Wohnung zwischenvermieten
Machmal reicht zunächst ein kurzfristiges Wohnverhältnis | Foto: Thinkstock/Dima Sidelnikov
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30. Okt 2015

Christina Scholten

Wohnen

Zwischenmiete: Heim auf Zeit

Du willst zwischenvermieten? Das musst du beachten!

Ist Zwischenvermieten legal?

Von einem leerstehenden Zimmer hat niemand etwas. Wer es stattdessen zur Zwischen- oder Untermiete anbietet, kann sich nicht nur etwas dazuverdienen, sondern auch Wohnungssuchende glücklich machen. Aber wie legal ist das eigentlich?

2015 hat der Bundesgerichtshof ein Urteil gefällt, das die Beantwortung dieser Frage etwas komplizierter macht: Wenn es sich um eine kommerzielle Vermietung handelt, wie zum Beispiel das Zimmer zeitweise auf Plattformen wie Airbnb und Co. anzubieten, ist das ohne Weiteres nicht erlaubt. Es muss vorher zwingend die Erlaubnis des Vermieters dazu eingeholt werden. Allen, die das nicht machen, kann die Wohnung gekündigt werden.

Das "allgemeine Untermietsrecht"

Das bedeutet allerdings nicht, dass dies auch für eine "klassische" Untermiete gilt. Denn in Deutschland gibt es das "allgemeine Untermietsrecht". Jeder, der eine Wohnung mietet, hat auch das Recht, sie unterzuvermieten. Trotzdem muss der Vermieter immer vorher gefragt werden, erklärt Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes e. V.

Aber: "Der Vermieter muss zustimmen, wenn es nur um einen Teil der Wohnung geht, der untervermietet werden soll – also um ein oder zwei Zimmer. Und derjenige, der untervermieten will, vernünftige und nachvollziehbare Gründe dafür hat." Die besagten vernünftigen Gründe ergeben sich im Prinzip aus allem, was mit Geld zu tun hat.

Das bedeutet im Klartext: Wer angibt, die Miete nicht mehr alleine stemmen zu können, darf sich auch einen Untermieter in die Wohnung holen – solange er selbst noch darin lebt. Geht es um die ganze Wohnung, muss der Vermieter nicht zustimmen.

Ein Zimmer ist okay, aber ...

"Wenn die Wohnung komplett untervermietet wird, ist es wichtig, sich 'ein Eckchen' reserviert zu halten und dass die Möbel noch da sind", weiß Ulrich Ropertz. Sind sie nämlich komplett weg und die Wohnung wird völlig leergeräumt vermietet, liegt es im Ermessen des Vermieters, ob man untervermieten darf oder nicht.

Brauche ich einen Vertrag?

Schriftlich festhalten – das ist immer erstmal gut. Aber: "Einen richtigen Standard-Mietvertrag für die Untermiete gibt es eigentlich gar nicht. Man kann einen 'normalen' nehmen, der Mieter wird Vermieter und der Untermieter Mieter", rät Ulrich Ropertz.

Mit kostenlosen Verträgen, beispielsweise aus dem Internet, solle man jedoch vorsichtig sein. Besser sei es, sich beraten zu lassen, zum Beispiel vom Mieterbund. Mündliche Verträge, bei denen sich zwei Parteien auf die Untermiete geeinigt haben, haben in der Regel zwar auch schon eine Geltung, doch diese Übereinkunft im Ernstfall nachzuweisen, kann schwierig sein.

Kündigungsfristen für Zwischenmieter

Die Frist zur Kündigung einer Wohnung seitens des Hauptmieters liegt bei drei Monaten. Falls der Vermieter seinem Mieter die Wohnung kündigen will, ist diese Kündigungsdauer nach Wohndauer gestaffelt. Vor allem braucht der Vermieter aber einen Kündigungsgrund, wie unter anderem Eigenbedarf. "In der Untermiete ist es theoretisch genauso", sagt Ulrich Ropertz.

Doch hier gebe es eine Sonderregelung für den Hauptmieter, also demjenigen, der gerade untervermietet. "Der darf ohne Angaben von Gründen kündigen, doch die Kündigungsfrist verlängert sich dabei von drei Monaten auf sechs Monate." Untermieter, die aus der Wohnung raus wollen, haben hingegen eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Wer in einem möblierten Zimmer nur zum vorübergehenden Gebrauch wohnt, hat eine kurze Kündigungsfrist bis zum Monatsende.

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