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21. Jun 2016

Entertainment

UNICUM trifft: Glasperlenspiel

Am 26. April erscheint die neue Single "Nie vergessen", am 10. Mai das Album "Grenzenlos"

"Das Tagebuch zu Tanzen 2.0"

UNICUM: 1 ½ Jahre nach eurem Debüt-Album "Beweg dich mit mir" veröffentlicht ihr nun "Grenzenlos". Was habt ihr dabei anders gemacht?Daniel: Wir hatten das riesengroße Glück, eine Platte in London aufnehmen zu können. Das war ein großer Traum von uns, weil wir einfach die ganze Musikszene da lieben. Und diesen Traum durften wir tatsächlich für die zweite Platte verwirklichen. Darüber waren wir sehr glücklich. Das Album ist musikalisch sowohl organischer als auch elektronischer geworden. Die Texte sind noch persönlicher und noch mehr "WIR". Wir nennen es auch immer: "Das Tagebuch zu Tanzen 2.0".

Das zweite Album soll das schwerste sein. War "Grenzenlos" jetzt wirklich schwieriger in der Entwicklung? War der Druck größer?Carolin: Das haben wir auch schon ganz oft von außen gehört – Ob wir nicht unter Druck stehen würden, weil es immer schwierig sei, an die erste Platte anzuknüpfen. Aber wir haben nachdem die erste Platte draußen war, relativ früh wieder angefangen, Songs zu schreiben. So hatten wir dann auch relativ schnell wieder neue Songs, mit denen wir sehr zufrieden waren und standen somit auch nicht unter Druck.Daniel: Wir sind auch generell nicht die Menschen, die sich verrückt machen lassen. Für uns ist immer wichtig, dass wir da hundertprozentig hinter stehen und glücklich damit sind. Und dieses Mal haben wir uns auch vielmehr eingebunden: angefangen vom Artwork, über die Musik, bis hin zum Video. Es war super, all das mitzuentscheiden und mitzumachen, und genau das bildlich umsetzen zu können, was wir beim Songwriting gedacht haben.

Nun habt ihr für "Bewege dich mit mir" Gold bekommen. Herzlichen Glückwunsch dazu! Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass man so viele Fans hat?Beide: Ja genau, danke! (lachen)Daniel: Das  ist erst mal unglaublich. Ich sag das auch immer zu Caro: Man muss erst mal Revue passieren lassen, was so die letzten 1 ½ Jahre abging. Das kann man irgendwie immer noch nicht so realisieren. Wir sind natürlich dankbar, dass wir das in diesem Ausmaße machen können und super happy, dass so viele Menschen, so viel mit unserer Musik anfangen können. Das freut einen Künstler natürlich immer doppelt und macht eine Menge Spaß.Carolin: Wir hoffen auf jeden Fall, dass wir vor allem mit der zweiten Platte den Menschen, die unsere Musik hören, viel Kraft geben und Freude schenken können. Ich glaube, das ist auch immer so ein Musiker-Ziel. Wir haben viele persönliche Songs auf "Grenzenlos". und viele Geschichten, die andere Menschen auch erlebt haben.

"Es musste einfach in Musik niedergeschrieben werden"

Wieso habt ihr "Nie vergessen" für den 26. April als erste Singleauskopplung ausgewählt?Daniel: Generell gesagt, geht es darum, einfach mit einer Person das geilste Wochenende…Carolin: …oder die beste Zeit seines Lebens…Daniel: Ja, verbracht zu haben. Und irgendwann muss man sich dann trennen, weil die Entfernung zu groß ist, oder weil es einfach eine kurze Bekanntschaft im Urlaub war. Und man wünscht sich wieder diese gemeinsamen Momente herbei. Das war so dieser Gedanke, dass man sofort weiß, ja klar, dass schon jeder von uns mal erlebt. Carolin: Dass man diese gemeinsame Zeit sein ganzes Leben lang in seinem Herzen trägt, sich immer daran erinnern wird und aus der Zeit dann irgendwie Kraft schöpft. Es ist auf jeden Fall ein sehr wichtiger und emotionaler Song auf der Platte. Das ist einfach eine Geschichte, die uns sehr inspiriert hat. Sie ist von einer Freundin von mir. Ich war so bewegt, dass ich gesagt habe, wir wollen da jetzt einen Song drüber schreiben. Es musste einfach in Musik … Daniel: … niedergeschrieben werden. Wir konnten uns da sofort mit identifizieren, weil wir das selber natürlich kennen. Ich denke, dass hat jeder Mensch schon einmal erlebt, was dieser Song beschreibt. Auch beim Schreiben und Produzieren hat das immer was ganz besonderes in uns ausgelöst und wir haben gedacht, wenn es das auch bei anderen auslöst, dann muss es auf jeden Fall die erste Single sein.

Daniel, du hast auch Songs für z.B. Christina Stürmer geschrieben ...Daniel: Als ich 15 war, gab's einen Nachwuchssongwriter-Wettbewerb und da hab ich ein Demo hingeschickt, das Caro und ich geschrieben hatten. Wir haben dann relativ schnell den Platz bekommen. Heute denken wir uns "Warum?". Das Demo war echt richtig schlecht! (lacht) Aber irgendwie scheint es Gefallen gefunden zu haben. Dann sind wir nach Berlin gegangen und haben bei einem Songwriting-Camp mitgemacht. Da kam man in ein Team und hat entweder für Christina Stürmer oder für Yvonne Catterfeld ein Lied geschrieben. Das haben wir aber aus Zeitgründen relativ schnell beendet. Denn die Camp-Leiter fanden das, was wir als Glasperlenspiel gemacht haben, so gut, dass wir uns dann mit dem Schreiben eher auf uns konzentriert haben. Das ist die Geschichte dahinter. Im Prinzip ging unser erster Kontakt in der Branche über Songwriting. Kennengelernt haben wir die Beiden erst jetzt. Wir haben sie auf einem Festival getroffen – es war einfach schön zu sehen, dass die ganze Musikwelt so eine große Familie ist, das ist immer wieder spannend und macht Spaß.

"So eine Chance bekommt man meistens nur einmal im Leben"

"Grenzenlos" heißt auch ein Song auf dem Album. Er handelt davon, dass keine Träume zu groß sind. Daniel, als ihr den Plattenvertrag bekommen habt, hast du dein Informatik-Studium abgebrochen, um deinen Traum zu leben. War das eine schwierige Entscheidung?Daniel: (lacht) Also, ich bereue es bis jetzt auf keinen Fall, muss ich sagen. Das war die absolut richtige Entscheidung, weil es natürlich immer ein Traum von uns war. Und als der Vertrag dann tatsächlich auf dem Tisch lag, hab ich sofort meine Exmatrikulation getippt. Ob es klappen würde oder nicht, das war mir in der Situation total egal. Ich hab mir nur gedacht: Wenn ich noch studieren will, dann kann ich das auch später machen. Aber so eine Chance, die bekomm ich nie wieder im Leben.

Möchtest du dein Studium irgendwann vielleicht doch noch beenden?Daniel: Wenn es nicht sein muss, dann nicht. Klar, es hat mir Spaß gemacht, was ich studiert hab, aber ich bin so natürlich viel glücklicher.

Und Carolin, war für dich ein Studium je eine Option oder stand dein Weg in die Musik direkt fest?Carolin: Ich habe direkt nach dem Abitur die Chance bekommen, den Plattenvertrag zu unterschreiben. Ich habe mit vielen Menschen darüber gesprochen, die mit wichtig sind, um zu erfahren, was sie davon halten. Aber, weil es auch immer schon mein Traum war, war dann irgendwann für mich klar, dass ich das auf jeden Fall mache. Wie Daniel das schon gesagt hat: so eine Chance bekommt man meistens nur einmal im Leben. Wenn ich irgendwann doch noch studieren will, dann kann ich das auch mit 26 oder 28 tun. Ich bereue auf keinen Fall, dass ich den Weg gewählt hab. Klar, ich hätte auch mal Bock auf das Uni-Leben, weil auch viele meiner Freundinnen studieren. Aber ich bin jetzt erst mal gespannt, was die Zukunft so bringt. Ich bin mit der Situation gerade sehr zufrieden, deswegen lass ich mal alles auf mich zukommen.

Für welches Studienfach hättest du dich ansonsten nach dem Abi entschieden?Carolin: Ich hatte mich am Anfang mal für "British and American Studies" beworben und wurde auch genommen. Aber ich hab dann auch direkt da angerufen und meinte so: "Mhh, jetzt erst mal doch nicht"! (lacht) Momentan hätte ich auch eher Lust, etwas in die soziale Richtung zu studieren, etwas mit Erziehung oder so ähnlich.

"jeder Mensch verdient Respekt"

Ihr habt in einer Kirchen-Pop-Band angefangen. Hat die Zeit Einfluss auf eure Musik genommen?Daniel: Für uns sind Themen wie Werte, Freundschaft und Authentizität wichtig und das schwingt natürlich mit. Wir sind auf jeden Fall gläubige Menschen, aber Glaube und Institution – das sind immer zwei Paar Schuhe. An sich kann man sagen, dass das etwas ist, was immer bei uns mitklingen wird.

Ihr habt bei dem YouTube-Projekt "361 Grad Respekt" mitgemacht und an dem Benefizkonzert "I am Jonny" in Berlin teilgenommen.Daniel: In erster Linien sind wir große Freunde solcher Benefiz-Veranstaltungen. Sie sollen den Menschen mehr Bewusstsein dafür schaffen, dass es manchmal nicht cool ist, was hier so läuft. Gerade jetzt bei "I am Jonny" – dass einfach auf einem riesengroßen Platz in Berlin ein Mensch totgetrampelt wird, das ist einfach nicht akzeptabel! Wir Künstler haben ein Sprachrohr, das wir nutzen können, um viele Menschen zu erreichen. Die ganzen zwischenmenschlichen Beziehungen müssen wieder positiver werden und deswegen machen wir so etwas immer sehr gerne. Wir stehen auch immer 100 Prozent dahinter, wenn wir so was unterstützen. Auch bei "361 Grad": Was vielen Jugendlichen gar so bewusst ist, ist, wie schlimm Mobbing eigentlich in der heutigen Zeit sein kann. Dass man über Internetplattformen wie Facebook einfach eine so große Masse von Menschen erreicht, und wenn einmal was im Internet steht, dann bleibt das da auch ewig drin. Dass man sich einfach bewusst macht, was man damit anderen antut. Und wenn dann nach dem Projekt jeder Zweite mit dem Gedanken rausgeht: "Ja stimmt, dass ist eigentlich nicht cool, wenn man das macht", dann ist schon sehr vielen geholfen.

Auch in dem Lied "Weil wir euch bewundern" setzt ihr u.a. mit der Zeile "Für alle die, die nicht nur zusehen, die bewegen" ein deutliches Zeichen. Woher kommt euer Tatendrang, auf unnötige Gewalt aufmerksam zu machen?Carolin: Ich wurde mal in der Schule eine Zeit lang richtig gut geärgert. Ich würde es jetzt nicht direkt Mobbing nennen, aber wie es halt in der 8./9. Klasse so ist: man ist gerade in der Pubertät, die Jungs müssen sich beweisen… Dann hab ich noch eine Brille bekommen und war so ein bisschen Außenseiter. Man hat in der letzten Zeit durch die Medien mitbekommen, wie weit es eben gehen kann, wenn junge Menschen gemobbt werden und sich dann einfach nicht mehr alleine aus dieser Situation rausholen können. Deswegen glaube ich, dass man ein Bewusstsein schaffen muss, dass es sehr wichtig ist, dass Mitschüler und Lehrer sich bei so etwas einmischen. Das hab ich eben damals auch erlebt, dass kein Lehrer da war. Die haben das schon mitbekommen, aber es hat sich eben keiner aktiv dazu geäußert oder mir da raus geholfen.

Wenn ihr etwas an dieser Welt ändern könntet, was wäre das?Daniel: Hm, das ist immer schwer zu sagen. Ich glaube, da gibt es viele Ansatzpunkte. Aber was schon sehr viel bringen würde, wäre, wenn man das Bewusstsein schafft, dass jeder Mensch Respekt verdient hat – egal woher er kommt oder woran er glaubt. Wenn man das wieder etwas mehr in die Köpfe der Leute bringen würde, dann wäre ein wichtiger Schritt getan.Carolin: Was mir sehr auffällt, ist, wie die Menschen im Alltag miteinander umgehen. Egal, ob man jetzt mit der Bahn fährt, ob man einkaufen geht, irgendwie ist man immer positiv überrascht, wenn man nett behandelt wird. Das find ich ein bisschen schade: eigentlich könnte das ja immer so sein und sollte überhaupt keine Ausnahme darstellen.

"Wenn schon Weltuntergang, dann wenigstens mit Schwung"

Eine letzte Frage: Der Weltuntergang wurde nun ja aufgeschoben. Aber man weiß ja nie. Deswegen: Was würdet ihr an eurem letzten Tag im Leben machen?Carolin: Ich stelle mir den letzten Tag in meinem Leben als einen wunderschönen Sommertag vor und würde mit all meinen Freunden am Bodensee, da wo wir herkommen, einen Partytag verbringen.Daniel: Da bin ich auch total dabei. Uns ist Freundschaft und Familie total wichtig. Gerade, wenn man weiß, dass ist der letzte Tag, sollte man feiern, weil man sowieso nichts mehr dran ändern kann und das Beste daraus machen muss. Wenn schon Weltuntergang, dann wenigstens mit Schwung.Carolin: Da gab‘s doch auch so ein Video von diesen "Whai"…, wie heißen die: Y-Titty?! "Es ist der letzte Sommer"! (singt). Es geht da auch um den Weltuntergang und um den letzten Sommer.

Auf Empfehlung von Glasperlenspiel – ihr Weltuntergangssong:

Glasperlenspiel

Grenzenlos

Universal Music

VÖ: 10. Mai 2013

Für Fans von: gefühlvollem, deutschsprachigen Elektro-Pop mit tiefsinnigem Inhalt

www.glasperlenspiel.com

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