Selbstmotivation beim Studieren
Tim Reichel verpasst dir einen (sanften) Arschtritt | Fotos:Thinkstock/padma_sanjaya, Studienscheiss
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22. Dez 2017

Gastbeitrag

Lerntipps

Arschtritt: nie wieder Motivationsprobleme beim Studieren

Null Motivation = Studienabbruch?

Jetzt. Genau in dieser Sekunde entscheidet sich ein Student dazu, sein Studium abzubrechen. Nicht, weil ein plötzlicher Sinneswandel eingetreten ist oder die Noten nicht mehr stimmen – es macht einfach keinen Spaß mehr. Hörst du das Seufzen des Studenten, der enttäuscht die Ordner in den Mülleimer plumpsen lässt und damit seinen Lebenstraum beerdigt?

Ich schon. Seit sechs Jahren bin ich Fachstudienberater an einer großen deutschen Universität. Ich habe täglich mit Studenten zu tun und schon unzählige Gespräche mit angehenden Akademikern geführt. Ich kenne ihre Ängste und Sorgen. Und: Ich weiß, was die meisten von ihnen falsch machen.

Erst gute Vorsätze, dann heiße Luft

Bei vielen Studenten besteht das Studium aus einzelnen Hauruck-Aktionen: Am Anfang des Semesters sind sie supermotiviert und gehen zu jeder Vorlesung. Dann nimmt die Zielstrebigkeit ab und das Studieren verläuft sich ein wenig. Vorlesungen werden geschwänzt, Lerneinheiten verschoben und die gut gemeinten Vorsätze geraten in Vergessenheit. Am Ende – kurz vor den Prüfungen – gibt es dann nochmal einen Schlussspurt, damit jedes Modul so gut es geht bestanden wird. Das Problem dabei: Daraus wird nichts! Denn ein Studium ist kein Sprint; es ist ein Marathon.

So gewinnt man den Studiermarathon

Einen erfolgreichen Marathon schüttelt man nicht einfach so aus dem Ärmel. Man gewinnt ihn so: mit vielen kleinen, kontinuierlichen Schritten. Kleinen Aktionen, die zusammen eine mächtige Wirkung entfalten und besser funktionieren als jeder Zwischensprint. Deshalb ist es so wichtig, dass du beim Studieren am Ball bleibst. Du musst jeden Tag etwas für dein Studium tun und an deinen Zielen arbeiten – nicht viel, aber wenigstens etwas. Und obwohl diese Strategie banal klingt und einfach zu befolgen wäre, wird sie von den meisten Studenten ignoriert.

Deshalb zeige ich dir nun eine einfache Technik, die dabei hilft, in Schwung zu kommen – und zu bleiben:


Ultimativer Lerntipp: rote Kreuze an der Wand Motivation im Studium

Besorge dir einen großen Wandkalender, auf dem dein komplettes Semester oder ein ganzes Jahr abgebildet ist, und hänge ihn in deinem Zimmer auf. Arbeite heute für einen kurzen Zeitraum an deinem Studium und markiere anschließend den entsprechenden Tag mit einem großen, roten "X". Fahre bei jedem weiteren Tag, an dem du etwas für dein Studium getan hast, genauso fort und setz eine Markierung im Kalender. Nach ein paar Tagen hast du eine Kette – und wenn du weitermachst, wird diese von Tag zu Tag länger. Deine einzige Aufgabe ist es jetzt nur noch, die Kette nicht zu unterbrechen. Deine Mission lautet also: "Unterbrich niemals die Kette!"


Dauerhaft motiviert bleiben

Wenn es eine Sache gibt, mit der alle Studenten auf dieser Welt zu kämpfen haben, dann sind es Motivationsprobleme. Doch diese einfache Regel wird dir dabei helfen, deine inneren Blockaden zu lösen und entschlossen zu studieren. Tage, an denen du nur faul vor dir hinvegetierst, gehören damit der Vergangenheit an. Gleichzeitig musst du dich aber nicht zur unmenschlichen Studiermaschine entwickeln, denn kleine Aktionen reichen schon aus, um deine Ketten-Mission am Laufen zu halten.

Denk dran: Kleine tägliche Verbesserungen führen auf lange Sicht zu großen Fortschritten. Unterbrich also niemals die Kette!

 


Arschtritt-Buch Tim ReichelUNICUM Buchtipp

Wenn du manchmal nicht weißt, wie du weitermachen sollst, oder kurz davor bist, dein Studium an den Nagel zu hängen, dann musst du dieses Buch von Tim Reichel lesen.
Tritt dir selbst in den Arsch und werde glücklich!

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Deine Meinung:

Veröffentlicht am 09. Jan 2018 um 13:20 Uhr von Sheldon Cooper
Den Kalendertipp finde ich nicht sehr hilfreich, zumindest nicht für wirklich lernintensive Studiengänge wie Medizin. Wenn ich das befolge, sitze ich am Ende 4 Stunden am Stück dran. Das funktioniert nicht, weil irgendwann der Kopf blockiert. Besser regelmäßig Pausen machen und sich da auch mal was gönnen (Kinobesuch, Treff mit Freunden etc.). So motiviere ich mich besser. Was außerdem hilft, sind Lerngruppen, in denen man gemeinsam Übungen und Altklausuren (kostenlos zu finden bei uniturm.de/) durchgeht. Die meisten Dozenten variieren nur leicht ihre Klausuren. So weiß man vorab schon, was auf einen zukommt und ist so wesentlich motivierter. Zudem hat man nicht so ein schlechtes Gewissen wenn man auf Lücke lernt :)