Kannst du von der Riesterrente profitieren?
Über Umwege können auch Studenten von der Riester Rente profitieren. Doch wie funktioniert das letztlich? Foto: wir_sind_klein/pixabay
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27. Apr 2020

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Studentenleben

Riester-Rente: Warum auch Studenten davon profitieren

Studenten können Riester-Rente nutzen – doch unter welchen Voraussetzungen?

Als Student hast Du durchaus die Möglichkeit, auf verschiedene Art und Weise von der Riester-Rente zu profitieren und dabei die staatlichen Zulagen zuzüglich einer eigenen Einzahlung anzusparen. Bevor es soweit ist, solltest Du allerdings einen Riester Rente Test nutzen und Dich am Ende für das passende Produkt entscheiden. Die möglichen Renditen unterscheiden sich je nach Art des Riester-Vertrags (Rentenversicherung, Fondssparplan oder Indexpolice) zum Teil deutlich. Ferner spielt natürlich auch die Anbieterwahl eine wichtige Rolle.

Voraussetzungen für Studenten

Die Riester-Rente wurde eigentlich für Arbeitnehmer konzipiert, die pflichtversichert sind und in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Studenten werden dabei nicht explizit als förderberechtigte Gruppe betrachtet und müssen deshalb folgende Voraussetzungen erfüllen, um ebenfalls davon profitieren zu können:

  1. Sozialversicherungspflichtiger Nebenjob

Wenn Du einen Nebenjob ausführst und dabei sozialversicherungspflichtig beschäftigt bist, kannst Du auch die Riester-Rente in Anspruch nehmen. Dies gilt im Übrigen auch dann, wenn der Job nur während der Semesterferien ausgeübt wird.

  1. Minijob mit Verzicht auf Versicherungsfreiheit

Die zweite Variante besteht darin, einen Minijob auszuüben und auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten. In diesem Fall zahlst Du als Student allerdings auch geringe Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Da es hierbei einige spezielle Regelungen gibt, ist eine Recherche bei der Minijob-Zentrale in jedem Fall angemessen.

  1. Ehepartner mit Riester-Vertrag

Ist Dein eigener Ehepartner förderberechtigt und hat einen entsprechenden Riester-Vertrag, kannst Du Dir als Student die staatliche Zulage in Höhe von 154 Euro für die private Altersvorsorge ebenfalls sichern. In diesem Fall musst Du lediglich den Mindestbetrag von 60 Euro pro Jahr einzahlen.

Darüber hinaus profitieren Studenten auch im Sinne des BAföG von den Riester-Verträgen ihrer Eltern. Diese dürfen ihre Beiträge entsprechend anrechnen lassen, so dass der BAföG-Satz am Ende höher ausfällt.

Riester-Rente: Sinnvoll oder nicht?

Die Riester-Rente hat grundsätzlich nicht den besten Ruf. Dies liegt vor allem an den zum Teil sehr komplizierten Regelungen und den hohen Kosten, die die einzelnen Riester-Produkte mit sich bringen. Trotzdem lohnt sich ein entsprechender Vertrag vor allem für Personen, die mehrere Kinder haben. Mittlerweile erhalten Riester-Sparer eine staatliche Zulage von 175 Euro pro Jahr und pro Kind (ab 2008 geboren) wird eine Kinderzulage von 300 Euro pro Kind gezahlt. Bei 2-3 Kindern kommt dabei ein stattlicher Betrag zusammen, der über viele Jahre zusätzlich angespart wird.

Studenten haben zudem die Möglichkeit, einmalig einen Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro im ersten Sparjahr zu erhalten. Dies gilt jedoch nur dann, wenn Du in dem Jahr des Vertragsabschlusses das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hast.   

Die hohen Gebühren rund um die Riester-Rente machen es Singles hingegen schwer, am Ende eine gute Rendite zu erzielen. Hier reichen die Zulagen nicht aus, die Gebühren auszugleichen. Ein Investment lohnt sich am Ende nur, wenn die Auszahlungsphase entsprechend lang ausfällt. Wer also sehr alt wird, macht am Ende tatsächlich ein Plus.

Riester-Rente für Studenten: Es gibt durchaus Möglichkeiten

Abschließend lässt sich festhalten, dass auch Studenten durchaus Möglichkeiten haben, die Riester-Rente und die staatlichen Zulagen in Anspruch zu nehmen. Dies funktioniert allerdings nur dann, wenn Du einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehst, einen Minijob ausübst oder einen förderberechtigten Ehepartner hast, der selbst eine Riester-Rente nutzt. Grundsätzlich lohnt sich das Konzept vor allem für Familien mit vielen Kindern, weil sich so hohe Zulagen ergeben. Singles haben es hingegen schwer, am Ende mit einer positiven Rendite herauszugehen.  

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