Schwankende Investitionen können gut oder schlecht für dich sein
Investitionen können stark schwanken. Foto: Lorenzo Cafaro / pixabay
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06. Jan 2020

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Geld & Finanzen

Investieren für Studierende: Das musst du beachten

Wenn diese Gewohnheit mit einem Studenteneinkommen funktioniert, dann hast du sie fest in deiner Routine etabliert und wirst sie kaum je wieder ablegen. Diese Gewohnheit ist mindestens soviel Wert wie die tatsächlich gebildete Reserve. Ein weiterer Grund ist die damit unmittelbare Beschäftigung mit wirtschaftlichen und finanziellen Themen. Sogar wenn du Wirtschaft studierst, ist dein theoretisches Studium kein Ersatz für das Sammeln von Erfahrungen mit eigenem Geld. Dann hast du nämlich "skin in the game".

Davon abgesehen ist eine Reserve auch für dich als Student wichtig und wertvoll, egal wie hoch sie auch sein mag. Sogar Verluste beim Investieren sind ein Vorteil für dich. Das mag eigenartig klingen, aber es ist auf jeden Fall besser und billiger, negative Erfahrungen am Anfang deiner Investorenlaufbahn zu machen. Später sind diese Fehler wesentlich teurer.

Der Zugang von Studierenden zum Investieren

Als Studierender fühlst du dich vielleicht besonders zu innovativen Anlageklassen hingezogen. Dazu gehören Kryptowährungen und Goldderivate. Sie sind sicher interessante Anlageobjekte, eine Beschränkung auf sie ist aber keine gute Idee. Denk daran, dass der Markt blind ist für die jeweilige Position des Investors. Ob du Studierender bist oder bereits fest im Berufsleben etabliert, der Zugang zum Investieren sollte immer gleich sein: Informieren, Grundregeln beachten und auf dieser Grundlage Erfahrungen sammeln.

Die Ausgangsposition eines Studierenden als Investor

Als Studierender bist du wahrscheinlich ein junger Erwachsener mit wenigen oder sogar keinen familiären Verpflichtungen. Deine Zeiteinteilung ist flexibler als mit einer Vollzeitstelle. Du hast leichten Zugang zu Informationen und bist gewöhnt, sie aufzunehmen und zu verarbeiten. Besonders der letzte Punkt ist wichtig und für eine Laufbahn als Investor außerordentlich vielversprechend.

Hochwertiges Gold

Die Assetklassen

Edelmetalle kaufen ist ein traditioneller Inflationsschutz. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld werfen festverzinsliche Anleihen praktisch keine Rendite ab. Damit ist ein oft vorgebrachtes Argument gegen Edelmetalle hinfällig, nämlich dass sie keine Erträge erwirtschaften. In Zeiten der quantitativen Lockerung, die anders gesagt auf massive Gelddruckprogamme hinauslaufen, ist die Wertbeständigkeit von Edelmetallen wie Gold nicht zu verachten.

Du solltest aber auf die Art der Investition in Edelmetalle achten. Bei einem starken Anstieg des Goldpreises ist die Verfügbarkeit des Goldes selbst entscheidend, ein Stück Papier mit einem verbrieften Recht auf Gold ist dann nicht dasselbe. Du musst das Gold nicht selbst lagern, aber du solltest darauf achten, dass ein Goldfonds das Metall tatsächlich selbst hält.

Zu den festverzinslichen Anleihen gibt es eine Alternative. Kredite sind heute für Staaten praktisch umsonst, nicht aber für Privatkunden oder kleinere Unternehmen. Es gibt Vermittlungsplattformen, auf denen flüssige Mittel von Investoren eingesammelt und für Zinsen an Kreditnehmer vergeben werden. Diese Zinsen sind niedriger als die von Banken verrechneten, aber immer noch wesentlich über Null. Damit ist auch bei Nullzinsen ein vernünftiger festverzinslicher Ertrag möglich. Wichtig ist natürlich, die Seriosität dieser Plattformen zu prüfen.

Aktien sind Wertpapiere zur Teilhabe von dir als Investor am Wirtschaftswachstum. Die Aktie verbrieft das Eigentum eines Unternehmensanteils und kann als Dividende eine Gewinnbeteiligung ausschütten. Die Kursentwicklung hängt vom Erfolg der Firma ab und zwar vom realen wie vom vorher geschätzten. Du kannst davon ausgehen, dass die Börse kurzfristig eine Umfrage und langfristig eine Waage ist.

Derivate sind vielleicht einer der Gründe, aus denen du dich mit dem Investieren beschäftigst. Sie ermöglichen tatsächlich hohe Gewinne in kurzer Zeit, aber das wird mit einem entsprechend hohen Risiko erkauft. Studierst du ein quantitatives Fach, kannst du dich in die Details der Derivate vertiefen. Dieser Hintergrund ist sehr interessant und wird auch von vielen professionellen Investoren nicht gut verstanden.

Kryptowährungen sind eine neue Assetklasse, die in den letzten Jahren mit enormen Wertsteigerungen von sich reden gemacht hat. Hier bieten sich Möglichkeiten für ein initiatives Investieren, da die Gewinner im Wettbewerb um die wichtigsten Kryptowährungen noch nicht feststehen. Deine Fähigkeiten in der Beurteilung von Informationen werden die nützlich dafür sein, dich von Scharlatanen fernzuhalten. Oft genügt dafür die Beobachtung, dass "zu gut um wahr zu sein" fast immer auch wirklich nicht wahr ist. Such dir entsprechenden Börsen aus oder investiere in Kryptowährungen über Fonds, die vor kurzem für Investoren aufgelegt wurden.

Grundideen des Investierens

Diese sind für Studierende nicht anders als für alle anderen Investoren.

Hohe Gewinnchancen bedeuten auch ein höheres Risiko. Du kannst also nur deine Risikobereitschaft wählen und auf dieser Grundlage dann die profitabelsten Investitionen suchen. Ankündigungen von maximalem Profit bei minimalem Risiko sind leere Werbeslogans.

Das Risiko lässt sich dadurch vermindern, dass es auf hinreichend viele verschiedene Investitionen aufgeteilt wird. Läuft eine Firma schlecht und fällt ihr Aktienkurs, verlierst du nur einen kleinen Anteil deines investierten Kapitals.

Ein ganz wesentlicher Punkt ist der Durchschnittskosteneffekt, der besser unter der englischen Bezeichnung "Dollar cost averaging" bekannt ist. Investierst du jeden Monat einen festen Betrag, was eine gute Strategie ist, bekommst du bei schwankenden Kursen verschieden viele Wertpapiere. Sinkt ein Kurs, erhältst du für den gleichen Betrag mehr Wertpapiere. Deine Gewinne fallen dann beim Steigen der Kurse größer aus, da du mehr von diesen Wertpapieren besitzt.

Finde den Hintergrund dieser Regel heraus und überzeuge dich selbst von der Gültigkeit. Diese Idee gehört zu den wenigen gut etablierten Methoden für eine Steigerung des Investitionsertrags. Viele Investoren verstehen das nicht, bekommen bei sinkenden Kursen kalte Füße und stellen das Investieren wieder ein. Wendest du diese Regel konsequent an, gehörst du vielleicht bald zu den 10% der besten Privatinvestoren.

Worauf du ebenfalls achten solltest sind niedrige Gebühren. Sie fallen üblicherweise als Prozentsatz des investierten Kapitals an. Ein Prozent Gebühr mag nach wenig aussehen, ist aber dasselbe wie ein Prozent weniger Gewinn.

Deine ersten Schritte zum Investor sind das Aussuchen eines guten online Brokers und das Lesen einiger guter Bücher über das Thema. Bildest du dann wirklich regelmäßig eine Reserve, ist das der natürliche Startschuss für deine Investorentätigkeit.

 

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