Nachhilfe geben
Deine Nachhilfestunden solltest du gut vorbereiten, um besser auf deine Schüler einzugehen. | Foto: Dusanpetkovic/Getty Images
Autor

15. Aug 2019

Hannah Essing

Jobben

Nachhilfe geben: Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Nachhilfeschüler finden

Da die Nachfrage alles andere als klein ist, solltest du es schaffen, einen oder mehrere Nachhilfeschüler zu finden. Ein erster Schritt könnte sein, mal in deiner Umgebung nachzufragen – oft kennen Eltern andere Eltern, deren Kinder Nachhilfe brauchen. Mund-zu-Mund-Propaganda kann der einfachste Weg sein, Schüler zu finden und weiterempfohlen zu werden. Frag deshalb auch ruhig in deinem Freundes- und Bekanntenkreis nach und lass alle die Ohren für dich offenhalten.

Eine weitere Möglichkeit wäre, im Internet zu suchen, zum Beispiel bei eBay-Kleinanzeigen. Dort kannst du nicht nur schauen, ob in deiner Stadt Nachhilfe gesucht wird, sondern auch selbst umsonst eine Anzeige schalten und dein Wissen anbieten. Vergiss dabei nicht, anzugeben welche Fächer du unterrichten kannst und welche Qualifikationen du schon hast.  

Das geht natürlich auch offline statt online. Viele Supermärkte haben im Eingangsbereich ein schwarzes Brett, das für Gesuche und Angebote genutzt werden kann. Dort kannst du regelmäßig nachschauen, ob jemand einen Nachhilfelehrer oder eine Lehrerin sucht und kannst selbst auch einen Zettel anbringen, auf dem du Unterricht anbietest. Am besten schreibst du dazu, wie man dich gut erreichen kann: telefonisch, per E-Mail oder auf WhatsApp.

Nachhilfe geben: als Schüler /-in

Wenn du selbst noch zur Schule gehst, kannst du auch Nachhilfe geben. In der Regel solltest du weniger dafür verlangen als jemand, der schon zur Uni geht, da euer Erfahrungsschatz und Wissensstand einfach ein anderer ist. Das macht aber nichts: auch als Schüler /-in kann Nachhilfe lukrativ sein, im Normalfall kannst du acht bis zehn Euro verlangen. Dabei solltest du dich dann aber mit den Eltern und deinem Schüler absprechen, auch wenn es um die Länge der Stunde geht. Wenn jemand nicht so viel zahlen kann, könntet ihr zum Beispiel absprechen, dass du nur 45 statt 60 Minuten unterrichtest. Bei privater Nachhilfe ist vieles sehr individuell und einiges muss im Vorhinein abgesprochen werden. Das sollte dich aber nicht abschrecken, sei einfach offen und ehrlich in der Kommunikation.

Als Schüler /-in musst du dich gut absprechen, wenn es darum geht, wann eure Nachhilfe stattfindet, da ihr vermutlich beide zeitlich wenig flexibel seid. Nach einem langen Schultag muss man noch genug Konzentration für Nachhilfe haben und an den Wochenenden hat vielleicht nicht jeder Lust, noch mehr zu lernen. Geht ihr zufällig beide auf die gleiche Schule, könnt ihr sogar mit Lehrern reden, ob ihr ein leeres Klassenzimmer für eure Stunde nutzen könnt.

Nachhilfe geben: als Student /-in

Als Student /-in weißt du vermutlich, dass du deine Zeit gut einteilen musst: als Nachhilfelehrer musst du neben der eigentlichen Unterrichtszeit auch noch Vorbereitungszeit einplanen. Den Aufwand solltest du nicht unterschätzen, er liegt aber vermutlich noch unter der Stundenzahl für einen anderen Nebenjob. Deshalb ist Nachhilfe eindeutig nicht der schlechteste Nebenjob, wenn du an der Uni bist.

Da du als Student /-in schon mehr Erfahrung hast als ein Schüler, kannst du auch einen höheren Preis für die Nachhilfe ansetzen. Dabei ist eine Preisspanne von zehn bis 15 Euro normal. Wenn du bereits im Masterstudium bist, kannst du sogar über noch mehr nachdenken. Auf Internetseiten wie superprof.de kannst du schauen, wie teuer Nachhilfe in deiner Region normalerweise ist und kannst davon abhängig machen, wie hoch oder niedrig du deinen Preis ansetzt.

Wenn du den Stoff aus deinem Studium gut beherrschst, kannst du sogar Nachhilfe für andere Studenten anbieten. In den meisten Fakultäten gibt es dafür ein schwarzes Brett, an dem Unterricht gesucht oder angeboten werden kann. Auch über Facebook-Gruppen kannst du oft Angebote finden. In dem Fall, dass ihr die gleiche Uni besucht, könnt ihr euch gut dort oder in der Bib treffen und keiner muss einen extra Weg zurücklegen. Gibst du Nachhilfe für einen Kurs, den du schon belegt hast, bist du mit dem Material sogar schon vertraut und kannst es als Wiederholung nutzen.


Nachhilfe geben Student


Der Unterricht muss gut vorbereitet sein

Du solltest den Job als Nachhilfelehrer /-in nicht unterschätzen: je nachdem, wie viele Schüler /-innen du hast, wie viele Fächer die Woche du unterrichtest und wie viele Stunden die Woche du gibst, muss man einiges vorbereiten. Einfach zu improvisieren ist leider sowohl für dich, als auch für deinen Schüler nicht besonders hilfreich.

Bevor ihr mit der Nachhilfe startet, solltet ihr euch erstmal zusammensetzen und darüber sprechen, was die Erwartungen an die Nachhilfestunden sind. Möchte dein Schüler oder deine Schülerin sich einfach nur um eine Note verbessern oder braucht sie eine bestimmte Note, um ihren Schnitt zu halten? Geht es darum, nicht durchzufallen oder darum, sich mündlich oder schriftlich zu verbessern? Wenn das klar ist, weißt du, wie du den Fokus in deinen Nachhilfestunden setzen musst. Möchte dein Schüler zum Beispiel nur mündlich besser werden, musst du ihn keine Aufsätze schreiben lassen. Ist er aber im schriftlichen schwach, ist es eine gute Idee, auch mal die Struktur und den Aufbau eines Textes mit ihm zu üben und ihn einige schriftliche Aufgaben machen zu lassen.

Im besten Fall hat dein Schüler oder deine Schülerin ein Schulbuch, das sie dir vor eurem ersten Treffen ausleihen kann. Wenn ihr vorher besprochen habt, was die Schwerpunkte sein sollen und was momentan im Unterricht thematisiert wird, kannst du so sehen, was in der Schule besprochen wird und dich selbst darauf vorbereiten und die Themen wiederholen.

Wenn du mehrere Fächer unterrichtest, ist es klug, sich für jedes Fach einen eigenen Ordner anzulegen – ob virtuell auf deinem Computer oder als physische Ordner für deinen Schreibtisch ist egal. Darin kannst du Scans oder Kopien aus Schulbüchern sammeln oder andere Hilfsmittel wie Formelsammlungen, Vokabellisten oder Konjugationstabellen.

Zahlreiche Hilfsmittel findest du im Internet: Zu den meisten Themen gibt es schon fertige Arbeitsblätter, die du nur ausdrucken musst (und nicht vergessen, sie fürs nächste Mal abzuspeichern!). Die Arbeitsblätter kann dein Schüler oder deine Schülerin lösen, ohne dass du viel Arbeit damit hast, selbst welche zu erstellen. Eine kurze Google-Suche kann dir da schon weiterhelfen. Wenn du ein Fach wie Deutsch unterrichtest, findest du zum Beispiel viele Materialien auf den Seiten des Goethe-Instituts und der Deutschen Welle – teilweise schon ganze vorbereitete Themenblöcke. Deine Nachhilfe muss also nicht nur trockener Frontalunterricht sein. Ihr könnt ganz interaktiv Aufgaben gemeinsam lösen und so das erlernte Wissen praktisch anwenden. Dabei siehst du direkt, wo die Stärken und Schwächen deines Schülers liegen und woran ihr noch arbeiten müsst.

Nachhilfe geben: Das musst du beachten

Der Job als Nachhilfelehrer /-in erfordert zwar ein wenig Disziplin, wenn es um die Vorbereitung geht, kann aber auch Spaß machen, wenn du dich gut mit seinen Schülern verstehst. Gerade als Student kannst du einen guten Preis für die Nachhilfe verlangen. Auch als Schüler oder Schülerin ist die Nachhilfe ein gut bezahlter Nebenjob, der auch als Minderjähriger oft einfach zu finden ist.

Wichtig ist, ganz offen miteinander zu kommunizieren: nicht nur, wenn es darum geht, wie viel Geld pro Stunde verlangt werden kann, sondern auch, was die Ziele des Nachhilfeschülers sind. So haben beide möglichst viel von der Nachhilfe und ihr verschwendet nicht eure Zeit miteinander. Manchmal kann es auch wichtig sein, den Eltern des Schülers oder der Schülerin zu erklären, wie du vorgehen möchtest, da die Eltern meist die sind, die alles zahlen.

Deine erste Nachhilfestunde kann sich noch komisch anfühlen, aber du wirst dich daran gewöhnen, zu unterrichten, statt unterrichtet zu werden. Mit der Zeit sammelst du mehr Erfahrung und mehr Unterlagen und brauchst weniger Zeit für die Vorbereitung, wenn du deinen Schüler schon besser kennst. Deshalb kann Nachhilfe ein guter Job sein, aus dem du auch einiges für dein späteres Leben lernen kannst: dich selbstständig vorbereiten, in neue Themen eindenken und einen Weg finden, sie jemand anderem beizubringen.

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