Mietvertrag
Nach der erfolgreichen Wohnungsbesichtigung kommt der Mietvertrag | Foto: Thinkstock/m-gucci
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01. Jun 2014

Björn Schneider

Wohnen

Mietvertrag – Was ist wichtig?

UNICUM erklärt die Hauptpunkte im Mietvertrag

Noch bevor du dich für eine neue Wohnung entscheidest und einen Mietvertrag unterschreibst, solltest du die Wohnung natürlich selbst besichtigen und dich genau nach der Höhe und Zusammensetzung der Mietkosten erkundigen. Wichtig hierbei: Unbedingt die Telefon- und Stromkosten im Auge behalten, da diese in aller Regel nicht in der Miete enthalten sind.

Miethöhe

Die großen Universitätsstädte und Ballungszentren sind bei Studenten nach wie vor am beliebtesten. Und gerade dort sind die Mieten natürlich am höchsten. "Durch die vielen Singlehaushalte ist die Nachfrage nach kleinen Wohnungen besonders hoch und wird auch zukünftig steigen – und damit natürlich auch die Mieten", sagt Elisabeth Gendziorra vom DMB. Die Miethöhe lässt sich vor allem durch den örtlichen Mietspiegel bestimmen. Jede größere Stadt erstellt solche Übersichten, aus denen man die Durchschnittsmiete am gewünschten Wohnort entnehmen kann.

Am Mietspiegel kannst du dich also gut orientieren. du erhältst ihn gegen eine geringe Gebühr bei der Stadtverwaltung. "Wer beim Wohnen sparen möchte, findet in den Vororten der großen Städte oft günstige und auch größere Wohnungen", so Gendziorra.Vorsicht bei der sogenannten Staffelmiete: Hier musst du jedes Jahr mehr Miete zahlen. Denn vertraglich wird festgelegt, wann die Miete um wie viel steigt. du musst bei der Staffelmiete also genau abschätzen, ob du dir die Wohnung auch in ein paar Jahren noch leisten kannst.

Die Hausordnung

Die Hausordnung gehört zum Mietvertrag und ist verbindlich. Darin ist zum Beispiel festgelegt, wann die allgemeinen Ruhezeiten sind, wann du mit dem Putzen des Treppenhauses an der Reihe oder Schneeschippen dran bist. Hältst du dich nicht daran, musst du mit einer Abmahnung durch den Vermieter rechnen. Verstößt du trotz Abmahnung mehrfach gegen die Hausordnung, kann dich der Vermieter fristlos kündigen.

Lärm

Nichts wird so subjektiv empfunden wie Lärm. Das macht es schwer, konkrete Regeln aufzustellen. Dazu Gendziorra: "Üblich sind Ruhezeiten zwischen 13 und 15 Uhr und die Nachtruhe zwischen 22 und 7 Uhr." In dieser Zeit musst du Zimmerlautstärke einhalten. Bevor du eine wilde, lange Partynacht feiert, solltest du auf jeden Fall deine Nachbarn darüber informieren. Diese Vorankündigung ist aber noch keinen Freibrief für übermäßigen Lärm. Daher solltest du auf der Party immer dafür sorgen, dass die Musik die Zimmerlautstärke nicht überschreitet.

WG-Gründung

Ein heikler Punkt. Wenn du eine eigene WG gründen willst, solltest du dir vorher ganz genau überlegen, wer der Vertragspartner des Vermieters wird und damit für die Gesamtmiete haftet. Unterschreiben nämlich alle WG-Bewohner, haftet jeder alleine für die gesamte Miete. Zieht einer aus der WG aus und kann nicht zahlen, müssen die übrigen Bewohner seinen Anteil mitfinanzieren. Es kann also teuer werden. "Dem Vermieter ist es egal, wer letztlich zahlt. Er kann sich seinen Schuldner unter all seinen Vertragspartnern aussuchen", so Gendziorra.

Eine gute Finanzplanung hilft in jedem Fall, um sorgenfrei ins (WG-) Leben zu starten. Gendziorra rät: "Neben der Miete sollten auch die Nebenkosten, Telefon- und Stromkosten, Versicherungen, Lebensmittelkosten usw. kalkuliert werden. Bei zu knapper Planung ist Stress vorprogrammiert."

Wichtig: Wer den Mietvertrag mitunterschrieben hat und auszieht, sollte beim Vermieter sofort darauf drängen, dass er aus dem alten Mietervertrag entlassen wird. Tut er dies nicht, bleibt er Mieter. "Viele WGs bestehen deshalb aus einem Hauptmieter, der an die anderen Mitbewohner untervermietet."

Mängel in der Wohnung

Bevor du in eine neue Wohnung oder WG-Zimmer einziehst, kommt es zur Übergabe. Dabei solltest du genau prüfen, ob alles in Ordnung ist und funktioniert (Strom, Heizung, Toilettenspülung etc.). Es ist eine Absicherung, damit dich später entdeckte Altmängel nicht angehaftet werden können. Tipp: Halte in einer Art Übergabeprotokoll genau fest, ob und welche Mängel vorhanden sind. Treten diese Mängel erst im Laufe der Zeit auf, musst du den Vermieter darauf aufmerksam machen. So kann sich dieser umgehend um das Problem kümmern.

Vorsicht: Lass nicht einfach den Handwerker oder Installateur kommen, um dem Vermieter im Anschluss dann die Rechnung zu schicken. Damit läufst du Gefahr, am Ende alles selbst zahlen zu müssen. "In bestimmten Fällen hat der Mieter aber durchaus das Recht, die Miete zu kürzen. Das ist der Fall, wenn es sich um Mängel handelt, die den Wohnwert entscheidend beeinträchtigen, wie zum Beispiel Schimmel, Heizungsausfall oder Lärm", sagt Gendziorra. Wie hoch eine solche Mietminderung ausfallen kann, hängt vom jeweiligen Mangel ab.


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