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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM spielt: Warhammer: Quest

-ARCHIV-

Atmosphärischer Dungeon-Crawler für unterwegs

Von der Tischplatte auf den Touch-Screen

"Warhammer" gilt als Platzhirsch unter den strategischen TableTop-Spielen. Seit Jahren fasziniert das erfolgreiche Franchise, das mittlerweile neben dem Gesellschaftsspiel auch Romane und  Videospiele umfasst, Tausende Fantasy- und Sci-Fi-Fans weltweit. Für die TableTop-Spiele opfern etliche Warhammer-Fans Unmengen an Zeit sowie ihr hart verdientes Geld, um sich aus einem Überangebot kostspieliger Bleifigürchen ihre Armee zusammen zu stellen und diese – mit Würfel und Zollstock bewaffnet – gegen die Heere anderer Spieler ins häufig aufwendig gebastelte Feld zu führen.

Im Mobile-Game Warhammer: Quest  hingegen steuern wir nur einen kleinen Trupp tapferer Recken aus der Top-Down-Perspektive durch die abenteuerliche Fantasywelt des Warhammer-Universums. Dabei setzt sich die vierköpfige Heldengruppe aus einem kriegerischen Zwerg, einer gewieften Elfen-Waldläuferin, einem graubärtigen Zauberer und einem grobschlächtigen Barbaren zusammen. Wie es sich für eine klassische Heldenpartie gehört, verfügt jeder Charakter über einzigartige Fähigkeiten, die sich in den rundenbasierten Gefechten ergiebig kombinieren und ergänzen lassen.

Die Quest: Von Dungeon zu Dungeon

Wer von "Warhammer: Quest"  eine komplexe Story erwartet, wird enttäuscht. Zwar hält jede der neun Städte, die wir im Spielverlauf entdecken, eine oder mehrere Hauptquests für unsere Recken bereit, diese sind aber, was den erzählerischen Tiefgang angeht, recht übersichtlich und stehen kaum oder gar nicht miteinander in Verbindung. Somit wird schnell klar, was das eigentliche Ziel unserer Abenteuer ist: Dungeons erforschen, die darin hausenden Monster erschlagen und dabei jede Menge Gold und Items erbeuten – und das ist auch gut so!

Je mehr Ungeheuern wir dabei das Fell über die Ohren ziehen, umso mehr Erfahrungspunkte ergattern unsere Helden und können so nach typischer Rollenspiel-Manier im Level aufsteigen, ihre Fertigkeiten verbessern und neue Fähigkeiten erlernen. Individualisierungsmöglichkeiten sind hier allerdings nicht möglich, der Stufenaufstieg verläuft vollautomatisch.

Nach dem Abenteuer ist vor dem Abenteuer

Bevor das jedoch geschieht, müssen wir mit unseren Helden in eine der Städte einkehren, wo wir sie auf den Übungsplatz schicken können, um den Stufenaufstieg gegen eine entsprechende Anzahl Goldstücke vorzunehmen. Wenn dann noch ein paar Taler übrig sind, lässt sich auf dem Markt allerlei Nützliches wie Waffen, Rüstungen, Heiltränke und Konsorten erstehen. Natürlich können wir hier auch unseren Plunder verkaufen, den wir aus diversen Dungeons mitgeschleppt haben. Wer seinem Glück ein wenig auf die Sprünge helfen möchte, kann zudem noch den Tempel aufsuchen und einen der Abenteurer eine Spende entrichten lassen und darauf hoffen, dass die Götter sich erkenntlich zeigen.

Haben wir das Angebot der Stadt ausgereizt, geht es zurück in die von Ungeheuern und Reichtümern überquellenden Kerker des Landes. Diese gehen "Warhammer: Quest"  übrigens nie aus: Selbst wenn wir die Hauptquest-Dungeons einer Region bereits bewältigt haben, generiert das Spiel ständig neue Schauplätze, die unsere Truppe durchforsten kann. Als Belohnung winkt dort entweder ein attraktives Item oder das Kopfgeld für ein Boss-Monster, das jenen Kerker bewohnt. Mehr noch als diese 'Aufwandsentschädigungen' benötigen wir aber die Erfahrungspunkte, die wir in diesen Dungeons sammeln, um unsere Helden im Level aufsteigen zu lassen. Schließlich werden die Hauptquest-Dungeons im Verlauf des Spiels immer anspruchsvoller und setzen einen entsprechend höheren Level unserer Heldengruppe voraus.

Recken von heute handeln smart!

Die diversen Spielstunden, die wir mit Warhammer: Quest  verbringen können, gehen umso leichter von der Hand, da das Taschen-RPG eine beeindruckend durchdachte Steuerung via Smart-Device bietet. Mit Daumen und Zeigefinger lässt sich die Top-Down-Ansicht auf die Korridore der Dungeons beliebig drehen sowie heran- und herauszoomen. Wollen wir einen unserer Helden auswählen, tippen wir ihn einfach an: Sofort zeigt uns ein Raster, wie weit unser Recke sich in dieser Spielrunde fortbewegen darf. Treffen wir auf Gegner, manövrieren wir unsere Nahkämpfer an ein angrenzendes Feld, tippen den Feind an und bestätigen durch erneuten Touch den Angriff. Bei Fernangriffen und Zaubern benötigt unser Held lediglich Sichtkontakt mit seinem Ziel.

Für das Anwenden von Spezialfähigkeiten oder Zaubern rollen wir per Fingerwisch ein Fenster aus, wählen die gewünschte Aktion und das Programm zeigt uns, auf welche Gegner oder Charaktere wir die Fähigkeit anwenden können. Genauso funktioniert die Verwendung von im Inventar ausgerüsteten Gegenständen wie Heiltränken oder Zauberrollen. Wollen wir auf unser Inventar zugreifen, bringen wir das bisher horizontal gehaltene Smart-Device einfach in eine senkrechte Position und sofort öffnet sich der Charakterbogen unserer Helden – so simpel wie praktisch.

Die gesamte Steuerung von Warhammer: Quest  beweist nicht bloß ein gutes Gespür der Entwickler für den intuitiven Zugang aller Nutzer von Smartphones bzw. -tablets, sondern setzt darüber hinaus – trotz gebotener Komplexität – auf einfache, möglichst eindimensionale Interfaces.

Kein Abenteuer ohne Goldrausch

Es steht außer Frage: Abenteurer, die furchtlos in finstere Verliese vorstoßen und ihr Leben für Kleinodien und Gold aufs Spiel setzen, haben in der Regel nur eines im Sinn: Reichtum und Ruhm. Leider gilt gleiches auch häufig für jene Unternehmen, welche in der Mobile-Games-Branche tätig sind. Und so kommt auch Warhammer: Quest leider nicht ohne In-App-Käufe aus.

Wer sich sein Equipment nicht mühsam erarbeiten will, kann das ein oder andere Sümmchen Gold gegen reale Währung eintauschen und anschließend die Märkte plündern oder ohne Einschränkungen aufleveln. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, schließlich bietet der Goldkauf nichts, was sich nicht auch ohne Aufpreis erreichen lässt.

Anders sieht es da beim Zusatz-Content aus: Abgesehen vom vollwertigen Add-On The Hidden Threat (4,49 Euro) hält Warhammer: Quest  für Zahlungswillige neben unseren vier Helden noch drei weitere bereit, die wir für 2,69 Euro pro Charakter freischalten können. Generell kein Problem – schließlich kennt man das kostenpflichtige DLC-System auch bei allen übrigen Gaming-Plattformen. Was allerdings ärgert, ist, dass die Dungeons des Basisspiels immer wieder mit mächtigen Items locken, die ausschließlich von den kostenpflichtigen Charakteren genutzt werden können und somit für uns nicht zu verwenden sind. Das gehört sich nicht! Vor allem nicht bei einem Spiel, für das der Nutzer bereits einen – für die Plattform recht hohen – Obolus entrichtet hat.

Fazit

Wer nach einem anspruchsvollen Game für unterwegs Ausschau hält, das etliche Stunden Spielzeit bietet und langzeitlich motiviert, ohne stundenlange Spielsessions einzufordern, der kommt an Warhammer: Quest  einfach nicht vorbei. Für 4,49 Euro bekommen wir ein rundenbasiertes Strategiespiel im Fantasy-Setting mit stimmungsvoller Grafik, tollem Soundtrack und einem zwar sehr basalem aber süchtig machenden Rollenspiel-System. Cooles Feature: Wer sowohl Tablet als auch Smartphone verwendet, kann das Spiel auf beiden Plattformen downloaden; der aktuelle Spielstand wird dann automatisch aktualisiert, sodass sich unterwegs problemlos jenes Spiel fortsetzen lässt, das zuhause auf dem Tablet begonnen wurde – oder umgekehrt.

 

 

Warhammer: Quest

Erhältlich für IOS-Systeme unter itunes.apple.com

Mehr unter: rodeogames.co.uk

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