Training fürs Gehirn
Wenn du deinem Gehirn öfter was Gutes tust, fällt dir Lernen leichter | Foto: Thinkstock/ismagilov

Lerntipps

23.02.2017

Musik zum Lernen

Musik zum Lernen: Der perfekte Sound für mehr Motivation

Klausurenphase: Die Bibliothek ist voll, aber keiner macht einen Mucks. Auch Zuhause verkriechen wir uns zum Lernen ins stille Kämmerlein. Manche brauchen diese Ruhe, and ... mehr »

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11. Mai 2017

Ann-Christin Kieter

Lerntipps

Brain-Day: So sieht der perfekte Tag für dein Gehirn aus

Der ideale Morgen für deine grauen Zellen

6:30 Uhr: Vergiss die Schlummertaste! Stell den Wecker lieber auf die 15 Minuten später und gönn uns den echten Schlaf statt des Dämmerschlafs nach dem ersten Klingeln.

6:45 Uhr: Reiz mich mit was Neuem! Öfter mal den Wecker-Ton ändern oder die Vorfreude auf etwas genießen, zum Beispiel auf ein leckeres Frühstück.

7:15 Uhr: Mach mir ein Frühstück mit niedrigem glykämischen Index! Ich mag zum Beispiel: Haferflocken, Vollkorntoast, Rosinenkleie, und Grapefruit. Ich mag nicht: Instant-Flocken, Bagels, zuckerhaltige Cerealien, Apfelsaft und Rosinen. 

7:30 Uhr: Emotionen sind gut fürs Gedächtnis! Wenn du ständig vergisst, wo du deinen Haustürschlüssel hingelegt hast, dann erinnere dich daran, in was für eine peinliche Situation dich das möglicherweise schon mal gebracht hat, weil du beim strengsten Prof der Uni zu spät in den Hörsaal gestolpert bist.

7:45 Uhr: Navigiere mal wieder ohne Smartphone! Je öfter du Google Maps anschmeißt  statt einfach mal eine mentale Karte aufzurufen, desto mehr verabschiedet sich unser Freund, der Hippocampus.

7:45 Uhr: Höre unbekannte Musik! Für deine Stimmung sind die Lieblingslieder vielleicht top, aber mich langweilen sie schnell und lassen mich keine neuen Verbindungen zwischen den Neuronen aufbauen.

So verläuft der Tag optimal für dein Hirn

10:30 Uhr: Wähle die richtige Wandfarbe! Du findest dich nicht besonders produktiv? Dann könnte es sein, dass dein Büro oder Arbeitszimmer in der falschen Farbe gestrichen ist. Durch ein aggressives Rot bekommen wir mehr Durchsetzungsvermögen. Mit einem entspannenden Blau hingegen können wir uns besser konzentrieren.

12:00 Uhr: Vergiss verschiedene Lerntypen! Angeblich macht es Sinn, die für sich persönlich beste Art zu Lernen (visuell, auditiv oder kinästhetisch, also durch Bewegung) zu kennen und zu nutzen. Daniel Willingham, Psychologie-Prof der University of Virginia hält das jedoch für "total ineffizient". Mathe ließe sich einfach nicht durch Seilspringen erlernen.

13:00 Uhr: Zuckerbrot statt Peitsche gegen das Prokrastinieren! Du hast Aufgaben, auf die du absolut keine Lust hast, den ganzen Vormittag aufgeschoben? Dann solltest du dir die eine nette Belohnung für die Fertigstellung überlegen, zum Beispiel, dass du danach etwas machst, was dir Spaß macht. Diese Motivation funktioniert laut Psychologe Dan Ariely deutlich besser, als sich Strafen für die Nicht-Erfüllung zu überlegen.    

13:15 Uhr: Trainiere unser Arbeitsgedächtnis! Wissen, das du sofort zum Anpacken bestimmter Aufgaben brauchst, speicherst du in meinem Deckelfach, dem Arbeitsgedächtnis ab. Um das zu vergrößern, hilft besonders das Denksportspiel "Dual n-back"-Test, bei dem man sich eine Zahlenreihe auf Papier und gleichzeitig eine Buchstabenreihe über Kopfhörer merken und dann angeben muss, was zwei, drei oder vier Schritte vorher dran kam.

Das wünscht sich dein Gehirn am Abend

17:00 Uhr: Genehmige uns ab und zu ein Feierabend-Bier mit Kommilitonen oder Kollegen! Alkohol-Genuss in Maßen kann tatsächlich Stress reduzieren und zur Geselligkeit beitragen. Und deine gute Stimmung tut auch mir gut. Nur nicht übertreiben! Maximal ein Drink pro Tag reicht! Am besten im Wechsel mit:

17:15 Uhr: Sport ist Mord! Nicht! Bewegung tut nicht nur deinem Körper gut, sondern auch mir. Während des Trainings werden nicht nur Glückshormone ausgeschüttet, sondern auch ein chemischer Stoff, das Protein BDNF ("brain-derived neutrtrophic factor"), das mich dabei unterstützt, mich an die Bedürfnisse des Umfelds anzupassen.   

18:00 Uhr: Gib mir Liebe! Ich gebe zu: Ich bin drogenabhängig. Hin und wieder brauche ich einen Schuss Oxytocin. Diesen Stoff bekomme ich, indem du Liebe erfährst. Ist gerade kein Date in Sicht, reicht aber auch eine freundschaftliche Umarmung.

21:00 Uhr: Gönn uns eine erholsame Nachtruhe! Im Schlaf kann ich mich vom chemischen Botenstoff Adenosin befreien, der sich beim Denken und Handel so ansammelt und für meine Erschöpfung sorgt. Außerdem habe ich dann Zeit, wichtige Infos des Tages zu sortieren und unnötige zu löschen, damit wir morgen wieder voll durchstarten können.


Brain! Ein Tag im Leben unseres GehirnsUNICUM Buchtipp                                   

Die Ideen für den perfekten Tag für dein Gehirn stammen aus dem Buch "Brain! Ein Tag im Leben unseres Gehirns", das seit April 2017 bei Books4success erhältlich ist.

Der Autor Garth Sundem ist ein bekannter amerikanischer Matheprofessor und Vortragsredner, der Wissenschaft mit einer gewissen Portion Humor mixt. Und so sind auch die ganzen Forschungsergebnisse aus  Neurologie und Psychologie in "Brain!" für den Laien leicht verständlich und unterhaltsam verpackt.

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