Geld und Glück
Wie wichtig ist uns Geld im Leben? | Foto: ThinkstockPhotos/Kerkes

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Geld & Finanzen

Lasst uns über die Rolle von Geld und Glück in unserem Leben reden!

"Ich würde aber lieber in einer Gesellschaft leben, in der es kein Geld gibt"

Malte Hoffstedt und Remonda Balje studieren Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum. UNICUM hat den beiden 23-Jährigen zehn Fragen zum Thema "Geld & Glück" gestellt:

UNICUM: Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie wichtig ist Geld in eurem Leben?
Malte: Geld ist in unserer Gesellschaft sehr wichtig, also etwa eine 8. Ich würde aber lieber in einer Gesellschaft leben, in der es kein Geld gibt – also dann eher eine Null oder Eins.
Remonda: Ich nehme die 7 glaube ich.

Was war das Teuerste, das ihr euch in eurem Leben bisher geleistet habt?
Malte: Eine Spiegelreflexkamera, um zum Beispiel Landschaftsfotos zu machen.
Remonda: Ich würd sagen, das war mein Laptop.

Gibt es einen materiellen Gegenstand, ohne den ihr nicht leben könntet?
Malte: Mehrere. Meinen Computer, weil der u.a. für die Uni sehr wichtig ist. Vielleicht das auch mein Handy, selbst wenn ich kein sehr teures Smartphone habe.
Remonda: Mein Handy steht auf jeden Fall an erster Stelle.

Welche unnötigen/überflüssigen Dinge habt ihr euch gekauft?
Malte: CD‘s, Computerspiele, vielleicht ein paar Bücherm die ich nie gelesen habe – sowas halt. Ich kaufe generell nicht so viel.
Remonda: Ich kaufe mir unglaublich viele Bücher – einerseits liebe ich Bücher, aber dann denke ich mir auch wieder, ich könnte mir sie ja auch ausleihen oder online lesen.

"Geld spielt schon eine große Rolle, dann braucht man sich keinen Stress machen"

Was sind für euch schöne Erlebnisse, die man einfach nicht mit Geld nicht kaufen kann?
Malte: Zeit, die ich mit Menschen verbringe, die mir wichtig sind. Erfahrungen mit den Menschen machen, für einander da sein und Erlebnisse, bei denen Solidarität entsteht. Es gibt sehr viel Erfahrungen, die ich gar nicht alle aufzählen kann.
Remonda: Alles, was mit Zeit zu tun hat, zum Beispiel Zeit mit Freunden zu verbringen. Zeit ist sehr kostbar.

Hängt für euch Geld und Glück voneinander ab?
Malte: Eher negativ, weil wir in unserer Gesellschaft Geld haben müssen, obwohl ich das eigentlich nicht möchte. Ich bin dazu gezwungen, an Geld heranzukommen. Aber ich habe es natürlich auch recht einfach als Student, weil ich noch Geld von meinen Eltern bekomme. Aber für mich ist Geld generell eher etwas Negatives, das auch viele Menschen unglücklich macht.
Remonda: Ich denke, Geld spielt schon eine große Rolle, dann braucht man sich keinen Stress machen.

Was macht euch glücklich und für was davon benötigt ihr Geld?
Malte: Für Essen auf jeden Fall, für Kleidung und um reisen zu können, dafür benötige ich Geld.
Remonda: Was mich auf jeden Fall sehr erfüllt, ist mein Ehrenamt: Ich arbeite bei der Bahnhofsmission, das ist eine Herzenssache von mir. Das kann man nicht mit Geld kaufen. Morgens einen Kaffee, das ist schon ein Genuss und dafür brauche ich Geld.

Wieviel Geld bräuchtet ihr um glücklich zu sein?
Malte: Momentan habe ich so 700 bis 800 Euro im Monat zur Verfügung, damit komme ich gut klar. Vielleicht noch so 200 bis 300 Euro mehr, dann reicht es auch. Mehr brauche ich nicht.
Remonda: Die Fixkosten müssen natürlich jeden Monat abgedeckt sein, darüber hinaus brauche ich noch so 400 bis 500 Euro für Anschaffungen und andere Sachen, das reicht mir dann. Momentan habe ich 1.200 Euro im Monat zur Verfügung. Man braucht nicht sehr viel zum Glücklichsein.

Angenommen, ihr gewinnst im Lotto: Was macht ihr mit dem Geld?
Malte: Zwei Dinge: Einmal würde ich ein Mehrfamilienhaus kaufen und damit ein kollektives Hausprojekt starten, das sich selber verwaltet. Den Rest würde ich der anarchistischen Bewegung spenden.
Remonda: Ich würde meinem Vater ein Haus auf dem Land kaufen, denn das ist sein großer Traum. Mit einer großen Summe würde ich eine Stiftung gründen, die Projekte fördert, die zu einer Gesellschaft beitragen, wie ich sie mir vorstelle. Sie soll ein Chancengeber für benachteiligte Gruppe und junge Leute sein.

Würde euch mehr Geld, als ihr im Moment habt, glücklicher machen – wenn ja: warum?
Malte: Ich würde tatsächlich mehr auf Reisen gehen, wenn ich mehr Geld hätte. Allerdings wünsche ich mir eine Welt ohne Geld und Kapitalismus.
Remonda: Ich glaube nicht, dass mich mehr Geld glücklicher machen würde.


Geld und Glück


"Zeit ist mir grundsätzlich wichtiger als Geld"

Christine Kirchhoff (23) und Lars Gudel (21) studieren Betriebswirtschaftslehre an der Ruhr-Universität Bochum. UNICUM hat den beiden die gleichen 10 Fragen wie auch Malte und Remonda gestellt:

UNICUM: Auf einer Skala von 1 bis 10 – wie wichtig ist Geld in eurem Leben?
Christine: Ich würde mich so etwa bei 6 einschätzen.
Lars: Ich würde sagen 7.

Was war das Teuerste, das ihr euch in eurem Leben bisher geleistet habt?
Christine: Meine Spiegelreflexkamera inklusive der Ausrüstung.
Lars: Als einziger Gegenstand war das bisher mein Laptop, der 900 Euro gekostet hat.

Gibt es einen materiellen Gegenstand, ohne den ihr nicht leben könntet?
Christine: Hauptsächlich ist das die Kamera.
Lars: Mein Computer.

Welche unnötigen/überflüssigen Dinge habt ihr euch schon gekauft?
Christine: Ich hab lange nach einer guten Musikbox gesucht, dadurch aber auch einfach ein paar überflüssige und unnötige gekauft.
Lars: Ein paar Kleinigkeiten, sowas wie Spiele.

Was sind für euch schöne Erlebnisse, die man einfach nicht mit Geld kaufen kann?
Christine: Erlebnisse mit Freunden. Auch gerade Erlebnisse in der Uni. Hier lerne ich so viele neue Leute kennen. Einfach so alltägliche Sachen, wie wenn man zusammen lacht oder etwas zusammen erlebt. Solche Momente kann man für kein Geld der Welt kaufen.
Lars: Spontane Erlebnisse zusammen mit Freunden.

"Für die Grundbedürfnisse braucht jeder Geld"

Hängt für euch Geld und Glück voneinander ab?
Christine: In einer gewissen Weise denke ich schon, weil man ein gewisses Grundkapital braucht, um sich keine Sorgen um seine finanzielle Situation machen zu müssen. Ich denke, wenn man dann eine gewisse Sicherheit hat, dann wird es immer unwichtiger.
Lars: Ja. Ich glaube, dass jeder mindestens für die Grundbedürfnisse Geld braucht und damit schon glücklich sein kann. Alles weitere ist Bonus. Für mich persönlich ist es aber wichtig, dass man sich auch mal Dinge leisten kann.

Was macht euch glücklich und für was davon benötigt ihr Geld?
Christine: Ich reise sehr gerne und da sich die Flüge nicht von selbst finanzieren, brauche ich hauptsächlich dafür Geld.
Lars: Sport, bespielsweise Windsurfen, dafür braucht man schon etwas Geld. Aber auch für weniger kostenintesive Sportarten wie Volleyball oder Joggen braucht man Geld. Freunde treffen an sich kostet ja kein Geld, aber feiern oder etwas trinken gehen schon. Aber auch für Unterhaltung, also zum Beispiel so etwas wie Computerspiele ist Geld nötig.

Wieviel Geld bräuchtet ihr um glücklich zu sein?
Christine: So viel, dass ich mir sicher sein kann, dass ich die Miete oder mein Eigenheim finanzieren kann. Darüber hinaus wird es dann auch irgendwann Überfluss. Ich würde gerne ein Haus haben, dafür würde ich schon so 300.000 Euro einplanen. So als Monatsgehalt würden 2.700 Euro reichen.
Lars: Ich würde momentan sagen, so etwa 900 Euro im Monat.

Angenommen, ihr gewinnt im Lotto: Was macht ihr mit dem Geld?
Christine: Ich würde auf jeden Fall auf Reisen gehen und soziale Projekte unterstützen.
Lars: Lambo kaufen, fette Party machen und mit Freunden in den Urlaub fahren.

Würde euch mehr Geld, als ihr im Moment habt, glücklicher machen – wenn ja: warum?
Christine: Ich denke schon, weil ich mir dann an anderen Stellen die Arbeit sparen kann und dadurch mehr Zeit hätte. Zeit ist mir grundsätzlich wichtiger als Geld.
Lars: Nicht wesentlich.

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