Werkstudent
Jackpot: Ein Werkstudentenjob bringt Geld und Praxiserfahrung! | Foto: littlehenrabi/Thinkstock
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02. Feb 2018

Jennifer Schreder

Jobben

Nebenjob plus: Arbeiten als Werkstudent

Praxiserfahrung FTW

Personalverantwortliche überzeugt vor allem eines: Praxiserfahrung. Belegt wurde das unter anderem durch die "JobTrends 2017" – Studie von Staufenbiel und Kienbaum. Rund 81 Prozent der im Rahmen der Studie befragten Personalverantwortlichen gaben an, dass sie ein Praktikum mehr von einem Bewerber überzeugt als ein guter Abschluss in Regelstudienzeit. Oft erlauben es die eigenen Lebensumstände jedoch nicht, ein längeres, unter Umständen unbezahltes Praktikum zu absolvieren. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Pflichtpraktika im Studium pauschal nicht entlohnt werden müssen. Ein Job als Werkstudent kann da eine großartige Alternative sein.

Türöffner – ein Job als Werkstudent

Ein Job als Werkstudent bietet dir einige Vorteile, die über die eines regulären Nebenjobs oder auch Praktikums hinausgehen. Durch fachliche Nähe zum eigenen Studium kann die Werkstudententätigkeit dir nämlich schon sehr früh erste wichtige Einblicke in das nach dem Studium angestrebte Berufsfeld liefern. Ein Chemiker kann auf diesem Wege neben dem Studium sein theoretisches Wissen durch die Arbeit in einem Labor aufwerten, und ein Wirtschaftswissenschaftler erprobt als Werkstudent bereits Erlerntes direkt im Unternehmen. Häufig gibt dir dein Arbeitgeber sogar die Möglichkeit deine Abschlussarbeit im Rahmen der Anstellung als Werkstudent zu schreiben. So kann nicht nur der häufig sehr rudimentäre Praxisbezug im Studium noch ausgeweitet, sondern auch eine reale Einschätzung des angestrebten Berufes getroffen werden.
Ein zusätzlicher Bonus: Die Bewerbung um einen Werkstudentenjob ist eine gute Übung für zukünftige Bewerbungsprozesse und der Job kann dir nach dem Studienabschluss sogar einen direkten Einstieg in den Beruf ermöglichen. Deshalb solltest du auch nicht vergessen, dir zum Ende deiner Werkstudententätigkeit ein Arbeitszeugnis ausstellen zu lassen.

Die Voraussetzungen: Wer darf als Werkstudent arbeiten?

Wie der Name schon sagt, solltest du eingeschriebener ordentlicher Student an einer Hochschule  sein, um als Werkstudent arbeite zu dürfen. Eine Werkstudententätigkeit ist allerdings ausgeschlossen, wenn du promovierst, gerade ein Urlaubssemester machst oder in Teilzeit studierst. Auch neben einem dualen Studium oder einem Ergänzungs- oder Zweitstudium, das der beruflichen Weiterbildung oder Spezialisierung dient, kommt eine Tätigkeit als Werkstudent nicht in Frage.

Die Gehaltsfrage: Wie viel verdienen Werkstudenten?

Als Werkstudent musst du dir keine Sorgen um deine Lebenshaltungskosten machen. Werkstudenten fallen in der Regel zwar unter die Mindestlohnregelung, viele Firmen zahlen jedoch einen höheren Stundenlohn von bis zu 15 Euro. Als Werkstudent kannst du so zwischen 8,84 und 15 Euro die Stunde verdienen. Bei einer Tätigkeit von 20 Stunden die Woche ergibt das also mindestens 707 Euro im Monat.

Als Werkstudent ist man zunächst steuerpflichtig, effektiv Steuern zahlen musst du jedoch erst, wenn dein Gehalt den jährlichen Steuerfreibetrag von 9.000 Euro (2018) übersteigt. Die abgezogenen Steuerabgaben kannst du dir später problemlos im Zuge deiner Steuererklärung zurückholen. Oder du legst deinem Arbeitgeber einfach direkt eine Lohnsteuerbefreiung vor. Ein monatlicher Verdienst bis 450 Euro ist im Übrigen steuerfrei. 

Arbeitsrechtliche Regelungen: Wie sieht's mit Urlaub & Co. aus?

Arbeitsrechtlich gehören Werkstudenten zur Gruppe der Teilzeitbeschäftigten. Ihr Urlaubsanspruch richtet sich also nach dem Bundesurlaubsgesetz (BurlG) bzw. den entsprechenden Arbeits- und Tarifverträgen der Unternehmen. Der gesetzliche Urlaubsanspruch für eine Sechs-Tage-Woche mit einer Arbeitszeit von 40 Stunden (Vollzeit) beträgt 24 Urlaubstage. Arbeitest du also an sechs Tagen in der Woche insgesamt 20 Stunden ergibt sich für dich ein Urlaubsanspruch von zwölf Tagen – also die Hälfte von 24. Arbeitest du nur an fünf Tagen in der Woche reduziert sich dein Anspruch auf 10 Tage, usw. Vollen Anspruch auf deinen Urlaub hast du erst, wenn du länger als sechs Monate beschäftigt bist. Besonders wichtig: Achte darauf, dass man dir einen Arbeitsvertrag und keinen Werkvertrag vorlegt!

Ansonsten nicht zu vergessen: Die maximale Arbeitszeit darf während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden in der Woche betragen. Ausnahmen gelten für die Semesterferien und Nacht- und Wochenendarbeit. Wenn du auf Nummer Sicher gehen möchtest, klärst du diese Ausnahmen im Vorhinein mit deiner Krankenkasse. Insgesamt dürfen Studenten 26 Wochen (182 Kalendertage) im jeweiligen Beschäftigungsjahr (nicht Kalenderjahr!) mehr als 20 Stunden arbeiten, ohne ihren besonderen Studentenstatus im Hinblick auf die Sozialversicherung zu gefährden. Ob du mehrere Werkstudentenjobs gleichzeitig aufnimmst, ist dir freigestellt, sofern du die entsprechenden Rahmenbedingungen einhältst.


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Bafög, Kindergeld, Waisenrente und Sozialversicherung – was ist zu beachten?

Zunächst die guten Nachrichten: ein Werkstudentenjob hat seit dem 01. Juli 2015 keine Auswirkungen auf die Waisenrente mehr. Und wenn es um das Kindergeld geht, musst du dich lediglich an die genannten Richtlinien für Werkstudenten halten – insbesondere die magische 20-Stunden-Grenze.

Die spielt auch in Bezug auf die Sozialversicherungsbeiträge eine wichtige Rolle. Als Werkstudent hast du nämlich einen besonderen Status, der dann entfällt, wenn du mehr als 20 Stunden die Woche während der Vorlesungszeit arbeitest – also nicht hauptberuflich Student bist. Dieser Umstand wird häufig auch als "Werkstudentenprivileg" bezeichnet  und meint, dass keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gezahlt werden müssen. Bei Verlust des Studentenstatus erlischt dein Werkstudentenprivileg und du musst, wie dein Arbeitgeber auch, die entsprechenden zusätzlichen Sozialversicherungsabgaben leisten. Den Beitrag zur Rentenversicherung zahlst du einkommensabhängig allerdings auch als Student, es sei denn du verdienst weniger als 450 Euro. In dem Fall kannst du dich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Außerdem zu beachten: Sofern du noch beitragsfrei über deine Eltern familienversichert bist, musst dich in einem geringfügig entlohnten Beschäftigungsverhältnis (450-Euro-Job) befinden und darfst nicht mehr als 435 Euro im Monat verdienen.
Und auch beim Bafög ist Vorsicht geboten. Bei einem jährlichen Gesamtverdienst von über 5.400 Euro (etwa 450 Euro monatlich) können dir die Leistungen gekürzt werden.

Und wo finde ich nun einen Job als Werkstudent?

Ausschreibungen für Werkstudentenjobs findest du in Jobbörsen wie dem UNICUM Karrierezentrum oder über den Career Service an deiner Uni.

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