Spider-Man: Edge of Time
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM spielt: Spider-Man – Edge of Time

-ARCHIV-

Es gibt drei Superhelden, die wahrscheinlich sogar eure Oma kennt: Batman, Superman und Spider-Man. Während es um den Mann aus Stahl ruhig geworden ist, beigeistert der Dunkle Ritter gleich in mehreren Medien. Die letzten beiden Batman-Filme (Batman Begins und The Dark Knight) waren großes Kino; und auch die jüngsten Videospiele um den weltbesten Detektiv (Batman: Arkham Asylum und Batman: Arkham City) konnten Fachpresse und Fans gleichermaßen begeistern. Bei Spider-Man sieht es anders aus. 

Nach zwei sehenswerten Verfilmungen war Spider-Man 3 nicht der erhoffte Kinohit – obwohl der Film rekordverdächtige 890 Millionen US-Dollar weltweit eingespielt hat. Der unausgereifte Plot und das gnadenlose Verheizen von Fan-Liebling Venom hinterließen ein deutliches Geschmäckle. Das führte letztlich dazu, dass die Serie 2012 mit The Amazing Spider-Man einen kompletten Reboot erfährt. 

Ähnlich erging es auch den Videospielen. Mit Ausnahme des Spiels-zum-Film Spider-Man 2 aus dem Jahr 2004 bestachen die Game-Abenteuer des Netzschwingers durch Mittelmäßigkeit. Grund genug für Rechteinhaber Activision, ein neues Entwicklerstudio mit der Umsetzung eines würdigen Spider-Man-Spiels zu beauftragen. Das kanadische Studio Beenox bekam den Auftrag und lieferte 2010 mit Spider-Man: Shattered Dimensions eines der besten Spiele der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft ab.

Zwiespältig wie die Helden des Spiels

Ihr neuestes Werk Spider-Man: Edge of Time hinterlässt leider einen zwiespältigen Eindruck. Das sich wiederholende Gameplay, langweilige Kämpfe und ein paar kleine technische Unzulänglichkeiten bremsen die tolle Geschichte und die herausragende Synchro aus. Und doch fesselt der Titel bis zum Ende der knapp acht Stunden langen Story. Das ist zum großen Teil ein Verdienst von Peter David, dem Autoren der Story von Enge of Time. Der preisgekrönte Comicbuch- und Roman-Autor schickt gleich zwei Varianten des Titelhelden in die Schlacht: Peter Parker/Spider-Man und Miguel O’Hara/Spider-Man 2099. 

Das Spiel beginnt mit einem Kampf zwischen Peter Parker/Spider-Man und Anti-Venom, der für den Netzschwinger tödlich endet. Zeitgleich in der Zukunft erfährt Miguel O’Hara/Spider-Man 2099, dass der Alchemax Wissenschaftler Walker Sloan in der Zeit zurückreisen möchte, um die Firma in der Gegenwart zu gründen – was zu Peter Parkers Tod zu Beginn des Spiels führt und eine Dystopie von New York City in beiden Zeitebenen schafft. Kurz bevor Anti-Venom Peter töten kann, reist Miguel in der Zeit zurück und rettet ihn. Die beiden machen fortan gemeinsam in der Gegenwart und im Jahr 2099 Jagd auf Sloan, um das Paralleluniversum ungeschehen zu machen.

Die Handlung springt konstant zwischen den beiden Protagonisten hin und her, wobei die beiden Netzschwinger telepathisch miteinander verbunden sind. Ihre gegenseitigen Handlungen beeinflussen die Zeit des anderen unmittelbar, was in witzigen Dialogen und Einblendungen in der unteren rechten Ecke verdeutlicht wird. Hierin liegt die größte Stärke des Titels. Beispielsweise muss Peter Parker in der Gegenwart den Prototypen eines Kampfroboters zerstören, damit die ausgereifte Version Miguel O’Hara in der Zukunft nicht zerquetschen kann. 

Leider beraubt sich Spider-Man: Edge of Time durch sein Setting einer der größten Stärke des Titelhelden: dem Netzschwingen. Die Handlung findet komplett im beengten Alchemax-Hochhaus 2011 und 2099 statt, was wenig Raum für die ikonischen Netzschwünge des Spinnenmanns lässt. Darüber hinaus enttäuscht auch das Kampfsystem des Spiels. In den zahlreichen Scharmützeln des Titels reicht unüberlegtes Button-Mashing, um zum Erfolg zu kommen. Es gibt zwar die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erwerben. Die wirken sich aber kaum auf das Gameplay aus. Zudem unterscheiden sich die beiden Spider-Männer im Kampf nicht genug voneinander: Peter Parker kann sich auf Knopfdruck für kurze Zeit in den sogenannten „Hyper-Sense-Modus“ versetzen, wodurch er rasend schnell wird; Miguel O’Hara hingegen kann ein Hologramm von sich erstellen, dass Gegner ablenkt. In der Praxis bewirken beide Fähigkeiten, dass der jeweilige Held kurzzeitig so gut wie unverwundbar ist. 

Fazit

Spider-Man: Edge of Time ist beileibe kein schlechtes Spiel. Die tolle Handlung und die herausragende Synchro zeigen, dass Videospiele heutzutage eine ernstzunehmende Erzählform sind. Leider enttäuscht das Gameplay mit unzähligen Wiederholungen der Sorte: Betrete einen Raum, verkloppe alle Gegner, finde den Schlüssel, betrete einen Raum … Ein ausgereifteres Kampfsystem und die Möglichkeit adäquat durch die Gegend zu schwingen, würden den Titel deutlich bereichern. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Beenox entwickelt auch das Spiel zum neuen Spider-Man Film The Amazing Spider-Man, der wieder im klassischen New York City spielt. Edge of Time gibt Anlass genug, sich auf das Spiel zu freuen.

Wollt auch ihr mit Spider-Man auf Zeitreise gehen? Wir verlosen unter allen Einsendern je ein Exemplar Spider-Man: Edge of Time für die XBOX 360, Playstation 3 und Wii. Schickt uns einfach bis zum 2. November eine Mail mit eurer Adresse (Plattform-Wunsch bitte im Betreff angeben). 

Viel Glück!

 

Spider-Man: Edge of Time

XBOX 360, Playstation 3, Wii, Nintendo DS, Nintendo 3DS

Preis: ca. 60 Euro

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