Roaming Gebühren
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09. Jun 2017

Nina Weidlich

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Roam like at Home: Das musst du beim Gratis-EU-Roaming beachten

Mobile Daten: Ein

Deine Freunde und du fahren über die holländische Grenze – aber irgendwas ist anders: Niemand kramt hektisch in seiner Tasche, keiner ruft: "Alle die mobilen Daten ausschalten" – denn: Ab dem 15. Juni fallen im EU-Ausland keine zusätzlichen Roaming-Gebühren mehr an. 

Das heißt, dass du deinen Tarif einfach im Urlaub weiter nutzen kannst: Für SMS, Telefonieren und Surfen fallen keine zusätzlichen Kosten an – du nimmst also deine Inklusivminuten, dein gebuchtes Datenvolumen oder deine Flatrates ab sofort einfach mit in den Urlaub. Die Umstellung erfolgt automatisch, es ist also keine Änderung deines Tarifs erforderlich. Trotzdem wirst du weiterhin eine Nachricht von deinem Netzbetreiber erhalten, wenn du über die Grenze fährst. Nur, dass du deshalb ab sofort nicht mehr in akute Panik ausbrechen musst.

Wenn du jetzt denkst: "Wie entspannt ist das denn?" müssen wir deine Euphorie ein bisschen dämpfen. Denn obwohl die neue Roaming-Regelung ziemlich unkompliziert klingt, gibt es einige Ausnahmen, die du beachten solltest. Die wichtigsten Details haben wir für dich zusammengefasst:


Die neue Regelung gilt in allen 28 EU-Staaten

Zur Erinnerung, das sind: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern.

Bald sollen weitere Staaten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum folgen, nämlich Island, Liechtenstein und Norwegen.


"Fair Use"-Grenze bei Roaming-Gebühren

Durch die neue Roaming-Vereinbarung besteht für deutsche Mobilfunkanbieter die Gefahr, dass Kunden ihren günstigen Tarif dauerhaft im Ausland nutzen oder zu günstigeren ausländischen Anbietern abwandern. Um das zu vermeiden gibt es die so genannte "Fair Use"-Grenze.

Das Limit soll sicherstellen, dass du Internet, SMS und Co. hauptsächlich in deinem Heimatland nutzt. Bemerkt dein Anbieter, dass du dich über einen Zeitraum von vier Monaten im Ausland befindest und dennoch deinen deutschen Tarif weiter nutzt, kann er innerhalb von 14 Tagen eine Erklärung von dir verlangen.

Kommst du innerhalb dieser zwei Wochen zurück nach Hause, passiert gar nichts. Bleibst du allerdings weiter im Ausland und nutzt Roaming, kann dein Anbieter zusätzliche Kosten abrechnen, und zwar:

  • 3,2 Cent pro Minute für Telefonanrufe
  • 1 Cent pro Minute für SMS
  • 7,70 Euro für 1 GB Datenvolumen

Die Höchstgrenze von 7,70 Euro je Gigabyte berechnet sich aus dem Einkaufspreis, den dein Mobilfunkanbieter an den ausländischen Anbieter für dein verbrauchtes Datenvolumen höchstens bezahlen muss. In den nächsten Jahren sollen dieser Preis stetig sinken: 2018 werden es nur noch 6 Euro pro GB sein, 2022 noch schlappe 2,50 Euro.

Roaming-Freiheit gilt nur für den Urlaub

Wenn dein Auslandssemester, Au-Pair-Jahr oder eine Reise von mehr als vier Monaten anstehen, solltest du deinen Tarif im Vorfeld mit deinem Anbieter absprechen – ansonsten könntest du wegen Überschreitung der "Fair Use"-Grenze zur Kasse gebeten werden. Für längere Auslandsaufenthalte kann es sich deshalb nach wie vor lohnen, sich vor Ort eine lokale Simkarte zu besorgen.

Wohnst du nah der Grenze und dein Handy loggt sich ab und zu ins ausländische Mobilfunknetz ein, ist das Roaming-technisch kein Problem: Solange du ein Mal pro Tag mit deinem Heimatnetz verbunden bist, registriert dein Anbieter, dass du in Deutschland lebst. Wegen der "Fair Use"-Grenze bekommst du deshalb also keine Schwierigkeiten, selbst wenn du regelmäßig über die Grenze fährst und dich im Ausland aufhältst.

Unbegrenztes Datenvolumen kann gedrosselt werden

Hast du einen Vertrag mit unbegrenztem Datenvolumen, kann der Anbieter deinen Verbrauch im Ausland unter Umständen drosseln – und zwar, wenn du weniger als die bereits erwähnten 7,70 Euro pro GB Datenvolumen zahlst.

Wie viel GB mobiles Datenvolumen dir im Ausland zustehen, ist deshalb abhängig vom Preis deines Tarifs. So kannst du selbst berechnen, wie viel Datenvolumen dir im Urlaub zusteht.

Bezahlst du Zuhause also z.B. 25 Euro (19 Prozent MwSt. bereits abgezogen) inklusive unbegrenzter Anrufe, SMS und mobiler Daten, stehen dir im Ausland noch knapp 6,5 GB Datenvolumen zur Verfügung.

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Begrenztes Datenvolumen bleibt meist erhalten

Bei einem Mobilfunkvertrag mit begrenztem Datenvolumen kannst du dieses wie gewohnt aufbrauchen. Ausnahme: Du zahlst in Deutschland weniger als 3,85 Euro pro GB – dann kann dein Datenvolumen im Ausland abweichen. So berechnest du, ob sich für dich etwas verändert:

Beispiel 1:

Du zahlst in Deutschland 15 € (exkl. MwSt.) für Anruf- und SMS-Flat sowie 3 GB Datenvolumen. Der Preis für 1 GB deines Datenvolumens liegt über der kritischen Grenze von 3,85 Euro – für dich ändert sich im Ausland deshalb gar nichts.

Beispiel 2:

Du zahlst 15 Euro (exkl. MwSt.) für unbegrenzte Anrufe, SMS und 5 GB Datenvolumen im Monat. Der Gigabyte kostet dich nur 3 Euro, also weniger als die festgeschriebenen 3,85 Euro.

Im Ausland kannst du weiterhin unbegrenzt telefonieren und SMS schreiben, dein Datenvolumen kann der Anbieter aber anstatt auf 5 GB auf etwa 3,9 GB drosseln.

Fest steht, dass dein Mobilfunkanbieter dich informieren muss, wenn er eine Drosselung deines Datenvolumens vornehmen will. Außerdem muss er dich auch benachrichtigen, sobald du das Datenlimit erreicht hast.

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Und was passiert mit Prepaid-Guthaben?

Wenn du eine Prepaid Karte hast, erhältst du im Ausland mindestens das Datenvolumen, das du zum Einkaufspreis von 7,70 Euro pro GB für dein Restguthaben bekommen hättest. Hast du also noch 11 Euro (exkl. MwSt.) auf deiner Karte wenn du ins Ausland fährst, kannst du während des Urlaubs also mindestens 1,4 GB Datenvolumen verbrauchen. 

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