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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM testet: die Wii U

-ARCHIV-

Kann Nintendos neue Konsole überzeugen?

Keine Frage, mit der aktuellen Konsolengeneration kann Nintendo mit der Wii U vor allem technisch endlich wieder mithalten, denn Konsole macht dank HD einen großen Sprung nach vorn. Auch spielerisch zeigt sich die Konsole vielseitiger als die Wii, was auch das erste Line-Up beweist. Denn neben den üblichen Minispiel- und Partygames finden sich klassische Games für erwachsene Spieler wie "Assassin’s Creed III" oder "Call of Duty: Black Ops 2" unter den Starttiteln. Nintendo holt die Hardcore-Gamer zurück.

Doch der Großteil des Start-Line-Ups zeigt ebenso, dass die meisten Publisher wenig Risiko wagen. Denn die meisten Titel sind bereits vor mehr oder weniger vielen Monaten auf anderen Plattformen erschienen. An Exklusivtiteln fehlt es im Moment noch. Dabei sollte man meinen, Nintendo hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, vor allem weil das schwache Release-Line-Up beim 3DS schnell zu einer Preissenkung führte. Der Wii U  könnte ähnliches drohen, vor allem weil der Verkaufspreis von 299 Euro für die weiße Basis-Edition mit 8GB internem Speicher und 399 Euro für die schwarze Premium-Edition mit 32 GB internem Speicher hoch angesetzt sind. Im Lieferumfang enthalten sind: Konsole, Gamepad, HDMI-Kabel, Ladekabel und Gamepad-Ständer. Zusätzlich liegt dem schwarzen Premium-Bundle das Spiel "Nintendoland" bei.

Das Gamepad

Preistreiber der Wii U ist vor allem das Gamepad mit dem 6,2 Zoll Single-Touch-Screen. Es dient als Controller, eigenständige mobile Konsole oder Tablet-Ersatz – und lässt sich somit auch abseits des Zockens vielfältig nutzen. Das Gamepad liegt bequem in der Hand, Tasten und Analogsticks sind gut zu erreichen. Wie beim 3DS klemmt im Gamepad ein Stift, den man als Eingabehilfe nutzen kann. Dank beigelegtem Standfuß lässt sich das Gamepad auf den Tisch stellen. Einzig die magere Akkulaufzeit von nur knapp drei Stunden vermiest den guten Gesamteindruck, zumal sich der Akku auch bei Nichtbenutzung stetig entlädt und nach längerer Wii U-Abstinenz erst einmal das Stromkabel angestöpselt werden muss. Das schränkt die Mobilität des Gamepads oft ein und sollte spätestens bei der nächsten Wii U Generation dringend nachgebessert werden.

Neben dem Gamepad kann man bis zu vier Wii-Fernbedienungen mit Nunchuk an der Konsole anmelden, wobei dem Konsolenpaket weder Fernbedienungen noch Nunchuks beiliegen. Von der Wii trennt sich der Hersteller auch noch nicht komplett, denn die Wii U ist abwärtskompatibel und unterstützt die alte Wii-Software in vollem Umfang. Dazu muss man vom Wii U Menü ins Wii Menü wechseln, das nicht in das neue Menü integriert wurde, sondern als eigenständiges Menü emuliert wird und keine Wii U Funktionen unterstützt. Der Wechsel dauert recht lange, funktioniert aber problemlos.

Mit den Ladezeiten hat sich Nintendo bei der Wii U allerdings generell wenig Gefallen getan. Das betrifft sowohl die Ladezeiten der schon vorinstallierten Anwendungen als auch der Spiel-Software. Dazu kommen längere Wartezeiten bei Software- und Hardware-Updates, die es nun erstmals auch bei Nintendos Konsole gibt, oder bei Software aus dem Nintendo E-Shop. Diese müssen wie bei Playstation 3 heruntergeladen und zusätzlich installiert werden, das kann sich einige Minuten hinziehen. Zum Glück kann man die Zeit überbrücken, den TV-Kanal wechseln und dank Gamepad-Anzeige trotzdem den Fortschritt bei Download oder Installation im Blick haben.

Online-Features

Das ist zwar ein nettes Gimmick, aber die Zeit hätten die Entwickler lieber in die Onlinefunktionalität der Wii U stecken sollen. Denn auch wenn die Konsole über eine hervorragende W-LAN-Anbindung verfügt und vor allem die reibungslose Nutzung des vorinstallierten Internetbrowsers begeistert, hat Nintendo erneut die sozialen Online-Features nur unzureichend bedacht. Das soziale Herzstück der Wii U ist das Miiverse. Dort tummeln sich neben den eigenen Miis viele fremde Miis aus aller Welt. Jeder Mii kann mit einer Nachricht in Bild- oder Textform ausgestattet werden, die für andere im Miiverse sichtbar wird.

Der Text lässt sich einfach über eine Touchscreen-Tastatur tippen, stattdessen kann man aber auch per Hand schreiben und malen. Das macht Spaß, genauso wie die Nachrichten und Bilder vieler anderer User im Miiverse zu entdecken, eine tolle Idee. Schon jetzt finden sich viele schöne Kunstwerke von Gamern im Miiverse. Und man fühlt sich den anderen Nutzern persönlich näher als bisher. Zusätzlich gibt es für jedes Spiel ein eigenes Diskussionsthema in Form einer virtuellen Pinnwand. Dort kann jeder seine Meinung oder Fragen zum jeweiligen Spiel posten, die Beiträge werden vor Veröffentlichung von Nintendo geprüft.

Das System erinnert an soziale Netzwerke, vor allem weil man Beiträge mit einem „Yeah“ markieren kann, ähnlich dem „Gefällt mir“ bei Facebook. Aber Nintendo hat seine Konsole im Gegensatz zur Konkurrenz nicht mit dem Netzwerk-Giganten verknüpft und scheut den endgültigen Schritt in Richtung Online-Spielerlebnis mit Freunden. Denn auch wenn man leicht andere Miis treffen und zu seiner Freundesliste hinzufügen kann, sind die sozialen Interaktionen vor allem auf Textkommunikation begrenzt. Das mag Jugendschutzgründe haben, nachvollziehbar ist es mit Blick auf die Konsolenkonkurrenz jedoch nicht.

Man kann zwar mit anderen chatten, aber nur im Videochat oder wenn bestimmte Spiele dies unterstützen. Einen Spielübergreifenden Voicechat wie bei Xbox gibt es nicht. Das ist schade, denn selbst Sony wird sein System in dieser Hinsicht bei der Playstation 4 aufpeppen. Der Videochat über das Wii U Gamepad funktioniert allerdings gut. Schön ist, dass man das Bild seines Gegenübers auf dem Fernseher anzeigen lassen kann, während man auf dem Gamepad sein eigenes Bild im Blick hat.

Fazit

Die Wii U kann mit der aktuellen Konsolenkonkurrenz locker mithalten und bietet mit einigen neuen Funktionen und neuen Kontrollmöglichkeiten ein abwechslungsreiches Spielerlebnis. In Zukunft werden jedoch Exklusivtitel und die Vielfalt des Softwareangebots den entscheidenden Ausschlag für den dauerhaften Erfolg der Konsole geben. Ansonsten verstaubt die Wii U spätestens mit Release der Playstation 4 und der nächsten Xbox in der Ecke.

 

 

Wii U

Kostet:299 Euro (weißes Bundle, 8 GB)399 Euro (schwarzes Bundle, 32 GB, inkl. Nintendoland)

Mehr Infos: www.nintendo.de

Das Start-Line-Up der Wii U

505 Games

  • Funky Barn

Activision

  • Call of Duty: Black Ops II
  • Skylanders Giants
  • TRANSFORMERS PRIME

Electronic Arts

  • FIFA 13
  • Mass Effect 3 Spezial Edition

NAMCO BANDAI

  • Ben 10: Omniverse™
  • Family Party: 30 Great Games Obstacle Arcade™
  • TANK! TANK! TANK!™
  • TEKKEN TAG TOURNAMENT™ Wii U Edition

Nintendo

  • Nintendo Land
  • New Super Mario Bros. U

SEGA

  • Sonic & All-Stars Racing Transformed™

Tecmo Koei

  • Warriors Orochi 3 Hyper

THQ

  • Darksiders 2

Ubisoft

  • Assassins Creed ®III
  • Just Dance 4
  • Rabbids Land
  • Sports Connection
  • Your Shape: Fitness Evolved 2012
  • ZombiU

Warner Bros. Interactive

  • Batman: Arkham City Armoured Edition
  • Game Party Champions

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