Vielleicht bist auch du von der Zweitwohnsitzsteuer betroffen.
Meldest du einen Zweitwohnsitz an, bist du vielleicht von der Zweitwohnsitzsteuer betroffen. Foto: LUM3N/pixabay
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11. Dez 2019

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Wohnen

Zweitwohnsitzsteuer – auch Studenten müssen zahlen

Was ist die Zweitwohnsitzsteuer?

Die Zweitwohnsitzsteuer ist eine Aufwandsteuer, die viele deutsche Städte für die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes einfordern. Rechtlich ist sie in Artikel 105 Absatz 2a des Grundgesetzes geregelt. Von Gemeinde zu Gemeinde bestehen aber Unterschiede in der praktischen Anwendung. Der Grund für ihre Erhebung ist, dass die Kommunen für Einwohner mit Zweitwohnsitzen kein Geld über den Steuerausgleich durch den Bund bekommen – für Einwohner mit Erstwohnsitzen allerdings schon. Aus diesem Grund holen sich viele Gemeinden über die Steuer das Geld von den zweitgemeldeten Einwohnern direkt.

Was ist ein Zweitwohnsitz?

Die Wohnung oder das Haus, in dem du vorwiegend lebst, gilt in der Regel als Hauptwohnsitz. Hast du zusätzlich noch ein zweites Zuhause, also eine Nebenwohnung, gilt sie als Zweitwohnsitz. Ob nun dein Elternhaus oder deine Studentenwohnung als Hauptwohnsitz zu betrachten ist, entscheidest nicht du selbst, sondern die zuständige Meldebehörde. Sie zieht für diese Entscheidung mehrere Faktoren wie die Aufenthaltsdauer, die Wohnungsausstattung und deine sozialen Beziehungen am Wohnsitz heran. Kommt also ein zweiter Wohnsitz hinzu, musst du diesen rechtzeitig bei der Gemeinde anmelden. Über diesen Link findest du nähere Informationen rund um die Anmeldung des Zweitwohnsitzes.

Auch die Wohnungsausstattung ist ausschlaggebend dafür, ob du zahlen musst oder nicht.

Wie hoch ist die Zweitwohnungssteuer?

Die Gemeinde setzt die Höhe der Zweitwohnsitzsteuer selbst fest, daher variiert sie von Stadt zu Stadt. Vor Abschluss des Mietvertrages solltest du dich informieren, wie hoch der lokale Steuersatz ist. Die Gemeinde orientiert sich bei der Ermittlung der Zweitwohnungssteuer an der jährlichen Nettokaltmiete für die Wohnung. Bei Eigentumswohnungen dient zur Berechnung meist die ortsübliche Miete als Bemessungsgrundlage.

In den meisten deutschen Städten liegt die Steuer zwischen 5 und 15 Prozent der Nettokaltmiete. Es gibt jedoch Ausnahmen. So liegt die Zweitwohnsitzsteuer zum Beispiel in Leipzig bei 16 Prozent der jährlichen Nettokaltmiete, während sie in Düsseldorf gar nicht erst erhoben wird.

In den meisten deutschen Universitätsstädten sind sehr viele Zweitwohnsitze angemeldet. Für diese bekommen die Städte keinen Steuerausgleich, obwohl deren Besitzer öffentliche Einrichtungen wie Bibliotheken und Schwimmbäder oder öffentliche Gehwege und ähnliches nutzen – beziehungsweise abnutzen – und damit Kosten verursachen. Dieses Geld holen sich die Städte meist durch einen gehobenen Zeitwohnungssteuersatz zurück, um mit dessen Hilfe den Erhalt dieser Einrichtungen zu finanzieren.

Ist eine Steuerbefreiung für eine Studentenwohnung möglich?

Eine Ausnahmeregelung für Studenten gibt es bei der Zweitwohnsitzsteuer in Deutschland leider nicht. Wenn du neben dem Studium am Studienort berufstätig ist und dein Ehe- oder eingetragener Lebenspartner am Hauptwohnsitz wohnt, kannst du möglicherweise eine Ausnahmeregelung für verheiratete Pendler in Anspruch nehmen. Zudem sind Minderjährige von der Zweitwohnungssteuer befreit, wenn sie ihren Zweitwohnsitz bei den Eltern haben und finanziell von ihnen abhängig sind.

Fazit

Die Zweitwohnsitzsteuer dient Gemeinden dazu, auch für Einwohner mit Zweitwohnsitz Geld zum Erhalt von öffentlichen Einrichtungen einzunehmen. Ihre Höhe ist in den einzelnen Gemeinden unterschiedlich. Daher ist es wichtig, sich vor der Anmietung oder dem Kauf einer Studentenwohnung über die lokalen Bestimmungen zu informieren. Beispielsweise gibt es Städte, die gänzlich auf die Zweitwohnsitzsteuer verzichten.

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