Frauenfußball WM 2019
Die USA (in weiß) ist als amtierender Weltmeister auch in diesem Jahr Favorit bei der Frauenfußball WM 2019. | Foto: Jamie Smed/Flickr, CC BY 2.0
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29. Mai 2019

Marvin Kesper

Freizeit

Frauenfußball WM 2019

Alles, was du über das Turnier wissen musst

Frankreich empfängt die Welt

Die achte Auflage einer Frauenfußball WM findet in diesem Jahr in unserem Nachbarland Frankreich statt und ist eines der großen Sportereignisse 2019. Nach der Europameisterschaft der Männer 2016 sind die Franzosen wieder Gastgeber eines großen Fußball-Events. Generell ist es erst die dritte Frauenfußball-Weltmeisterschaft auf europäischem Boden. Die anderen beiden Turniere in Europa fanden 1995 in Schweden und 2011 in Deutschland statt. Die insgesamt 24 Mannschaften spielen in Frankreich an neun Austragungsorten, unter anderem in Paris, Nizza und Lyon. In Lyon steht mit dem Parc Olympique Lyonnaise auch das größte Stadion der Weltmeisterschaft. Das zugleich drittgrößte Stadion Frankreichs bietet Platz für 61.556 Zuschauer. Hier findet auch das Endspiel der Weltmeisterschaft am 7. Juli statt. Auch bei der Frauenfußball WM 2019 werden die gleichen Fußballregeln angewandt wie bei der Weltmeisterschaft der Männer 2018. Das heißt: Auch der Videoschiedsrichter wird wieder zum Einsatz kommen.

Der Gastgeber eröffnet die WM

Wie bei großen Turnieren üblich, eröffnet der Gastgeber das Turnier. Am 7. Juni 2019 empfängt die ranzösische Nationalmannschaft die Südkoreanerinnen im Parc de Princes in Paris. Bevor die Weltmeisterschaft allerdings angepfiffen wird, sorgt die französische Sängerin Jain bei der Eröffnungsfeier für musikalische Stimmung. Die deutsche Nationalmannschaft startet einen Tag später, am 8. Juni 2019, in das Turnier. In Rennes ist China der erste Gegner der Deutschen. Weitere Gegner in der Gruppe B sind Südafrika und Spanien.

Vier Neulinge bei der Frauenfußball WM 2019

In diesem Jahr konnten sich gleich vier Länder für das Turnier in Frankreich qualifizieren, die vorher noch nie an einer Weltmeisterschaft teilgenommen haben: Chile, Jamaika, Schottland und Südafrika. Südafrika trifft als Neuling unter anderem auf die Deutsche Nationalmannschaft. Die "Banyana Banyana", wie die südafrikanische Frauen-Nationalmannschaft im eigenen Land genannt wird, konnte sich über den Afrika-Cup für das Turnier qualifizieren, bei dem die Finalistinnen automatisch in die WM-Endrunde einziehen. Das Endspiel verloren die Südafrikanerinnen allerdings mit 4:3 im Elfmeterschießen gegen Nigeria. Die Jamaikanerinnen haben sich über ihren Kontinental-Wettbewerb qualifiziert, in dem sie beim "CONCACAF Women’s Gold Cup" den dritten Platz erreichten. Durch den zweiten Platz bei den Südamerikameisterschaften hat sich die Frauen-Nationalmannschaft von Chile die Teilnahme gesichert. Sie mussten sich in einem Ligasystem nur den Rekord-Siegerinnen aus Brasilien geschlagen geben, dürfen aber als Zweite trotzdem bei der WM-Endrunde antreten. Der letzte Neuling im Quartett ist Schottland. Nach der erstmaligen EM-Teilnahme 2017 steht in diesem Jahr die erste WM-Teilnahme für die Schottinnen an. In der Qualifikationsgruppe konnten sie sich gegen die Schweiz, Polen, Albanien und Weißrussland durchsetzen und sich so in die Endrunde befördern.

Frauenfußball WM 2019: Favoriten-Check

In sieben Auflagen gab es bei der Frauenfußball WM schon vier verschiedene Sieger. Es ist also schwer vorherzusehen, wer sich 2019 als Weltmeister krönen wird. Dennoch gibt es ein paar Favoritinnen auf den Titel: Gute Chancen dürften die aktuellen Titelverteidigerinnen aus den USA haben. Das Team von Trainerin Jill Ellis konnte sich 2015 im Finale von Vancouver deutlich mit 5:2 gegen Japan durchsetzen. Mit Carli Lloyd, Alex Morgan, Megan Rapinoe und Co. ist der Kader der Amerikanerinnen außerdem gespickt mit Weltklassespielerinnen. Neben den Amerikanerinnen dürfte auch unsere deutsche Nationalmannschaft Chancen auf den Titel haben. Nach der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 muss mit den Deutschen auch bei der Weltmeisterschaft zu rechnen sein. Für eine kleine Überraschung könnten unsere Nachbarinnen aus den Niederlanden sorgen. Schon 2017 überraschten diese nämlich mit dem sensationellen Gewinn der Europameisterschaft im eigenen Land. Dies war ihr erster Titel überhaupt. Wenn die Niederländerinnen diese Leistung auf globaler Ebene wiederholen können, könnten sie mehr sein, als nur ein Geheimfavorit.

Definitiv kein Geheimfavorit, sondern ernstzunehmende Anwärterinnen auf den Titel sind die Brasilianerinnen. Zwar konnte Brasilien die WM noch nie gewinnen, als Rekord-Südamerikameister und mit WM-Rekordtorschützin Marta in den eigenen Reihen sollte es jedoch weit gehen und vielleicht endet der Weg erst mit dem Titel.

Den Kreis der Favoritinnen schließt der aktuelle Asienmeister Japan. Die Japanerinnen konnten 2011 in Deutschland erstmals eine Weltmeisterschaft gewinnen und standen auch 2015 in Kanada im Finale, als sie sich nur den Amerikanerinnen geschlagen geben mussten.



Die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2019

Nachdem der große Erfolg bei Olympia 2016 in Rio durch eine schwache Leistung bei der Europameisterschaft 2017 in den Niederlanden etwas geschmälert wurde, möchten die DFB-Frauen in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft wieder einen Titel erringen. Nach einer souveränen Qualifikation mit sieben Siegen und einer Niederlage zeigt die Formkurve zumindest schon mal stark nach oben. Sollte die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in Frankreich Weltmeister werden, würden sie mit der USA bei der Anzahl der Titel gleichziehen und dürfte sich wieder Rekordweltmeister nennen. Für eine Spielerin des DFB dürfte die WM in Frankreich ganz besonders sein: Dzsenifer Maroszán spielt auf Vereinsebene für Olympique Lyon in Frankreich. Ein Heimspiel für die deutsche Spielmacherin, die im letzten Jahr beim Ballon D’or auf den dritten Platz gewählt wurde. Ein WM-Endspiel in der Stadt ihres Vereins wäre ein besonderes Erlebnis für sie.

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(Aufmacherfoto: Jamie Smed/Flickr.com, Lizenz CC BY 2.0)

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