Die Reise meines Leben
Lust auf ein wenig Fernweh? | Foto: Thinkstock/stevanovicigor
Autorenbild

07. Mär 2017

UNICUM Onlineredaktion

Freizeit

Die Reise meines Lebens: 4 Geschichten, die Fernweh auslösen

Esther: Fünf intensive Wochen im Iran

von Nathalie Klüver

Esther Schirrmacher

"Ein persisches Sprichwort sagt 'Isfahan ist die Hälfte der Welt', das würde ich so unterschreiben", sagt Esther Schirrmacher. Ihre Begeisterung für den Iran steckt an, wenn sie von der Gastfreundschaft schwärmt und von der Architektur, den Parks und Museen Teherans und eben von Isfahan, der prächtigen, alten Stadt an der Seidenstraße. Im Sommer 2016 war die 21-Jährige fünf Wochen im Iran mit einem Stipendium der Kulturabteilung der Iranischen Botschaft für Persisch-Fortgeschrittene aus aller Welt. Sprachkurs vormittags, nachmittags Ausflüge.

"Die Reise in den Iran hat mich definitiv verändert", sagt Esther, und wenn sie das sagt, dann will das was heißen. Die Studentin der Orient- und Asienwissenschaften aus Bonn hat schon viel gesehen von der Welt. Weil Reisen das beste Hausmittel gegen Klischees und Vorurteile ist, sagt sie. Weil man aus dem Alltagstrott herausgerissen wird, so viel lernen kann. Auch Jordanien und Aserbaidschan hat sie unter anderem bereist und darüber gebloggt: www.in80dayscom.com. Aber die Zeit im Iran, das seien die intensivsten Wochen ihres Lebens gewesen. Probleme habe es im Iran keine wirklichen gegeben, nur arrangieren müsse man sich mit einigen Dingen: dass man als Frau immer ein Kopftuch tragen muss und bei Verlassen des Uni-Geländes den Pass abgeben muss. Dass die Betten der Wohnheime keine Matratzen hatten. Und dass alle Ausflüge mit ein bis zwei Stunden Verspätung begannen.

Urlaub im Iran

3  unverzichtbare Dinge auf Reisen:

  1. Kamera
  2. Desinfektionsmittel im Taschenformat
  3. Reisebuch

Esthers Reisetipp: "Um den Menschen besonders nahe zu kommen, sollte man am besten die Sprache lernen, sie ist der Schlüssel zum Herzen. Wenn man sich dann noch mit Leidenschaft auf die Kultur einlässt, erfährt man nicht nur viel über das Reiseland – sondern auch über sich selbst."


Jonas: Work & Travel und Meditation im Dschungel

von Mona Contzen

Jonas Kauermann

Als Jonas Kauermann mit 15 die Aussteiger-Geschichte "Into the Wild" im Kino sieht, steht sein Entschluss fest: So will er auch mal reisen – alleine, ohne Plan und doppelten Boden. Sich selbst kennenlernen, sich selbst genug sein; reichen zwei Jahre dafür aus?

Vor dem Studium tourt Jonas durch Indien, Thailand, Indonesien und Malaysia, schafft es bis zu den Philippinen. In Australien bessert er seine Reisekasse mit Work & Travel auf. Groß ist das Budget nie, trotzdem ist es ein Schock, wenn mitten im Nirgendwo der Rucksack geklaut wird und plötzlich alles weg ist. Jonas irrt umher, bis ihn eine Australierin für ein paar Tage aufnimmt. Aus dem Tiefpunkt wird so ein Highlight: "Langsam wurde mir klar, dass man nichts braucht, um das Leben zu genießen", sagt Jonas.

Die Reise durch Indien dürfte Vorarbeit geleistet haben. Der heute 24-Jährige landet im Ashram, meditiert drei Wochen im Dschungel. "Dort habe ich Glück und Zufriedenheit aufgesogen, obwohl die Menschen so viel weniger besitzen. Das hat die Spiritualität in mir geweckt", sagt Jonas. "Früher hatte ich eine sprunghafte Wahrnehmung, es wurde sogar ADHS diagnostiziert. Jetzt fühle ich mehr Klarheit. Ich verstehe mich und dadurch andere Menschen besser." Ein Lernprozess, der Jonas an die Uni gebracht hat, er studiert in Osnabrück Soziale Arbeit. Sein Ziel: mehr Harmonie für alle – und zu Fuß durch Südamerika gehen, nach dem Studium.

Reise nach Indien

3 unverzichtbare Dinge auf Reisen:

  1. Neugier
  2. Kopflampe
  3. Zeit, alles auf sich wirken zu lassen

Jonas’ Reisetipp: "Indien – hier gibt es alle 200 Kilometer eine neue Kultur, eine neue Sprache, neues Essen und eine neue Landscha . Besonders in Varanasi kriegt man von dem Land eine Menge mit. Ein sehr spiritueller Ort und auch für Indien-Anfänger wegen der guten touristischen Infrastruktur geeignet."


Irina: Per Anhalter über den Atlantik

von Janna Degener

Irina Schaltegger

Irina Schaltegger wollte Spanisch lernen und ihre Cousine in Kolumbien besuchen – der Umwelt zuliebe aber nicht per Flugzeug. Am Hafen von Las Palmas de Gran Canaria sprach sie Reisende an, nach einer Woche bot ihr ein ukrainischer Kapitän eine Mitsegelgelegenheit an. "Anfangs hatte ich ein bisschen Schiss, nur mit Männern zu reisen. Aber die drei waren ganz lieb", erzählt die 24-Jährige.

Drei Wochen dauerte die Überfahrt. Im Wechsel mit ihren osteuropäischen Mitreisenden saß Irina vor dem Autopiloten, um das Wetter zu beobachten. Auch kochen musste jeder mal. Ansonsten blieb Zeit, um in der Sonne zu liegen und zu lesen. Trotz der guten Stimmung waren alle froh, als sie sich in Barbados wieder aus dem Weg gehen konnten. Doch die Freude hielt nur kurz an – wegen Visa-Problemen musste sie das Land verlassen.

In Granada erging es den Reisenden nicht besser, so dass Irina nach Martinique flog, wo sie als EU-Bürgerin bleiben durfte. Hier schloss sich die Kultur- und Sozialanthropologie-Studentin einer Gruppe Franzosen an, mit denen sie ein Schiff nach Kolumbien fand. Einer ihrer Mitreisenden brachte sie auf die Idee, mit dem Fahrrad durch die Anden zu fahren. Was sie nach dem Besuch bei ihrer Cousine auch tat. Per google maps fand sie Wege, die sie fernab der touristischen Pfade über riesige Gebirge, in endlose Wälder und abgelegene Dörfer führten. Als sie zwei Monate später zurück nach Hause flog, sprach sie Spanisch. Und sie wusste: Das Radeln ist die schönste Art des Reisens!

Fahrt über den Atlantik

3 unverzichtbare Dinge auf Reisen:

  1. Zahnbürste
  2. Schlafsack
  3. Plane, die man als Zelt, Windschutz oder Sitzkissen verwenden kann

Irinas Reisetipp: "Im kolumbianischen Salento trifft man nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische, die spannende Projekte voranbringen. Das Klima ist angenehm und man kann einen 5.000er besteigen!"


Markus: Zwischen Polarlichtern und Eislandschaften

von Caroline Friedmann

Markus Hermann

Rentiere, Elche, Schlittenhunde – und Schnee, so weit das Auge reicht. Markus Hermann, der gerade seinen Master in Umweltwissenschaften an der Uni Stockholm macht, will gemeinsam mit zwei Kommilitonen das schwedische Lappland erkunden. Aus
dem Kurztrip werden fünf Tage voller neuer Eindrücke – und faszinierender Naturschauspiele.

Gleich am ersten Abend lassen Polarlichter rund um Markus’ Unterkunft am Alttajärvi-See den nächtlichen Himmel in leuchtenden Farben erstrahlen. "Der Moment, in dem ich die hellgrünen und roten tanzenden Himmelslichter gesehen habe, war einfach atemberaubend“, schwärmt Markus von diesem unbeschreiblichen Naturspektakel. Obwohl er schon viel gereist ist, war dieser Kurztrip für ihn ein einzigartiges Erlebnis. "Meine Highlights waren definitiv die Polarlichter, eine Schneemobiltour über gefrorene und eine Husky-Schlittentour“, erzählt der 26-Jährige. " All das hat in mir ein Gefühl endloser Freiheit ausgelöst und mir auf eine neue Art wieder bewusst gemacht, wie wertvoll unsere Natur ist.“

Probleme gab es unterwegs glücklicherweise nicht – weder bei Ausflügen noch in der Unterkunft oder mit seinen Begleitern. Und dafür hat Markus auch eine Erklärung: "Je toleranter jede Person gegenüber der anderen war, umso entspannter war auch der Tag. Außerdem lernt man einen Menschen auf eine neue Art kennen, was eine Reise ja auch so spannend macht.“

Urlaub in Lappland

3 unverzichtbare Dinge auf Reisen:

  1. passender Reisegefährte
  2. gutes Buch
  3. nicht zu großer und bequemer Rucksack

Markus' Reisetipp: "Lieber ein fremdes Land genauer anschauen und etwas länger dort bleiben als nur eine Liste mit möglichst vielen Ländern abhaken."


Gewinn die Reise deines Lebens nach Costa Rica mit goXplore!

Na, so richtig schön Fernweh bekommen? Wir haben etwas dagegen! Zusammen mit goXplore, dem Anbieter für Abenteuer-Reisen verlosen wir eine Reise für zwei Personen nach Costa Rica. Mach gleich mit!

Artikel-Bewertung:

3.24 von 5 Sternen bei 119 Bewertungen.

Deine Meinung: