Rocksmith / Ubisoft
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM spielt: Rocksmith

-ARCHIV-

Vorurteile sind vorprogrammiert

„Nicht schon wieder so ein Kinder-Gitarrenspiel…“ -  Diejenigen, die genauso gedacht haben, können beruhigt sein. Bei Rocksmith gibt es keine Kindergitarre ohne Saiten und es gibt auch keine Knöpfe am Gitarrenhals, die gedrückt werden müssen, wie es bei Guitar Hero der Fall ist. Jeder Spieler muss bei Rocksmith eine richtige Gitarre mit Saiten, Wirbeln und Schallloch in die Hand nehmen und spielen. Ob Opas alte Klampfe oder das eigene nagelneue Schmuckstück – jede Gitarre funktioniert mit dem Spiel. Ein kleines Manko könnte sein, dass die vorhandene Gitarre keine Klinkenbuchse hat, um eine Verbindung zur Spielekonsole herzustellen. Diese ist aber schon für ein paar Euro zu haben. Damit die Verbindung zwischen Gitarre und Konsole auch funktioniert wird zum Spiel direkt ein Kabel mitgeliefert. Bei diesem Spiel kommen sowohl Xbox-als auch PS3- und PC-Besitzer auf seine Kosten – Das Spiel gibt es nämlich für alle Varianten zu kaufen.

Das i-Tüpfelchen des Spiels ist, dass nicht nur Gitarre, sondern auch Bass gelernt werden kann. Das Spiel unterteilt sich in ein Gitarren- und Bassbereich, dass zu Beginn gewählt wird, damit der Spieler direkt mit dem richtigen Instrument loslegen kann. Das weitere Menü ist in beiden Bereichen sehr ähnlich.

Gitarre lernen ohne Lehrer – geht das?

Jein! Anfänger werden bei dem Spiel gut bedacht. Das fängt schon mit dem Material an, das mitgeschickt wird. Es sind Zahlenaufkleber beigefügt, die auf den Gitarrenhals geklebt werden können, um sich bei den Inlays zurechtzufinden.

Die Einführung in das Spiel an sich ist ausführlich und langsam, sodass sich der Spieler zunächst gut zurechtfindet. Auch bei der Darstellung wird den Gitarrenanfängern geholfen. Die Saiten sind realitätsgetreu, da die drei oberen Saiten (E, A und D) geriffelt und die unteren drei Saiten (G, H und E) glatt dargestellt werden. So kann der Spieler sich auch ohne Hinzuschauen schon orientieren. Außerdem hat jede Saite auf dem Bildschirm eine andere Farbe, die sich für Anfänger leichter merken lassen, als die eigentlichen Buchstabenbezeichnungen.

Das Spielen findet dann in verschiedenen Art und Weisen statt. Anfänger haben die Möglichkeit erst einmal einzelne Techniken des Gitarrespielens zu erlernen. Diese führen von „Slides“ über „Palm Mutes“ bis hin zu „Sustains“. Ein Vorteil daran ist, dass zunächst einmal grundlegende Dinge gelernt, bevor richtige Songs gespielt werden. Außerdem werden dadurch die Darstellungsweisen von den einzelnen Techniken innerhalb des Spiels klar, damit der Spieler in den Songs auch weiß, was das Spiel innerhalb des Songs überhaupt hören will. Allerdings ist die Zeitspanne nur sehr kurz, in der die Techniken gespielt werden können. Nach einer kurzen Einführung wird losgelegt, aber ca. eine Minute später ist schon wieder alles vorbei und die ausgewählte Technik muss neu geladen werden. Für Anfänger wäre es vorteilhaft so lange spielen zu können, wie sie wollen, um ein Gespür für den Fingergriff zu bekommen und ihn richtig zu lernen.

Sind die grundlegenden Dinge einigermaßen erlernt, kann das Können dann in rund 50 Songs und einigen Spielen erprobt werden. Hier erkennt das Spiel dann auch direkt, wie gut der Spieler wirklich ist und steigert oder senkt automatisch den Schwierigkeitsgrad, um das Spielen angenehmer zu gestalten, denn schließlich soll so ein Spiel ja auch Spaß machen.

Nicht alles läuft rund

Auch wenn das Spiel gut konzipiert ist, gibt es dennoch ein paar Punkte, die schlichtweg nerven. Nach jeder Aktion wird geprüft, ob die Gitarre gestimmt ist. Jedes Mal der gleiche Prozess: zuerst die Saite E, dann A, danach die Saite D und zum Schluss noch die Saiten G, H und E anschlagen und das Spiel entscheiden lassen, ob die Gitarre gestimmt ist oder nicht.

Außerdem gibt es ständige Ladevorgänge. Immer wieder wird irgendetwas gespeichert.

Dennoch ist Rocksmith ein gutes Spiel mit dem einem Anfänger das Gitarrespielen näher gebracht werden kann und Profis ihren Spaß haben. Allerdings ersetzt Rocksmith keinen Gitarrenlehrer. Es werden zwar viele Techniken und grundlegende Dinge gezeigt, aber einige Dinge, wie zum Beispiel das Notenlernen werden komplett außer Acht gelassen.

 

Rocksmith

Ubisoft

USK-Einstufung: 6 Jahre

Video- oder Computerspiel

Release-Datum: 27. September 2012

rocksmith.ubi.com

Artikel-Bewertung:

2.79 von 5 Sternen bei 80 Bewertungen.