher Sprachausgabe auszustatten, doch die wenigsten Spieler werden sich diesem Leihenhörspiel lange aussetzen - spätestens nach einem Kapitel wird zur gewohnten, englischen Fassung umgestellt.

Spielerisch knüpft Resident Evil: Revelations an die letzten beiden Hauptteile der Serie an. In der typischen Third-Person-Perspektive kann man nun erstmals auch in Bewegung schießen, was gerade in Verbindung mit dem unterstützten Circle Pad Pro eine sinnvolle Neuerung darstellt. Doch selbst mit der neuen Zusatzhardware von Nintendo wirkt die Steuerung für ein Handheldspiel viel zu überladen. Insbesondere an die Inventarverwaltung gewöhnt man sich nur schwer.

Kein Koop-Modus

Der Rätselanteil des Spiels fällt diesmal dürftiger als jemals zuvor aus. Stattdessen soll das Abscannen der Umgebung nach nützlichen Gegenständen für Abwechslung sorgen. Es entwickelt sich aber eher zu einer nervigen Arbeit und schindet lediglich Spielzeit. So beschäftigt man sich mit der Kampagne insgesamt etwa 10 Stunden, was für den Einzelspielermodus absolut in Ordnung ist.

Einen Koop-Storymodus sucht man leider vergebens, auch wenn das völlig unverständlich erscheint, da man in der Kampagne ohnehin durchgehend mit zwei Charakteren unterwegs ist. Stattdessen verfügt das Spiel über einen kurzweiligen, wenn auch recht eintönigen Mehrspielermodus: Im Raubzugmodus ballert man sich zu zweit durch die Schauplätze der Kampagne, um den eigenen Spielcharakter zu leveln, neue Waffen zu finden und Missionen zu erfüllen. Absprechen kann man sich dabei natürlich nicht, denn ein Voice-Chat zwischen den Spielern ist beim 3DS nicht vorhanden. Das verringert den Sinn und Spaß des Online-Koop-Modus’ zusätzlich. Trifft man hingegen online oder über Streetpass andere Spieler, können neue, zusätzliche Aufgaben freigeschaltet werden.

Der ständige Wechsel zwischen positiven und negativen Eindrücken verdammt Resident Evil: Revelations zu einem durchschnittlichen Actionspiel mit schwacher Story, langweiligen Gegnern und einer überladenen Steuerung. Da können die eindrucksvolle Optik und stimmungsvolle Atmosphäre nicht viel gegenhalten. Inhaltlich hätte man sicher noch viel retten können, wenn das Spiel wenigstens über eine Koop-Kampagne verfügen würde, doch hier zog Capcom einen stupiden Ballermodus vor. So stellt das Nintendo 3DS-Spiel nur einen mauen Auftakt zum diesjährigen Resident Evil-Marathon dar. Der eigentliche Zweck eines Handheldspiels wurde ohnehin verfehlt. Denn ohne manuelles Speichern ist es für schnellen Spaß unterwegs nicht geeignet. Capcom wäre besser beraten gewesen, für den Titel die Wii oder die kommende Wii U als Plattform zu wählen.

 

 

Resident Evil: Revelations

Publisher: Capcom

Getestet für: Nintendo 3DS

USK: ab 16 Jahren

Preis: ca. 40 Euro

 

Artikel-Bewertung:

2.92 von 5 Sternen bei 140 Bewertungen.