Wissenschaftliche Hausarbeit
Mit einem vernüftigen Plan schreibt sich die Hausarbeit fast von allein | Foto: Thinkstock/jacoblund

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So kommst du in den Schreibfluss!

Der Stift scheint auf dem Papier festgefroren, der Blick klebt auf blankem Weiß. Die Worte wollen einfach nicht aufs Blatt: Typischer Fall von akuter Schreibblockade.

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23. Nov 2016

Gastbeitrag

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In 5 Schritten zur guten Hausarbeit

Von der Themenwahl bis zur Versprachlichung

Schritt 1: Thema der Hausarbeit auswählen und verstehen

Kannst du aus einer Themenliste auswählen, solltest du dir sowohl überlegen, welches Thema dich interessiert, als auch ehrlich entscheiden, welches du im vorgegebenen Zeitrahmen schaffen kannst.

Tipp: Mache, wenn möglich, ein paar Probe-Recherchen. Am besten natürlich vor der Entscheidung, also wenn die Vorschläge aushängen oder im Netz stehen. Aber auch direkt danach macht es noch Sinn, damit du Probleme bei der Primär- und Sekundärdatenbeschaffung schnellstmöglich mit dem Dozenten oder der Dozentin lösen kannst.

Hast du das Thema schon, musst du dir als Erstes folgende Fragen stellen:

  • Was genau soll ich überhaupt zeigen? (Einschlusskriterien)
  • Was kann ich alles weglassen? (Ausschlusskriterien)

Erst wenn dieser Rahmen ganz klar ist, kannst du mit der Suche nach Literatur anfangen. Am besten hältst du dafür die Eckpunkte wiederum in einer kleinen Liste oder einer Mindmap fest, damit du dein Ziel nicht aus den Augen verlierst.

Schritt 2: Literatur suchen

Wenn du dich an die Literatursuche machst, sei dir im Klaren darüber, ob du eine reine Literaturarbeit schreiben sollst oder auch die erarbeitete Theorie praktisch anwenden musst. Je nachdem, welcher Arbeitstyp gewünscht wird, brauchst du mehr oder weniger spezifische Literatur bzw. eher theoretische Arbeiten oder eben auch Studienberichte etc.

In jedem Fall leiten auch hier wieder zwei Fragen die Suche:

  • Über welche Quellen und Kanäle kann ich die benötigte Literatur finden?
  • Welche Suchwörter muss ich dabei verwenden?

Hier wird dir auf die erste Frage sicher als Erstes das Internet oder die Homepage der Uni-Bibliothek einfallen, aber auch Google Scholar und andere Spezialportale solltest du berücksichtigen.

Kostenlose Datenbanken

Kostenpflichtige Angebote

  • Web of Science (verschiedene Fachgebiete)
  • WISO (Wirtschafts-, Sozialwissenschaften, Psychologie, Recht, technische Studiengänge)
  • MLA (Linguistik, Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft)
  • Scopus (nur hochqualitative Artikel)
  • Business Source Premier (Schwerpunkt: Wirtschaftswissenschaften)
  • ProQuest (Dissertationen und Diplomarbeiten)
  • Cochrane Library (Abstracts kostenlos; nur medizinische Texte; mit Qualitätsbewertung)

Tipp: Schau dich ruhig auch mal auf der Webseite der Bibliothek um – nicht selten sind dort einige der genannten kostenpflichtigen Datenbanken bereits für Studierende kostenfrei im Angebot. Oder es gibt eigene Sondersammelgebiete, die die Suche enorm erleichtern.

Hinsichtlich der zweiten Frage (nach den Schlüsselwörtern) hilft dir die Liste zu den Ein- und Ausschlusskriterien weiter.

Schritt 3: Wissenschaftliche Datenerhebung

Wenn du darüber hinaus mit Primärquellen arbeiten oder selbst Daten erheben musst, dann hilft dir folgende Checkliste weiter:

Checkliste "Empirisches Arbeiten"

  • Welche Art von Informationen/Daten muss ich sammeln, um meine Forschungsfrage beantworten zu können?
  • Wo finde ich solche Daten/Informationen?
  • Sind die Daten frei zugänglich oder gibt es administrative/technologische Hürden?
  • Mit welcher Methode will ich die Daten weiterbearbeiten/auswerten?
  • Wie viele Datensätze benötige ich, um valide Aussagen zu treffen?
  • Wie kann eine unzureichende Ergebnislage eventuell korrigiert bzw. kompensiert werden?

Schritt 4: Literaturauswertung

Wenn du Informationen aus der Literatur übernimmst, musst du dir immer darüber im Klaren sein, ob du zitieren oder paraphrasieren willst.

Jede Art von Zitat bedeutet, dass der Originalwortlaut aus der Vorlage übernommen wird. Daher steht hier (im Harvard-System) direkt nach der wiedergegebenen Idee als Quellenangabe immer (Autornachname Veröffentlichungsjahr: Seitenzahl), also beispielsweise (Müller 2015:17).

Bei der Paraphrase formulierst du den gelesenen Gedanken mit eigenen Worten. Daher muss hier innerhalb der Klammer immer ein "siehe" oder "s." am Anfang stehen: (s. Müller 2015: 17). Ausnahme: Wenn du mit den lateinischen Abkürzungen arbeitest, steht hier "v." für "vide": (v. Müller 2015: 17).

Tipps:

  1. Notiere dir immer sofort, woher du deine Information hast!
  2. Überlege dir gut, ob du die Idee in eigenen Worten zusammenfassen willst/kannst oder ob die Originalstelle so prägnant ist, dass ein Zitat das Beste wäre!

Achtung: Ist ein Terminus aus den wörtlich übernommenen Sätzen oder Satzstücken aller Wahrscheinlichkeit nach dem Leser nicht bekannt, so muss eine Erläuterung in eckigen Klammern eingefügt werden. Diese Erklärung leitest du mit der lateinischen Abkürzung "sc." oder "scil." für scilicet "es beliebt zu wissen" ein.

Beispiel:

  • Originaltext: Die Betonung des Hysteron Proteron bei Kurz und Frank ist problematisch, da der Begriff der Inversion die Disjunktion zwischen transzendentaler und der im Werk dargestellten Zeit nicht mit einschließt.
  • Text der Hausarbeit: "Die Betonung des Hysteron Proteron [sc.: der Erzählung des zeitlich Späteren zuerst] bei Kurz und Frank ist problematisch", schreibt Feldmann (2012: 120) und begründet dies damit, dass …

Nach demselben Prinzip gehst du vor, wenn ein Pronomen oder ein anderes verweisendes Element durch den fehlenden Kontext seine Verständlichkeit verliert.

Schritt 5: Versprachlichung

Wenn du aus all den gesammelten Informationen und Beobachtungen schließlich deine Arbeit erstellst, hast du einen klaren Bauplan, dem du folgen musst. Kapiteltypen wie Einleitung, Theorieteil und Schlusskapitel oder Literaturverzeichnis sind dabei obligatorisch und folgen ihren ganz eigenen Normen.

Tipp: Ein separates Kapitel "Ergebniszusammenfassung" sollte dabei immer das letzte Kapitel des Analyseteils darstellen. Dadurch wird die Ergebnisaufnahme abgerundet und es können große Deutungslinien und/oder Widersprüche bzw. Grenzen herausgearbeitet werden. Darüber hinaus kann der Fokus im Schlusskapitel auf die Evaluation und Einordnung der Eigenleistung in den Forschungskontext und die Weitung des Blickwinkels gelegt werden.  

Auch hier hilft es, wenn du dir für jedes Kapitel eine Liste machst mit den Begriffen, die du definieren möchtest bzw. mit den Fragen, die du beantworten musst. Dann arbeitest du diese Liste ab und – FERTIG!


InfoNoch Fragen?

Dann schau doch mal in die Toolbox Seminararbeiten unserer Gastautorin Éva Feig. Dort findest du detaillierte Antworten sowie viele weitere konkrete Checklisten, Baupläne und Strategien zusammen mit jeder Menge Tipps und Praxisbeispielen.

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