UNICUM testet: Die neue Xbox One
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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM testet: Die neue Xbox One

-ARCHIV-

UNICUM reiste für euch zur Präsentation der Konsole nach München

Auf nach München oder ein Gamer auf Reisen

Es ist 04:45, als der Wecker klingelt. Mein Tag beginnt mit einer kalten Kopfdusche, schnell noch die Kamera einstecken und dann ab ins Auto. Am  Hauptbahnhof angekommen, schau ich kurz auf die Anzeigentafel: 06:00 Uhr. Zeit für einen Kaffee, dann aber ab in den Zug Richtung Flughafen. Dort verläuft alles planmäßig - um 08:20 Uhr hebe ich ab in Richtung München. Das Flugzeug durchbricht die Wolken und ich genieße den Sonnenaufgang bei strahlend blauem Himmel. Ich bin in perfekter Harmonie, als ich plötzlich wortwörtlich auf den Boden der Realität gebracht werde. Denn in München ist das Wetter grau und kalt. Doch die Vorfreude ist groß und so heißt es: "Nächster Halt: Prinzregentenplatz". Dort angekommen halte ich Ausschau nach überdimensionalen Werbebannern, grünen RollUps und was vielleicht sonst noch aufgefahren werden könnte, um eine neue Konsole zu feiern. Doch von alledem ist nichts zu entdecken. Das Gebäude habe ich gefunden, doch es sieht alles andere als danach aus, dass hier die nächste Konsolengeneration präsentiert wird. Ein Blick auf meinen kleinen Zettel bestätigt mir: Hier bin ich richtig. Also rein ins Vergnügen!

Für eine handvoll Games

Es ist kurz vor 11 Uhr, als ich ankomme. Ich werde herzlichst begrüßt und in wenigen Minuten beginnt meine erste Verabredung mit Terry Farrell, dem Senior Product Manager und Verantwortlichen für das Interactive Entertainment Business bei Microsoft, und mit Boris Gojic, dem PR Manager Microsoft Deutschland. Die beiden wollen mir in der nächsten Stunde erklären, was die Raffinesse der Xbox One ist. Also nutze ich die freie Zeit und sehe mich ein wenig um. Im Grunde ist die Location des Events auf zwei große "Wohnungen" verteilt. In den Räumen stehen die neuen Konsolen mit aktuellen Games bereit, zusammen mit ein oder mehr Producern, die bei Fragen oder Problemen helfen. Eine gute Handvoll ließ sich anspielen: von "Peggle 2" über "Kinect Sports Rivals" bis hin zu "Ryse - Son of Rome". Auch der Shooter "Call of Duty: Ghosts" und das Action-Adventure "Assassin’s Creed: Black Flag" sind vertreten. Es herrscht eine angenehme Ruhe, die Stimmung ist locker, humorvoll und aus jedem Raum ertönt wildes Rumgetippse auf den Controllern.

DAS ALL-IN-ONE GAMING- UND ENTERTAINMENT-SYSTEM

Etwas verspätet beginnt meine Verabredung mit Terry und Boris. Sie präsentieren dann aber das Multi-Talent mit all seinen Facetten und Funktionen. Erstes Highlight an dieser Stelle: die Kinect-Kamera. Sie erkennt das Gesicht des Benutzers, der sich vor ihr befindet und wird automatisch mit seinem personalisierten Dashboard, dem Menü der Xbox One, eingeloggt. Kommen die Freunde zu Besuch, die ebenfalls auf derselben Xbox One einen Benutzer erstellt haben, werden diese von der Konsole begrüßt und eingeloggt. Man selbst wird dadurch aber nicht ausgeloggt. Die anderen, eingeloggten Benutzer können dann wahlweise ein- bzw. ausgeloggt werden. Terry erzählt weiter und erklärt das Dashboard. Es ist personalisierbar und ich könnte somit alle Schaltflächen blau statt grün färben. Oder z.B. die Services "Xbox Music" und "Xbox Video" auf den Startbildschirm legen (oder auch nicht). Somit ist alles auf einen Blick griffbereit, was ich brauche.

Ein weiteres Highlight: die Sprachsteuerung. Mit Befehlen wie "Xbox start Forza" oder "Xbox log out" demonstriert man, wie schnell und einfach die Xbox One per Sprache zu bedienen ist. Ganz einfach lässt sich auch eine TV-Box anschließen und dank Multitasking-Funktion, der sogenannten "Snap-Funktion", präsentiert Terry, wie man während des Spielens den Fernseher nebenbei laufen lassen kann. Auch hier kamen Sprachbefehle zum Einsatz - "Xbox Snap", "Xbox TV", "Xbox Fullscreen". Des einen Freud ist des anderen Leid, ist hier die Devise. Denn so schön die Funktion der Sprachsteuerung ist, nach dem achten oder neunten Sprachbefehl habe ich das Gefühl bekommen, dass man hier einer Gehirnwäsche unterzogen wird, denn der Name "Xbox" brannte sich mir in die Ohren ein.

Noch mehr neue Features

Neben der Fernseh-Funktion erklärt man uns, dass die Dienste wie "Xbox Music" oder "Xbox Video" Teil der Unterhaltung sind. Ebenso "Skype", das eine Partnerschaft mit der Xbox One hat. So ist es möglich, einfach über die Konsole am Fernseher mit Freunden zu skypen. Interessanter Punkt hierbei: die Kinect-Kamera erkennt und folgt dem Gesicht. Demonstriert wird das Ganze mit einer Live-Schaltung zu einem Kollegen in einem engen, Toiletten-ähnlichen Raum. Er steht auf, bewegt sich ein wenig im Raum und die Kinect-Kamera folgt ihm auf Schritt und Tritt – ein nettes Feature.

Ein Internet-Browser ist natürlich auch dabei und mit "Xbox start Internet Explorer" wird dieser kurz vorgeführt. Was Neues gibt es hier nicht zu entdecken, aber er sollte für ein All-In-One Gaming und Entertainment-System nicht fehlen. Alle Programme funktionieren jederzeit mit der Snap-Funktion und somit ist das Surfen im Internet, während der Werbepause der Lieblings-Sendung im Fernsehen, problemlos möglich. Auch ist eine Spiel-Einladung des Freundes jederzeit möglich und wird während des Browsens im Netz oder des Films kurz eingeblendet (optional deaktivierbar).

Hier zählt das Karma

Nach der ganzen Haptik der Software wird etwas über Xbox Live und deren neuen Feature, der Spielerbewertung, erzählt. Somit soll man künftig, wenn man sich artig benimmt, nur noch mit gleichgesinnten, netten Spielern zusammenspielen. Ein System erfasst das Verhalten und andere Spieler können eine Bewertung abgeben. Vergleichbar mit Karma: Tu Gutes und dir wird Gutes wiederfahren. Benehme ich mich wie ein Spielverderber, spiele ich nur noch mit welchen. "Na ob das so gut geht", frage ich mich an dieser Stelle. Was ist, wenn jemand nach einer FIFA-Niederlage so gereizt ist, dass er mir eine negative Bewertung gibt, obwohl ich fair gespielt habe? Die Antwort ist nicht ganz klar, aber man erklärt, dass die Bewertungen überprüft werden.

DAS GAMEPLAY: ASSASSIN'S CREED

Nach der ganzen Theorie möchte ich die Praxis erfahren. Das Meeting ist vorbei und ich begebe mich auf zu den Spielen. Mein erster Stopp ist bei "Assassin’s Creed Black Flag". Ich starte direkt mitten im Spielgeschehen auf einem Schiff und merke: Der Controller liegt angenehm in der Hand. Als bekennender PlayStation-Spieler fehlen mir zwar der "Dreieck-, Viereck- und Kreis-Button", den "X-Button" habe ich aber wiedergefunden, wenn auch an einer anderen Stelle. Ohne Anleitung ist es schwierig herauszufinden, was hinter welchem Knopf steckt und so drücke ich wild drauf rum. Und "Hoppla", da hab ich gerade mit meinen Kanonen auf ein anderes Schiff geschossen. Direkt befinde ich mich im Krieg mit denen. Ein "Entschuldigung" wird wohl nicht mehr akzeptiert. Zum Glück bekomme ich Hilfe von einem Producer des Spiels. Er erklärt mir, wie ich das gegnerische Schiff entern kann. Und wie es sich für einen Piraten gehört, wird das Schiff übernommen, ausgebeutet und anschließend versenkt. Das macht Spaß, bitte mehr davon! Grafisch überzeugt es mich leider nicht, da habe ich mehr von einer Next-Gen-Konsole erwartet.

DAS GAMEPLAY: RYSE – SON OF ROME

Anders als bei "Ryse – Son of Rome", mein nächster Stopp. Die Grafik überwältigt mich und ich kriege vor lauter Staunen meinen Mund nicht mehr zu. Es schaut aus wie ein gerenderter Film, doch es sind Spielszenen, in denen ich mich befinde. Als römischer Soldat "Marius" kämpfe ich mich durch große Horden an Barbaren, die ich nach und nach mit Schwert und Schild niedermetzle, um das römische Reich zu beschützen. Die Steuerung ist simpel und schnell im Blut. Was jedoch stört, ist die Kameraperspektive bei gegnerlosen Arealen. Die Kamera hängt Marius so sehr im Nacken, dass ich glaube, er nimmt mich gerade huckepack. Das verwirrt und nimmt fast die Hälfte des Bildschirms ein. Ich spiele weiter und stelle mit Bedauern auch fest, dass Abwechslung in diesem Spiel ein Fremdwort ist. Zumindest mache ich in den ersten drei Levels nichts anderes, als Barbaren schlachten – immer dieselben Gegner-Charaktere mit immer denselben Moves. Ein Déjà-vu folgt dem Nächsten.

XBOX ONE: Das FAZIT

Die neue Konsolen-Generation aus dem Hause Microsoft überzeugt mit vielen interessanten Features und ist für den multimedialen Fan ein absolutes Muss. Sprach- und Gestensteuerung dank verbessertem Kinect-Sensor, die Snap-Funktion für z.B. Fernsehen während des Spielens und der super in der Hand liegende Controller sind nur einige Vorteile. Wer bereits mit dem Vorgänger (Xbox 360) spielt, wird diesen Nachfolger lieben. Man darf gespannt sein, welche neuen Titel in nächster Zeit für die Xbox One erscheinen werden.

Denn die bereits für die "alte" Generation erschienenen Titel wie z.B. "Assassin’s Creed: Black Flag" oder "Call of Duty: Ghosts" scheinen noch nicht grafisch auf die Xbox One abgestimmt worden zu sein. Auch der Preis von 499 Euro ist nicht jedermanns Geschmack.

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