Referatsgruppe
Freund oder Feind? Das weiß man bei Referatsgruppen doch nie, oder? | Foto: Unsplash/Saksham Gangwar

Prüfungstipps

20.04.2017

Einleitung Vortrag

"Ich habe fertig!": So beendest du dein Referat wirkungsvoll

Klar kann man ein Referat mit den Worten "Ich habe fertig!" beenden. Muss man aber nicht. Rhetoriktrainer Norbert Franck erklärt dir, wie du gekonnt zum Schluss komm ... mehr »

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03. Mai 2017

Melanie Schröder

Lerntipps

Das Nervigste am Studium? Die Referatsgruppen!

Eine Typologie des (Gruppenarbeit-)Schreckens

Die passiven Mitreferenten

Sollte die überwiegende Mehrheit deiner Arbeitsgruppe aus passiven, apathisch dreinblickenden Studierenden bestehen, ist an eine zielgerichtete Zusammenarbeit nicht mehr zu denken. sie glauben, dass ihre physische Anwesenheit bei einem Gruppentreffen ausreicht, ohne dass sie zur Aufgabenverteilung oder Struktur des Referats etwas beitragen müssen.

Häufigstes Kommunikationsmittel dieser Art: Schweigen und Achselzucken. Tatsächlich kann es sogar passieren, dass sie genervt reagieren, wenn das Gruppentreffen in zielloser Diskussion zu versumpfen droht: "Können wir jetzt bitte mal zum Punkt kommen und die Aufgaben verteilen? Ich habe schließlich auch noch andere Seminare!"

Falls das Treffen irgendwann mal ein Ende finden soll, hilft nur eins: Themengebiete selbst ein- und verteilen. Auch auf die Gefahr hin, dass du später als herrisch zu vermeidende Persona non grata abgestempelt wirst.

Die Abwesenden

Im besten Falle braucht man mit diesem Typus gar keine Schwierigkeiten zu befürchten. Schließlich existieren sie nur auf dem Blatt Papier, auf dem sich die Studierenden zu Beginn des Seminars für ein Referat eintragen haben und niemand hat sie im Seminar jemals gesehen. Falls es also noch genügend andere arbeitswillige und anwesende Kommilitonen in deiner Gruppe gibt: Kein Problem.

Allerdings droht hier eine andere Herausforderung, falls sich mehrere solcher Exemplare in deine Referatsgruppe eingeschlichen haben. In diesem Fall könntest du in die unangenehme Situation kommen, das Referat plötzlich alleine halten zu müssen. Gerade wenn sich der Vortrag über die gesamte Seminarsitzung, meist 1,5 Stunden, erstrecken soll und die oder der Dozierende das Thema nicht ausfallen lassen will, keine erbauende Vorstellung.

Dann bleibt dir, um der Leitungspunkte willen, nichts anderes übrig, als das Referat zähneknirschend durchzuziehen.


Referat Typologie


Die Kommunikationsverweigerer

Sie sind zwar physisch während des Seminars anwesend, verweigern jedoch jede Kommunikation mit den Mitgliedern ihrer Referatsgruppe. Die Vorbereitungstreffen müssen in der Regel ohne sie stattfinden, der Grund bleibt zwecks mangelndem Mitteilungsbedürfnis meist unbekannt. Man erreicht sie nur per Mail, wo man ihnen ihr persönliches, während des Gruppentreffens entstandenes, Themengebiet mitteilt.

Falls man sie dringend persönlich sprechen möchte und versucht, sie nach dem Seminar abzufangen, entgehen sie dir durch eine List. Die erste persönliche Kontaktaufnahme erfolgte erst kurz vor Referatsbeginn. Der Vortrag selbst endet dann, wegen mangelnder Absprache, in einigen peinlichen Situationen und die oder der Dozierende macht natürlich alle Referierenden für das Chaos verantwortlich.

Die Arbeit-auf-Andere-Abwälzer

Sie verbringen ihre Zeit zu einem Großteil in Kneipen und angesagten Clubs und absolvieren das Studium eigentlich nur aus Imagegründen. "Chill ma‘", ist ihr bewährter Slang und sie beherrschen die Maxime TEAM ("Toll, ein anderer macht’s") in Perfektion. Sie werden dich zwar niemals aktiv darum bitten, ihren Teil der Arbeit zu übernehmen, sorgen aber dennoch mit subtilen Mitteln dafür.

Falls man ein Exemplar dieses arbeitsscheuen Typus in seiner Referatsgruppe antreffen sollte: Niemals die Übernahme des Handouts zusagen! Sie werden dir ihren Teil der Zusammenfassung entweder erst am Morgen des Referats oder vielleicht auch niemals schicken, sodass du lieber gleich selbst ihren Anteil der Arbeit übernimmst.

Sich über dieses passiv-aggressive Verhalten aufzuregen, bringt meist wenig und wird mit zynisch grinsendem Stirnrunzeln quittiert: "Jetzt reg‘ dich mal ab. Hat doch alles geklappt, oder?"

Die Überengagierten

Eine besonders in unteren Semestern vorkommenden Art, die auf den ersten Blick gar vorteilhaft erscheint: Wer wünscht sich nicht engagierte Kommilitonen, die immer für Fragen offen und erreichbar ist? Das Horror-Potential entfaltet sich erst nach und nach: Denn kaum haben sie sich für ein Gruppenreferat eingetragen, müssen sie schon Wochen vorher in fortwährendem Kontakt mit den Referierenden stehen. Die Gründung einer WhatsApp-Gruppe, mit der sie dich zu jeder Tages- und Nachtzeit mit allerlei unwichtigen Informationen zuspammen können, ist obligatorisch.

Für ein unbenotetes Referat möchten sie am liebsten sämtliche Sekundärliteratur zu Goethe wälzen und schrecken auch vor mehreren 8-stündigen Treffen, gerne am Wochenende, nicht zurück. Paradoxerweise werden sie dabei nicht müde, zu betonen, wie "busy" sie doch eigentlich sind. Auf den vorsichtigen Hinweis, dass man am Sonntag eigentlich mal nichts tun wollte, reagieren sie mit Unverständnis: "Ich verpasse die silberne Hochzeit meiner Eltern, aber klar verstehe ich, dass du am Sonntag chillen willst!"

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