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09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM trifft: Bradley Cooper

-ARCHIV-

Der Star aus "Hangover" und "Silver Linings" im Interview

Patrick Swayze ist der König!

UNICUM: Ich habe gelesen, deine Familie ist verrückt nach Preisverleihungen. Wie ist denn die Stimmung momentan? Immerhin könnte "Silver Linings" einen der begehrten Awards abräumen.Bradley Cooper: Sie sind bestimmt aufgeregt. Aber ehrlich gesagt, weiß ich das im Moment gar nicht. Ich bin froh, hier in Berlin zu sein. Es ist ein auszeichnungswürdiger Film. Und diese Verleihungen sind eine Anerkennung, dass der Film großartig ist. Die Leute sollten darauf aufmerksam werden.

Wie schätzt du die Chancen denn ein?Oh, da habe ich keine Ahnung. Das kannst du nie wissen. Du legst es darauf an, einen Film zu machen, an den du glaubst. Und dann hoffst du, dass er auch anderen Leuten gefällt.

Du hast mal gesagt, dass eine deiner Schwächen ist, dass du deine Gefühle immer und ungefiltert rauslässt. Hat dir das in diesem Fall geholfen? Schließlich leidet deine Figur Pat Solento an einer dipolaren Störung und saß wegen eines seiner Ausraster sogar im Gefängnis.Ja, definitiv.

Kann man denn Wutausbrüche üben oder muss das einfach spontan passieren?Ein Wutausbruch ist schon von der Definition her spontan. Für Pat reicht ein bestimmter Song als Auslöser für seine emotionalen Ausbrüche.

Hast du so etwas auch, sei es positiv oder negativ?Musik ist ein großer Teil meines Lebens, wie er es für viele Menschen ist. Sicherlich habe ich zu vielen Songs, die ich kenne, eine emotionale Beziehung.

Du hast Englisch studiert. War es schwierig für dich als Literaturwissenschaftler, Hemingway mit ein paar kräftigen Schimpf wörtern aus dem Fenster zu schmeißen?Nein, es war sehr befreiend.

Was nimmst du persönlich aus dem Film mit? Neue Qualitäten als Tänzer zum Beispiel?Ich liebe es, zu tanzen, deswegen haben mir die Szenen im Film besonders Spaß gemacht. Ich habe das sehr genossen.

Hast du dich ein bisschen wie Patrick Swayze gefühlt?Nein, Patrick Swayze ist der König!

"Meine Rolle habe ich Robert de Niro zu verdanken"

Ich hoffe, du gehst nicht weiterhin mit einem Müllsack über den Sportklamotten joggen?Warum nicht? Gefällt dir dieser Look nicht?

Na, ich weiß nicht. Aber, du meinst, wir sollten das alle mal ausprobieren?Ich kann das absolut nur empfehlen. Das ist sehr schützend.

Hast du denn gar keine Angst, deinen guten Ruf als "Sexiest man alive" mit so einem Outfit zu verlieren?Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Vielleicht sollte ich mir mal Gedanken darüber machen (lacht).

Wie war es für dich, Robert de Niros Film-Sohn zu sein?Ich habe schon mal einen Film mit ihm gemacht – "Limitless". Also kannte ich ihn gut. Er war auch der Hauptgrund, weswegen ich die Rolle bekommen habe. Mir fiel es leicht, ihn mit Dad anzusprechen. So konnte ich mich gegen die anderen Schauspieler durchsetzen. Seinen Sohn zu spielen, war eine große Chance für mich, Bob besser als Schauspieler kennenzulernen, weil wir viele bedeutsame Szenen zusammen hatten.

Der Film spielt ja in Philadelphia, deiner Heimatstadt …Ja, das war etwas ganz Besonderes. Die Aufnahmen waren an dem Ort, wo ich gelebt habe und aufgewachsen bin. Das macht die Sache sehr real und hat es mir einfacher gemacht, in diese Welt hineinzufinden.

Hast du in deinem Alltag so etwas wie einen persönlichen "Silberstreif", etwas, das dich aufbaut zum Beispiel?Ich wache definitiv jeden Morgen auf und erinnere mich selbst an die Dankbarkeit in meinem Leben, die ich haben sollte.

Was hältst du vom Ende des Films? Glaubst du, dass das Happy End mit Tiffany richtig ist? Oder hättest du dir etwas anderes gewünscht?Was mir gefällt, ist, dass es kein normales Hollywood-Ende ist, wo hinterher alles in Ordnung ist zwischen den Charakteren, die sich in den vergangen zwei Stunden getroffen haben. Sie finden zwar zueinander, sind aber noch immer die gleichen, die wir zu Beginn kennengelernt haben.

Gibt es etwas, das du noch unbedingt loswerden willst?Ich möchte nur erwähnen, dass ich mit einer unglaublichen Besetzung zusammengearbeitet habe. Jennifer Lawrence ist unglaublich, wir sollten sie erwähnen. Sie war gerade mal 21 Jahre, als wir diesen Film gedreht haben. Sie hat dieses wunderbare Talent, zehn und vierzig gleichzeitig zu sein.

kurz & kompakt

  • Bradley Cooper wurde 1975 in Philadelphia geboren, hat irisch-italienische Wurzeln.
  • Er studierte englische Literatur an der Georgetown University (Bachelor), später ließ er sich an der Actors Studio Drama School in New York zum Schauspieler ausbilden.
  • Der Durchbruch gelang ihm mit "Hangover", der dritte Teil kommt im Mai 2013 in die Kinos.
  • 2011 wählte das People Magazine ihn zum "Sexiest man alive".

Die Rezension zum Film "Silver Linings" findet ihr unter unicum.de/silverlinings

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