Foto:

09. Aug 2016

Entertainment

UNICUM trifft: Mark Wahlberg

-ARCHIV-

"Broken City", der neue Film des US-Stars, startet am 18. April in den deutschen Kinos

"Polizisten sind eigentlich genauso betrügerisch wie Gauner"

UNICUM: In deinem neuen Film "Broken City" bist du gleichzeitig Produzent und Hauptdarsteller. Ist es eigentlich ein anderes Gefühl, in seinem eigenen Film mitzuspielen?Mark Wahlberg: Man hat schon eine Menge mehr Verantwortung, aber zugleich auch viel mehr Kontrolle in Sachen Gestaltung des Films. Aber ein anderes Verhältnis zu meinen Kollegen habe ich dadurch nicht. Ich versuche eine Stimmung zu schaffen, die offen ist für Zusammenarbeit und Kreativität, damit alle ihr Bestes geben können.

Der nächste logische Schritt ist dann, auch noch die Regie zu übernehmen?Vielleicht irgendwann mal. Ich habe aber noch keine konkreten Pläne, aber generell würde ich das schon gerne einmal aus probieren. Das macht ja jetzt jeder, dann muss ich auch (lacht).

Welche Rolle fehlt denn noch in deinem Repertoire?Ich würde gerne einmal eine bekannte historische Person spielen, aber da gibt es keine spezielle.

In "Broken City" spielst du einen "gefallenen" Cop. Es ist schon auffallend, wie häufig du die Rolle des Polizisten spielst. Zufall oder Leidenschaft?Nee, Zufall schon nicht ganz. Ich liebe einfach dieses "Cop und Gangster"-Filmgenre. Ich denke, das ist der Grund, warum ich schon mehrere davon gedreht habe.

Du selber hast in deiner Jugend ja auch reichlich Erfahrung mit der Polizei gesammelt. Was für ein Bild hast du seitdem von der Polizei?Polizisten sind eigentlich genauso betrügerisch wie Gauner. Aber das ist ein Thema für sich.

Deine Figur versucht im Film, einen Fehler aus der Vergangenheit wiedergutzumachen. Ist das eine Parallele zwischen euch? Ich denke zum Beispiel an deine Youth Foundation, die Geld für Programme zur Jugendförderung organisiert.Ja, generell könnte man das schon so sagen. Aber meine Youth Foundation ist einfach nur da, um Jugendlichen zu helfen, die in einer ähnlich schwierigen Situation groß werden wie ich damals. Wir schützen sie davor, ernsthafte Probleme zu bekommen. Ich bin sehr glücklich, dass ich die Kurve gekriegt habe, und genau das möchte ich weitergeben und auch anderen Kids dabei helfen.

Die Kurve gekriegt ist leicht untertrieben. Du lebst den klassischen "American Dream", von ganz unten nach ganz oben. Wie schafft man so was?Natürlich vor allem durch verdammt harte Arbeit. Dazu viel Drive, Leidenschaft und ein ziemlich starker Wille, erfolgreich zu sein. Wahrscheinlich gehört aber auch immer ein bisschen Glück dazu, ein bisschen Schicksal und Fügung.

"lieber Justin Bieber als Rap!"

Eigentlich könnten sich deine vier Kinder später auf deinem Erfolg ausruhen. Möchtest du trotzdem, dass sie zur Uni gehen?Absolut. Ich fände es ganz großartig, wenn meine Kinder eine gute Ausbildung bekommen, um einen anderen Beruf als meinen anzustreben. Aber egal, wofür sie sich entscheiden, ich werde sie unterstützen. Es sei denn, das sind schlechte Sachen.

Schauspieler wie Will Smith oder Til Schweiger spielen gern gemeinsam mit ihren Kindern. Steht das also nicht zur Diskussion?Mein Sohn durfte einen kleinen Part in "Transformers" spielen. Aber die Entscheidung, ob das okay ist, hat der Regisseur. Meine Kinder würden es lieben, aber ich möchte damit lieber noch warten.

Deine Tochter soll Fan von Justin Bieber sein …Das war mal. Sie mag ihn nicht mehr. Sie hat ihren Musikgeschmack etwas verändert.

Du warst als "Marky Mark" ein erfolgreicher Rapper. Hast du kein Problem damit, dass deine Tochter Justin Bieber hört?Nein, lieber Justin Bieber als Rap! Meine Kinder sind zu jung dafür, vor allem für die Sprache. Auch ich höre heute lieber Classic Rock oder R’n‘B. Harmlose Musik. Und ich höre gerne Radio.

In Deutschland sind 90er-Jahre-Partys ziemlich angesagt. Deine Hits wie "United", "No Mercy" oder "Good Vibrations" fehlen da selten. Als "Marky Mark" bist du hier immer noch ein Name …Ach echt? Nice! Das ist in den USA nicht so. Dann muss ich vielleicht noch einmal für eine weitere Marky- Mark-Tour nach Deutschland zurückkommen!

Kurz & kompakt
  • Als Rapper "Marky Mark" wurde Mark Wahlberg (41) berühmt, später gelang ihm auch als Schauspieler mit „Boogie Nights“ der Durchbruch.
  • Während seiner Zeit als "Marky Mark" blieben die Hemden bei seinen Auftritten nur selten, wo sie waren. Sehr zur Freude der weiblichen Fans. Höhepunkt war 1992 eine Calvin-Klein-Kampagne, bei der seine Qualitäten als Unterwäschemodel großflächig sogar auf dem Times Square in New York zu bewundern waren. "Als ich jünger war, bin ich natürlich ständig ohne Shirt rumgelaufen, aber heute hat das echt nichts mehr, woraus ich eine Gewohnheit machen möchte."
  • Als Jugendlicher kam er unter anderem wegen Vandalismus mit dem Gesetz in Konflikt. Wegen versuchten Mordes saß er sogar im Gefängnis.
  • Eine Zeitlang war er, gemeinsam mit Bruder Donnie, Teil von "New Kids on the Block", verließ die Band aber, noch bevor sie bekannt wurde.
  • Hinter dem Restaurant "Wahlburgers" in Boston, Massachusetts stecken die drei Brüder Donnie, Chefkoch Paul und Mark Wahlberg. Seit 2011 betreiben sie ihren eigenen Burgerladen, mit Erfolg. Pläne für einen Ableger in Berlin seien bereits geplant, verriet Mark Wahlberg im Interview. Lieblingssnack aus dem eigenen Sortiment ist übrigens der "Thanksgiving Burger", ein Truthahnburger mit Kartoffelbrei-Füllung und Cranberry-Soße.
  • In seinem neuen Film "Broken City" wird er als ehemaliger Cop in eine ziemliche undurchsichtige Polit-Intrige hineingezogen, im Kino zu sehen ab dem 18. April.

Artikel-Bewertung:

3.08 von 5 Sternen bei 119 Bewertungen.