Moritz Bojahr Kochbuch
UNICUM Redakteurin Ann-Christin beim Probe-Essen mit Moritz Bojahr | Fotos: Udo Bojahr

Studentenfutter

21.06.2016

Studentenessen

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01. Jul 2015

Ann-Christin Kieter

Studentenfutter

Backpacker-Küche: Wenn's mal schnell und einfach gehen muss!

BWL-Student Moritz Bojahr hat ein Kochbuch für Backpacker geschrieben

Kochbuch-Autor Moritz Bojahr im Interview

Ich liebe die Vox-Show "Grill den Henssler" und so habe ich mich ein bisschen gefühlt wie Ruth Moschner. Aber eine stressig-chaotische Küchenschlacht blieb aus. Die Rezepte aus "Survive - das Backpacker-Kochbuch: Leckere kulinarische Einfachheiten für Rucksackreisende und Koch-Legastheniker" (Mari Media Verlag) des BWL-Studenten Moritz Bojahr sind so easy – schließlich hat er sie in Hostel-Küchen während seines Work & Travels in Neuseeland gekocht –, dass man entspannt nebenbei ein Interview führen kann.


Hauptgericht: Allround-Curry

  • Zutaten: 2 Möhren, 250g Hühnchen (geschnetzelt), 1 Dose Kokosmilch, rote Curry-Paste, Salz & Pfeffer
  • Ausrüstung: 1 Topf

Rezept Hühnchen-Curry


Wir beginnen mit einem Curry, weil Moritz das in Neuseeland am meisten gegessen hat: "Da kann man alles drin versenken, was man noch übrig hat."

Wir setzen eine größere Menge Reis auf, weil wir ihn für mehrere Gerichte brauchen. Klischeehaft schnippele ich das Gemüse, der Mann erlegt das Fleisch. Möhren in Scheiben oder Würfel? "Egal, es soll schmecken!" Dann kommt alles in einen Topf. Das Curry köchelt, wir quatschen.

UNICUM: Wie hast du dich kulinarisch auf deinen Trip vorbereitet?
Moritz Bojahr: Essenstechnisch war ich schon ganz gut informiert, meine Eltern haben beide immer gearbeitet, wir hatten viele Au-pairs. In Neuseeland war dann aber doch alles anders. Vieles ist teurer, vieles kriegt man nicht. Magerquark zum Beispiel gibt es nur im Delikatessengeschäft. 100g für 25 Euro. Die ersten Tage habe ich nur Fast Food gegessen. Man ist gejetlagt und muss sich erst einleben. Und eine für deutsche Verhältnisse große Pizza bekommt man für umgerechnet zwei Euro.

Also waren die Kosten nicht der Grund dafür, dass du so viel gekocht hast?
Nee, es war mehr der Wunsch nach Abwechslung. Irgendwann schmeckt alles gleich. Außerdem ist es eine gesellige Sache, in einer Hostel-Küche begegnet man sich einfach spontan. Man tauscht sich aus, die einen können mehr, die anderen weniger.

Wer konnte denn am wenigsten kochen? Haben sich irgendwelche Klischees bestätigt?
Da waren Leute, die haben Nudeln ins kalte Wasser geworfen. Die Italiener haben nur den Kopf geschüttelt: "Mamma Mia! Das geht ja gar nicht!" Die fühlen sich dann richtig angegriffen. Die Franzosen können tatsächlich kochen und sitzen schon mittags mit ihrem Rotwein in der Küche. Die Japaner stehen mehr auf Instantsuppe und wir Deutschen sind auch eher schlecht dabei.

Was war das Schlimmste, das man dir vorgesetzt hat?
Als ich mal zwölf Stunden auf einer Erdbeerfarm gearbeitet habe, hat ein Reisepartner Scones für uns gebacken. Ich hab mich total gefreut. Und dann beißt du in dieses Ding und es zieht dir fast alle Zähne aus. Das Problem: Er hatte Backnatron* mit Backpulver verwechselt.

*Zur Erklärung: Backpulver ist Backnatron mit einem Säuerungsmittel. Wenn man also reines Natron nimmt und dem Teig keine Säure hinzufügt, geht er nicht auf.


Dessert: Erdbeer-Massaker

  • Zutaten: 500g frische Erdbeeren, Balsamico-Creme, Saft von ½ Orange, Baiser und Joghurt nach Geschmack
  • Ausrüstung: 1 große Schüssel, zwei Hände
  • Geiler wird's mit: 2 EL Scotch

Das Rezept ist von Barry, einem Zwei-Meter-mal-zwei-Meter-Engländer: "Der hat erst filigran das Grüne von den Erdbeeren weggeschnitten und was dann kam, war etwas verstörend. Aber es schmeckt! Der Clou ist Balsamico-Creme. Ich sollte sie dranmachen und habe es nie bereut."

Eine Hälfte der Erdbeeren zermatschen wir, dazu pressen wir den O-Saft. Die andere Hälfte schneiden wir in Stücke. Dann geben wir Baiser-Brösel und ein paar Kleckse Joghurt in die Schüssel und dekorieren das Ganze mit der Balsamico-Creme. Schon fertig!

Genauso wie unser Curry (nach ca. 20 Minuten, aber auf die Uhr geschaut haben wir nicht). Es macht aber nichts, wenn es noch weiterköchelt.


Hauptgericht: Ratte auf Rollsplit

  • Zutaten: 1 Tasse Reis, 200g Hack, 4 EL Tomatenmark, 200ml Wasser, Brühpulver, 2 Bananen
  • Ausrüstung: 1 Tasse, 1 Topf, 1 Pfanne, 1 Pfannenwender

Backbacker-Rezept Ratte auf Rollsplit


Nicht nur der Name, auch die Kombi aus Hack und Banane, die dahintersteckt, klingt krass. Für Moritz ist es aber eine schöne Alternative zur Bolognese.

Das Hack wird angebraten, die kleingehackten Bananen und das Tomatenmark kommen irgendwann dazu. Dann wird das Ganze noch mit der Brühe abgelöscht, köchelt etwas vor sich hin und wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Auf die Uhr zu schauen brauchen wir wieder nicht. Das Gericht verleitet mich zu der Frage:

Hast du unterwegs auch mal was ganz Abgefahrenes gegessen?
Nee, was so Innereien und so angeht, bin ich eher feige. Die Küche in Neuseeland ist auch sehr englisch, so dieses Fish & Chips-Ding.


Dessert: Schwedischer Sahnereis

  • Zutaten: 1 Handvoll Reis, 1 Becher Schlagsahne, Zucker
  • Ausrüstung: 1 Schüssel, 1 Rührmaschine oder Schneebesen
  • Geiler wird's mit: Apfelmus, frischen Früchten

Da Moritz immer zu viel Reis kocht, ist dieser simple Nachtisch genau richtig. Die Sahne wird steifgeschlagen, der Reis anschließend untergehoben. Nach Belieben süßen. Bei dieser Fettbombe liegt mir eine Frage noch auf dem Herzen:

Wie viel Wert legst du auf gesunde Ernährung?
Aufs Buch bezogen: Es ist nicht ungesund. Klar stehen auch Nachspeisen drin, die ordentlich reinhauen. Es ist insgesamt kein Kalorienzählen, aber man geht auch nicht großartig auf.

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