Mit diesen Tipps vereinfachst du dir den Wahnsinn des wissenschaftlichen Arbeitens.
Wissenschaftliches Arbeiten kann einen gerne mal in den Wahnsinn treiben. Foto: Jan Vašek/pixabay
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17. Jun 2015

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Hausarbeit & Co.

Kleine Helfer für das wissenschaftliche Arbeiten

So sparst du dir Zeit und Nerven

Damit dir andere Dinge im Studium nicht noch mehr Zeit rauben, findest du hier ein paar kleine Tipps und Helfer für das wissenschaftliche Arbeiten. Denn vor allem bei der qualitativen Forschung kann dir allein die Koordination und Aufbereitung der Forschung und derer Ergebnisse unheimlich viel Zeit kosten.

Literaturrecherche

Haus- und Abschlussarbeiten sind im Endeffekt eine reine Zeitmanagementsache, eigentlich wie das ganze Studium. Daher solltest du auch bei der Literraturrecherche darauf achten, ab wann du zu viel Zeit dafür aufwendest. Du kannst schließlich unmöglich alle potenziell relevante Literatur zu deinem Thema komplett durchlesen, das ist zeittechnisch einfach nicht machbar. Um dir einen Überblick über die Literatur zu verschaffen, reicht es meist, die Zusammenfassung zu lesen, auch wenn es unwissenschaftlich klingt. Bei Büchern schaust du also auf die Inhaltsangabe, bei wissenschaftlichen Artikeln auf den Abstract. Auch das Fazit kann hilfreich sein. In beidem hast du die angesprochenen Inhalte und Schlüsse im groben Überblick.

An das altbewährte Schneeballsystem, also dem Finden immer neuer Quellen über das Literaturverzeichnis einer schon gefundenen Quelle, kann man ebenfalls schnell Zeit verlieren. Es ist zwar effektiv, um neue und themenverwandte Literatur zu finden, achte jedoch darauf, dabei nicht zu viele Schritte zu gehen und so langsam von deinem Thema abzuwandern. Bedenke außerdem, dass mit jedem Schritt die Quellen immer älter werden. Habe dein Thema und deine Fragestellung bei der Recherche immer vor Augen und begrenze das Schneeballsystem auf drei oder vier „Würfe“.

Das Schneeballsystem ist hilfreich, aber auch zeitaufwendig.

Zusätzlich gibt es Online-Tools, die dir das Organisieren des Gelesenen erleichtern. Du hast dort beispielsweise die Möglichkeit, die relevanten Literaturschnipsel zu taggen, zu ordnen und verschiedenen Themen und Überschriften zuzuordnen. Das spart dir den Ordnungsaufwand und die Strukturierung wenn du später endgültig mit dem Schreiben loslegst.

Testpersonen zusammenkriegen

Führst du in irgendeiner Form eine Studie durch, brauchst du logischerweise Studienteilnehmer. Für Haus- und Projektarbeiten sind zum Glück meist nicht viele notwendig, für eine Abschlussarbeiten reichen Freunde und Familie dann aber schnell nicht mehr aus. Klassischerweise nutzen dafür viele Studierende Aushänge an der Uni oder auch Facebookaufrufe, meist mit gemischter Resonanz. Es kommt vor allem darauf an, wie man die potenziellen Testpersonen anspricht. Es lohnt sich also, dich damit zu beschäftigen wie du den Aushang formulierst und gestaltest! Kurze interessante Umfragen oder Versuche mit Incentives kommen dabei natürlich immer besser weg.

Das sind soweit Tipps, an die du wahrscheinlich auch schon gedacht hast, aber wusstest du, dass es mittlerweile spezielle Websites dafür gibt? Es gibt Online-Portale, bei denen man seine Studie anmelden kann und wo sich dann leicht Testpersonen finden lassen. Dies geschieht im Austausch mit eigenen Studienteilnahmen: Mit jeder Teilnahme an einer Studie sammelt man Punkte und hat dadurch sowohl die Möglichkeit sein eigenes Forschungsprojekt zu pushen, sowie auch andere Forschungsprojekte zu unterstützen.

Transkribieren

Involviert deine Studie Interviews oder Gruppengespräche, wirst du um das Transkribieren nicht herumkommen. Das klingt zunächst nicht besonders anspruchsvoll, wird aber vom Zeitaufwand her schnell unterschätzt. Um zehn Minuten Audiomaterial abzutippen, braucht man nämlich gerne schon einmal eine Stunde. Der Vorteil des Transkribierens ist jedoch, dass du dich schon beim Abtippen der Gespräche intensiv mit den Inhalten auseinandersetzt. Plane die Transkription so schnell wie möglich nach der Aufnahme der Gespräche ein, damit du die Inhalte noch kennst.

Für das Transkribieren gibt es verschiedene Softwares, die dir eine große Hilfe sein können. Transkriptionssoftwares ohne automatische Spracherkennung bieten praktische Editoren, in dem Audiospur und Textfeld verknüpft sind. Dort kannst du deine Audiodateien durch Kürzel schneller oder langsamer abspielen oder die letzten Sekunden wiederholen. Zeitcodes und Sprecher können ebenfalls ganz leicht eingefügt werden. Unterschätze nicht, wie oft eine Aufnahme bei der Transkription abgespielt und pausiert werden muss! Durch einen solchen Transkriptionseditor musst du immerhin nicht parallel mit Word und dem Windows Media Player hantieren. Es gibt hierfür sowohl kostenlose, als auch kostenpflichtige Programme. Das Tippen selbst bleibt dir allerdings nicht erspart. Daneben gibt es Transkriptionssoftwares mit automatischer Spracherkennung. Auch bei diesen steht dir ein Editor zur Verfügung, aber zusätzlich werden deine hochgeladenen Audio- oder Videodateien innerhalb weniger Minuten inklusive Sprecherunterscheidung und Zeitstempel automatisch transkribiert. In dem Editor kannst du diese vorgefertigten Transkripte dann korrigieren und die verschiedenen Sprecher benennen. Die automatisch erstellten Transkripte sind natürlich nicht perfekt, und vor allem Fachbegriffe und Namen müssen noch einmal angepasst werden. Statt einer Stunde brauchst du für zehn Minuten Audiomaterial aber nur noch etwas eine Viertelstunde.

Zu beachten ist: Eine schlechte Audioqualität kann dir die Transkription erschweren. Somit sind ein gutes Aufnahmegerät (was natürlich auch ein Handy mit guter Aufnahmequalität sein kann) und gute Kopfhörer bereits kleine Helfer, die dir Zeit und Nerven sparen. Die meisten Universitäten bieten außerdem einen Geräteverleih an, bei dem du dir Aufnahmegeräte kostenlos leihen kannst. Vermeide möglichst Hintergundgeräusche während der Aufnahmen und verhindere aktiv, dass sich während des Interviews unterbrochen oder während der Gruppendiskussion gleichzeitig geredet wird. Nicht nur die Softwares funktionieren dann besser, sondern auch du verstehst alles einfacher.

Kopfhörer helfen dir beim Transkribieren.

Zitieren

Auch richtig zitieren kann dich einiges an Zeit kosten: Wenn du während des Schreibprozesses nicht genau markiert hast, welches Zitat und welcher Inhalt aus genau welchem Abschnitt welcher Quelle stammt, musst du das dann noch nach dem Schreiben machen. Dieses Rumgesuche kann ziemlich nervenaufreibend sein. Hier hilft nur ein vernünftiges System, in dem alle Quellen mit den zugehörigen Daten deinem Text zugeordnet sind. So etwas kannst du dir bei Excel aufbauen, oder auch im Worddokument selbst, es gibt allerdings auch Tools, die dir das erleichtern. Diese musst du jedoch schon bei der Literaturrecherche nutzen und dort die Quellen einpflegen. Selbst, wenn du alles genau markiert und die Quellen schon beim Schreiben an die richtigen Stellen eingefügt hast, kann es viel Zeit kosten, diese Quellen in das vorgegebene Format zu bringen (deutsche vs. amerikanische Zitierweise). Durch ein Zitiertool kannst du einfach per Mausklick Fußnoten in der ausgesuchten Zitierweise einfügen oder auch das ganze Literaturverzeichnis erstellen.

Korrekturlesen

Auf den letzten Drücker Korrektur zu lesen oder die Arbeit abschnittsweise nur einer Person zwischendurch mal zu geben - das kennen sicher viele, die schon einmal eine größere Arbeit für die Uni geschrieben haben. Vor allem wenn man die letzte Nacht vor dem Abgabetermin durchgeschrieben hat, bleibt für das Korrektur Lesen meist keine Zeit mehr.

Es ist dennoch definitiv empfehlenswert etwas Zeit zwischen der Schreib- und der Korrekturphase zu lassen, damit du noch einmal einen etwas objektiveren Blick auf die Arbeit werfen kannst und auch deine Korrekturleser genug Zeit haben. Die besten Helfer sind hier allerdings wohl kein Software-Tools, sondern die richtigen Korrekturleser. Schau dich in deinem Umfeld nach einer heterogenen Gruppe an Lesern um: Am besten ist es, wenn mindestens eine Person dabei ist, die sich etwas mit deinem Thema auskennt, aber auch eine, die gar keine Ahnung von deinem Studienfach hat. Wenn auch eine fachfremde Person das meiste deiner Arbeit versteht und einen roten Faden erkennt, weißt du, dass du dich nicht zu sehr in der Wissenschaft verzettelt hast und dass klare Textstrukturen vorhanden sind. Hast du am Ende doch Zeitprobleme, kannst du auch nur einzelne Kapitel an deine Korrekturleser verteilen. Der Umfang der Korrektur richtet sich natürlich danach, wie wichtig dein Projekt ist. Das Korrekturlesen einer Abschlussarbeit ist schließlich etwas anderes als das deiner Hausarbeit.

Letztendlich bleibt noch das Drucken deiner Arbeit. Das ist zwar nicht sehr zeitraubend, aber bedenke die Druckzeit! Es gibt zwar auch Lehrstühle, denen die digitale Form genügt, informiere dich aber rechtzeitig darüber. Wie ärgerlich wäre es, wenn du ein Semester an dein Studium dranhängen müsstest, nur weil du vergessen hast die Druckzeit deiner Abschlussarbeit mit einzukalkulieren!

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