Kleidertauschpartys Tipps
Auf Kleidertauschpartys kannst du durch einige Second-Hand-Fundstücke stöbern. | Foto: Antonio_Diaz/Getty Images

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Foto: ZoneCreative/gettyimages


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Autor

20. Dez 2019

Tiziana Sepe

Freizeit

Kleidertauschpartys: So funktionieren die Trend-Events

Kleidertauschpartys sind angesagt

Laut Greenpeace werden jährlich ungefähr 1,3 Millionen Tonnen Kleidung in Deutschland entsorgt. Durch günstige Preise und ständig wechselnde Kollektionen, ist Mode zum Wegwerfprodukt geworden: Fast Fashion wird oft nur ein paar Mal getragen und dann wieder entsorgt. Als Gegenbewegung ist die Slow Fashion entstanden. Nachhaltigkeit ist hier wichtig. Durch das Leihen, Tauschen oder den nachhaltigeren Kleidungskauf steht sie für einen bewussteren Umgang mit Mode. An diesem Aspekt setzen, neben der Nachhaltigkeit in der Mode, auch Kleidertauschpartys an. Anders als auf Online-Handelsplattformen, auf denen du deine gebrauchte Kleidung verkaufen kannst, geht es hier nicht darum, deine guten alten Schätze für Geld loszuwerden, sondern sie gegen andere auszutauschen. Du kannst quasi shoppen gehen, ohne dir über die Preise Gedanken zu machen. Wenn dir etwas gefällt und passt, kannst du es einfach mitnehmen. Mit Kleidertauschpartys sparst du Geld und tust gleichzeitig etwas für den guten Zweck. Denn die Kleidungsstücke, die nicht getauscht werden können, werden für wohltätige Zwecke gespendet. Und hast du schon vom Capsule Wardrobe Trend gehört? Dabei reduzierst du den Inhalt deines Schranks auf 37 Kleidungsstücke, die du gut miteinander kombinieren kannst. Und was eignet sich da besser als eine Kleidertauschparty, bei der du Kleidung, die du nicht nutzt, gegen andere Teile, die besser zu deinen anderen Sachen passen, tauschen kannst?

 

Kleidertauschpartys selbst organisieren

Kleidertauschpartys Bochum I Am LoveAuch Xenia (29) und Rebecca (24), die seit September 2019 selbst Kleidertauschpartys in einem Bochumer Café veranstalten, sind große Fans von solchen Tauschaktionen. Die Idee, eine Kleidertauschparty zu veranstalten, hat sich bei den Kolleginnen spontan entwickelt: Xenia ist umgezogen und Rebecca hat ihren Kleiderschrank ausgemistet. Dabei ist den beiden aufgefallen, dass sie ganz schön viele Kleidungsstücke übrig haben, die sie nicht mehr tragen oder die ihnen nicht mehr gefallen. Dann kam ihnen die Idee, im Café eine Kiste mit den ausgemisteten Kleidern hinzustellen und sie unter den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu tauschen. "Unser Chef hat das mitbekommen und meinte, dass das doch eine ganz coole Sache wäre, wenn wir daraus eine Veranstaltung machen", erzählt Xenia. "Daraufhin stellte er uns den Raum zur Verfügung, damit wir im Café eine Kleidertauschparty veranstalten können." So hat sich das Ganze bei Xenia und Rebecca ergeben. Mittlerweile veranstalten sie ihre dritte Kleidertauschparty, die immer am letzten Samstag im Monat in dem Bochumer Café "I am Love" stattfindet.

Bevor Xenia und Rebecca angefangen haben, ihre eigenen Tauschpartys zu organisieren, waren sie selbst noch nie auf einer Kleidertauschparty. Aber ihr Konzept, das Ganze in einem Café und in einer kleinen, netten Runde zu veranstalten, wird sehr gut angenommen. Die beiden möchten, dass die Kleidertauschparty in einer schönen Atmosphäre stattfindet und dass die Leute Zeit haben, sich die Sachen in Ruhe anzuschauen und anzuprobieren. Zusätzlich zur Nachhaltigkeit ist ihnen ein weiterer Aspekt wichtig: "Was wir besonders schön finden, ist der soziale Aspekt. Die Leute, die zu unserer Kleidertauschparty kommen, sollen sich wohlfühlen und ins Gespräch kommen.", so Xenia. Die beiden haben die Teilnehmerzahl auf 40 begrenzt, damit das Ganze in einem gemütlichen Rahmen stattfindet und nicht zu überfüllt ist. "Unsere Kleidertauschparty soll keine sein, bei der jeder seine Sachen einfach hinschmeißt. Klamotten haben ein bisschen Wertschätzung verdient und das geht in der heutigen Zeit leider etwas verloren", erklärt die 29-Jährige.

Wie funktionieren Kleidertauschpartys?

Wenn du den Überblick über deinen Kleiderschrank verlierst und alte Hosen, T-Shirts oder Kleider, die du sowieso nicht mehr trägst, ausmisten willst, hast du bei Kleidertauschpartys die Gelegenheit, sie gegen neue Second-Hand-Fundstücke auszutauschen. Im Internet kannst du dich im Vorfeld informieren, wo Kleidertauschpartys in deiner Nähe stattfinden. Meistens werden Kleidertauschpartys von ehrenamtlichen Gruppen, die sich für den Umwelt- und Naturschutz einsetzen, organisiert. Zu den meisten Kleidertauschpartys kannst du so hingehen. Manche Veranstalter möchten, dass du dich vorher per E-Mail anmeldest. Je nachdem, wo die Kleidertauschpartys stattfinden, kann es etwas eng werden und auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass es nicht zu voll wird und die Besucher und Besucherinnen in Ruhe stöbern können.

Meistens kannst du bis zu zehn Teile zu einer Kleidertauschparty mitnehmen. Ob es sich dabei um Männer- oder Frauenkleidung handelt, ist ganz egal. Wichtig ist nur, dass die Kleidung nicht kaputt oder dreckig ist. Deine mitgebrachten Kleidungsstücke hängst du an die Kleiderstangen oder legst sie auf die dafür vorgesehenen Tische. Die Veranstalter der Kleidertauschpartys ordnen die Sachen in Kategorien ein, damit du dich dort besser zurechtfindest. An den Tischen kleben Schilder mit den Kategorien "T-Shirts" oder "Pullover" und du legst deine mitgebrachten Teile auf den passenden Tisch. Wie auch in einem Laden ist es bei Kleidertauschpartys wichtig, dass die Ware dort für alle gut präsentiert und gefunden wird.

Neben Kleidungsstücken findest du auf Kleidertauschpartys auch Accessoires, wie Taschen, Schuhe oder Schals. Manchmal stößt du sogar auf ausgefallene Fundstücke wie Dirndl. Das war auch auf einer der Kleidertauschpartys von Xenia und Rebecca der Fall. Zu ihren Partys kannst du alles mitnehmen, solange es noch sauber und tragbar ist. Auf Kleidertauschpartys werden zwar hauptsächlich Frauenklamotten angeboten, aber auch Männer sind immer herzlich willkommen. "Für Männerklamotten machen wir noch etwas Werbung, weil Männer da ein wenig verhalten sind", erzählt Xenia. Auf ihren letzten Kleidertauschpartys habe es ihr immer sehr leid getan, wenn da zwei oder drei Männer standen und ganz motiviert ihren Beutel mit Klamotten mitgenommen haben und sie nur zu zweit oder dritt untereinander tauschen konnten. "Aber wir hoffen, dass mehr Männer sich auf den nächsten Kleidertauschpartys noch ein bisschen mehr trauen und wir ein größeres Angebot für sie haben."


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Regeln für Kleidertauschpartys

Meistens sind Kleidertauschpartys kostenlos. Du bringst deine eigenen Klamotten mit, die du nicht mehr brauchst, und kannst dir dafür neue mitnehmen. Auf größeren Kleidertauschpartys kann es sein, dass du Eintritt zahlen musst. Dort kannst du dann aber so viel mitnehmen, wie du möchtest. Generell gilt, dass du die Anzahl an Kleidungsstücken, die du zur Party mitbringst, auch wieder mit nach Hause nehmen darfst. Es ist sozusagen ein Eins-zu-eins-Tausch.

Je nach Veranstalter unterscheiden sich die Regeln jedoch auf den einzelnen Veranstaltungen. Auf manchen Kleidertauschpartys werden am Eingang Marken für die Anzahl deiner mitgebrachten Kleidungsstücke ausgegeben. Diese Marken nutzt du dann zum Eintauschen gegen neue Teile, die du dort findest. Manche Veranstalter kündigen vorher an, wie viele Kleidungsstücke du zur Party mitnehmen darfst. Meistens sind es sieben bis zehn Teile, die du gegen genauso viele wieder eintauschen kannst. Auf manchen Kleidertauschpartys gibt es keine genauen Regeln, wie viele Teile du dir aussuchen darfst. "Unsere Teilnehmer dürfen maximal 15 Teile zum Tauschen mitbringen, weil sich unsere Befürchtung bestätigt hat, dass am Ende noch ziemlich viel übrigbleibt. Mitnehmen darf man, so viel man möchte.", so Xenia. Sie sagen den Leuten auch immer, dass sie gucken sollen, was sie gut gebrauchen können, damit es nicht so ein "Wir nehmen einfach alles mit"-Ding wird und die Wertschätzung der Klamotten ausbleibt.

Am Ende jeder Kleidertauschparty sortieren Xenia und Rebecca die übriggebliebene Kleidung. Das eine oder andere löchrige oder ausgewaschene T-Shirt wird entsorgt. Den Rest teilen die beiden auf: Eine Hälfte geht an den KostNixLaden in Bochum, die andere geht an den gemeinnützigen Verein Bodo, der Obdachlose unterstützt.

 

Kleidertauschpartys als Erlebnis

Neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit sind Kleidertauschpartys auch ein echtes Erlebnis: Du kannst stöbern, Neues entdecken und schöne Dinge mitnehmen. Und das Gute daran ist, dass du dir keine Sorgen darüber machen musst, wie viel die Sachen kosten. Es ist alles kostenlos. Im Austausch dafür bringst du auch etwas mit, das dir vielleicht nicht mehr so gefällt, aber für andere noch interessant sein könnte. Kleidertauschpartys finden in verschiedenen Locations statt. Es kann ein kleines gemütliches Café bei dir um die Ecke sein oder in deiner Uni stattfinden. Auf manchen Kleidertauschpartys läuft nebenbei noch Musik oder es legt ein DJ auf, der für die passende Stimmung sorgt.

Das Besondere an Kleidertauschpartys ist, dass im Laufe des Tages immer wieder neue Gäste mit ihren Sachen dazu kommen. So kannst du immer etwas Neues entdecken. Und je mehr Leute mit unterschiedlichen Teilen und Größen dazu kommen, desto mehr werden fündig! Wenn Kleidertauschpartys in Cafés stattfinden, hast du auch die Gelegenheit, eine kurze Shopping-Pause einzulegen, dir einen Kaffee zu holen und dich später wieder auf die Suche zu begeben. Das kann auch Xenia bestätigen: "Es ist immer wieder schön zu beobachten, dass sich die Besucher unserer Kleidertauschpartys ab und zu hinsetzen und einen Kaffee trinken oder ein Eis oder eine Waffel essen. Und da nicht immer alle Leute pünktlich mit ihren Sachen kommen, heben sie sofort ihre Blicke, wenn jemand Neues in den Raum kommt, und die Suche nach neuen Klamotten beginnt", sagt sie.

Gegenseitiger Austausch auf Kleidertauschpartys

Besonders auf Kleidertauschpartys ist auch der Austausch untereinander. Wenn du durch die Kleidung stöberst und nicht weiter weißt, gibt es genug Menschen, die dir weiterhelfen. Du kannst anderen den Spiegel halten oder nach der Meinung zu deinem neuen Kleidungsstück fragen – hier geht es um das gemütliche Miteinander.

Auf Kleidertauschpartys treffen auch verschiedene Generationen aufeinander: "Vor unserer zweiten Kleidertauschparty wurden wir von der Tageszeitung kontaktiert. Sonst läuft unsere Werbung meistens über Facebook oder Instagram, aber so konnten wir auch die ältere Generation auf unsere Veranstaltung aufmerksam machen", erzählt Xenia. Dann hatten die beiden auf ihrer zweiten Kleidertauschparty plötzlich zwei Handvoll ältere Damen mit ihren Ehemännern, die ihre Winterpullis ausgemistet haben das kam bei den jüngeren Leuten natürlich sehr gut an. "Ältere Vintage-Pullover sind ja wieder modern! Wir haben zusätzlich dazu aufgerufen, Kleidung an Bodo zu spenden und so konnten wir von ihren Männern Schuhe und Hemden für Bodo aussortieren, was auch ziemlich gut war. Ich weiß nicht, ob es bei anderen Kleidertauschpartys auch so ist, aber ich fand es ziemlich cool, dass sich verschiedene Generationen untereinander austauschen konnten", sagt Xenia.

 

Tipps für deinen Kleidertauschparty-Besuch

Eigentlich ist der Besuch einer Kleidertauschparty wie der Besuch auf einem Flohmarkt: Du gehst hin, stöberst und nimmst vielleicht das ein oder andere Teil mit. Aber es gibt ein paar Dinge, die du beachten solltest. Da es je nach Location keine Umkleidekabinen gibt, solltest du vor deinem Besuch darauf achten, dass du dir noch etwas Dünnes unter deine Kleidung ziehst. So kannst du deine ausgesuchten Sachen anprobieren, ohne dass du dich vor den anderen Leuten komplett entkleiden musst. Auf Kleidertauschpartys gibt es Spiegel, in denen du dir anschauen kannst, wie dir die Sachen passen und stehen. Du solltest dich auch nicht davor scheuen, allein auf eine Kleidertauschparty zu gehen. "Es ist nämlich eine schöne, kommunikative Veranstaltung und man merkt immer, dass viele allein kommen und ein bisschen unsicher sind. Dafür gibt es aber gar keinen Grund. Die Tauschgemeinde ist sehr nett und man wird schnell und herzlich aufgenommen", sagt Xenia.

Xenia rät auch, dass du dir auf jeden Fall genug Zeit für deinen Besuch auf einer Kleidertauschparty einplanen solltest. "Die Sachen auf den Kleidertauschpartys sind zwar nach den unterschiedlichen Kategorien sortiert, aber nicht nach den Größen. Und um es genießen zu können und sich alles in Ruhe anzuschauen, braucht man etwas Zeit", sagt sie. So wie auf einem Flohmarkt musst du dich also erstmal durch die Sachen wühlen.


Über Xenia und Rebecca:

Xenia (29) und Rebecca (24) kommen ursprünglich aus Hattingen und kümmern sich um die Personalangelegenheiten im Bochumer Eiscafé "I am Love". Sie sorgen dafür, dass im Café alles glatt läuft. Ihre erste Kleidertauschparty fand im September 2019 statt und seitdem sind die Partys ihr kleines Herzensprojekt.


Tipps für deinen Kleidertauschparty-Besuch im Überblick:

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Deine Meinung:

Veröffentlicht am 13. Jan 2020 um 21:40 Uhr von Millae
Ich war auf zwei Kleidertauschpartys aber war leider beide Male ziemlich enttäuscht. Die meisten Sachen waren nur Kram und da fand ich, die Teile, die ich mitgebracht habe, waren um einiges besser was Qualität und so angeht. Deswegen war ich seitdem auch nichtmehr aber ich tausche ab und an mit Freunden Klamotten, da sind auch immer eher Teile dabei, die mir gefallen.
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