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Lohnt sich das bunte Zeug? Unser Superfood-Check verrät es | Foto: Thinkstock/egal

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Ann-Christin Kieter

Studentenfutter

Wie super sind Superfoods?

Die beliebtesten Trendprodukte im Check

Chia-Samen

  • Können was? Die kleinen schwarzen Körnchen sind ballaststoff reich, haben einen recht ansehnlichen Proteingehalt und enthalten eine Vorstufe der Omega-3-Fettsäuren (haben einen positiven Effekt auf die Blutwerte).
  • Preis: zwischen 2 und 3 Euro pro 100 g
  • Alternative: Leinsamen liefern dieselben Inhaltsstoffe – zum Preis von 30 Cent pro 100 g
  • Aber! Chia-Samen sind gute Sattmacher, da sie im Wasser um das 10-Fache aufquellen. Veganer nutzen das entstandene Gel gerne als Ei-Ersatz oder in Puddings.

Goji-Beeren

  • Können was? Die roten getrockneten "Wunderfrüchte" werden in der traditionellen chinesischen Medizin als Arzneidroge eingesetzt. Sie haben angeblich eine Anti-Aging-Wirkung, da ihre Antioxidanzien gegen freie Radikale wirken. Das hat die EFSA (Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde) jedoch nicht bestätigt.
  • Preis: ca. 2,50 Euro pro 100 g
  • Alternative: Wenn es um den Vitamin-C-Gehalt geht, tun es auch 100 g Erdbeeren oder 40 g Paprika. So spart man Kalorien und umgeht mögliche Wechselwirkungen mit blutverdünnenden Medikamenten.

Acai-Beeren

  • Können was? Das Püree aus der dunklen Beere soll Smoothies zu echten Schlankmacher-Drinks machen und eine antioxidative Wirkung haben. Der Beweis fehlt jedoch wieder.
  • Preis: ca. 10–20 Euro für 100 Kapseln, 500 ml Saft oder 100 g Pulver.
  • Alternative: Die Anthocyane (rote Farbstoffe) mit ihren vor Krebs und Entzündungen schützenden Eigenschaft en finden sich auch in heimischen Beeren oder im Rotkohl.

Chlorella/Spirulina

  • Können was? Die Mikroalgen liefern viele Proteine und Carotinoide ("UV-Schutz von innen"). Sie gelten als verlässliche Vitamin-B12-Quelle für Veganer. Vitamin B12 aus der Mikroalge hat im menschlichen Körper jedoch keine Vitaminwirksamkeit. Die ihnen nachgesagte entgiftende Wirkung ist nicht bestätigt.
  • Preis: ca. 20 Euro für 500 Tabletten (man nimmt meist deutlich mehr als eine pro Tag)
  • Alternative: Hülsenfrüchte wie Linsen für die Eiweißversorgung; rotes, orangenes und gelbes Obst und Gemüse wegen der Carotinoide.

Weizengras

  • Kann was? Die oft angepriesene entschlackende Wirkung ist wissenschaftlich nicht haltbar, da der Körper gar keine Schlacken (abgelagerte Säuren und Gift e) ansetzt. Es regt höchstens die Darmtätigkeit an. Das enthaltene Chlorophyll soll blutbildend sein, kann aber vom Körper gar nicht aufgenommen werden. Lutein ist wichtig für den Sehvorgang und kann im gelben Fleck im Auge eingelagert werden. Trotzdem ist es noch zu früh zu sagen: Es schützt das Auge.
  • Preis: 500 g ab 10 Euro
  • Alternative: Die gleichen Vitamine wie in 100 g Pulver stecken auch in derselben Menge Brokkoli, Spinat oder Grünkohl.

Superfoods: Das sagt die Expertin

Dr. Stephanie Seifert vom Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung am Max Rubner-Institut (Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel)

Dr. Stephanie Seifert1. Lohnt sich der Kauf von "Superfoods"?
Nein, aus meiner Sicht nicht. Dieser Hype übertreibt. "Superfoods" ist auch kein wissenschaftlicher Begriff, sondern einer aus dem Marketing. Ganz kritisch sehe ich Nahrungsergänzungsmittel wie Kapseln und Pulver. Die nationale Verzehrstudie unseres Instituts hat gezeigt, dass wir in Deutschland keinen Mangel an Nährstoffen haben.

2. Gibt es sogar gesundheitsgefährdende Produkte?
Bei einem "bestimmungsgemäßen Gebrauch", wie man so schön sagt, würde ich sagen: nein. Aber es gibt definitiv Lebensmittel, meist importierte, die sehr hohe Rückstände aufweisen, zum Beispiel an Pestiziden oder Schwermetallen. Und es gibt, da es sich oft um exotische Lebensmittel handelt, auch erhöhte Risiken für Allergien, weil die Inhaltsstoffe unserem Körper weitgehend unbekannt sind.

3. Was ist ihr persönliches Lieblingsprodukt?
Das gibt es für mich nicht. Genauso wenig wie eine "Top 5" der gesündesten "normalen"
Lebensmittel. Ich halte mich an die DGE-Kampagne "5 am Tag", esse also täglich 3 Portionen (je eine Handvoll) Gemüse und 2 Portionen Obst. Am besten regional und saisonal.


InfoTipp: Eiweißshakes für den Sport

Auch sie gelten als super … Doch: "Freizeitsportler können ihren Proteinbedarf sehr gut über eine normale Mischkost decken und benötigen keine Zusatzpräparate. Eiweißshakes sind größtenteils überteuert und liefern neben Protein meist zu wenig weitere Nährstoffe", sagt Nadine Hoffmann vom Institut für Sport und Sportwissenschaft am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Ihr Rezept-Tipp, der gut für die Muskeln und den Geldbeutel ist:

Regenerationsdrink

1 Apfel, 1 Orange, 1/2 Banane, 1/2 Zitrone oder Limette, 1 Möhre, 6 Walnüsse, 250 g Magerquark, eine Handvoll kernige Hafer- oder Sojaflocken. Mit Milch auffüllen und in den Mixer geben. Wer mag: eine Prise Zimt.

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Deine Meinung:

Veröffentlicht am 16. Aug 2016 um 23:47 Uhr von Berndette
Also bei Chia Samen bin ich mit dabei, ich mag die und die füllen eben auch ganz gut und sind wirklich in der Verarbeitung mit Pudding oder auch Müslis super, weil sie eben so schleimig sind. Omega-3 Fettsäuren führe ich zum Beispiel aber in Form von complex Kapseln zu von Dr. Böhm, das gefällt mir mehr und vertrage ich besser. Und auf die Algen kann ich komplett verzichten, die schmecken auch zu wenig, es gibt also wirklich immer ein für und wider bei Superfoods.
Veröffentlicht am 25. Aug 2016 um 09:50 Uhr von JuttaR.
"Vitamin B12 aus der Mikroalge hat im menschlichen Körper jedoch keine Vitaminwirksamkeit." - Diese Aussage trifft für Spirulina zu allerdings nicht für Chlorella. Chlorella vulgaris hat ein bioverfügbares sprich für den Körper aufnehmbares Vitamin B12! Deshalb ist Chlorella auch so außergewöhnlich.