Trends Zukunft
Mehr als ein Spielzeug: Schon bald könnte die Postdrohne Realität werden | Foto: Dose Media/Unsplash

Studibuzz

10.01.2018

Trends 2018

Food & Co.: Zehn Trends, auf die wir uns 2018 freuen dürfen

Einhörner, Fidget-Spinner, Schoko-Pizza und Levis-Shirts – na, erinnerst du dich noch? Das waren nur einige der Trends, die uns durch das Jahr 2017 begleitet haben. Wirkl ... mehr »

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23. Jan 2018

Zündstoff

Auf in die Zukunft: Das erwartet uns in fünf Jahren

Trends rund um Studium, Digitalisierung und Freizeit

Studium und Studieren

Fangen wir damit an, was deine Kommilitonen und dich heute betrifft und die eventuellen Langzeitstudenten auch 2023 noch beschäftigen wird: Die Welt der Ausbildung und des Studierens.

Der virtuelle Prof

Sicher erinnerst du dich noch an die Szene in Star Wars, als R2-D2 das Hologramm von Prinzessin Leia vor Luke und Obi-Wan abspielte. "Alter Hut", denkst du jetzt, denn immerhin wurde mit einer ähnlichen Technik schon 2012 Tupac für ein Konzert wiederbelebt. 

Stimmt. Aber 2012 war das ziemlich aufwendig, 2023 hingegen wird diese Technik in der Breite Einzug gehalten haben – vor allem in Hochschulen. Doch das ist nur das Minimal-Szenario. Tatsächlich könnte es auch sein, dass die Technik dann schon so weit ist, dass sie auf der 2023er Generation der High-End-Smartphones laufen könnte. Doch ob Holo-YouTube oder nicht, stell dich auf jeden Fall darauf ein, dass dann vorne im Hörsaal nicht zwingend ein Prof oder Dozent herumlaufen, sondern Hologramme. Vorteil: Die bekommen wenigstens nicht mit, wenn du spickst. 

Bildung all over the EU

2023 wird auch das Jahr sein, an dem eine große Vision der EU-Kommission anfangen wird, ihre Wirkung zu zeigen. Dort will man nämlich, dass auch das Bildungs-Europa zusammenwächst. Konkret bedeutet das: 

  • Einheitlicher Studentenausweis
  • Abgestimmte und angepasste Lehrpläne
  • Volle gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen

Doch damit das gelingt, muss noch ein weiteres Projekt in Angriff genommen werden: Adieu Bologna, hallo Sorbonne-Prozess!

Gibt es eigentlich jemanden, der die Bologna-Reformen nicht kritisiert? Doch bald ist es damit vielleicht vorbei, denn Frankreichs Staatschef Macron will einen auf Bologna aufbauenden "Sorbonne-Prozess" anstoßen, der die Bologna-Probleme ausbügelt. Das kündigte er vor wenigen Monaten in einer Rede vor Studenten an. 

Genauer gesagt möchte er, dass bis 2024 immerhin 20 Unis in Europa existieren, in denen es einen wirklich "europäischen" Abschluss gibt, der überall anerkannt wird. Naja…hoffen darf man mal.

Digital Business, e-Commerce und mehr 

Vor allem werden sich 2023 auch deine Fächer-Optionen ausgedehnt haben. Mittelpunkt sind natürlich Web und Digitalisierung. Bislang ist es in Deutschland nur an wenigen Standorten möglich, das Studienfach Digital Business Management zu belegen. Auf der Ausbildungsebene kommt der Beruf der Kaufleute für e-Commerce hinzu. 

Damit soll vor allem der Tatsache Rechnung getragen werden, dass es im wirtschaftlichen Bereich bis dato Lücken gibt, was die Realitäten des Online-Handels betrifft. Es gibt nur wenige Studienfächer und Ausbildungsplätze, bei denen das Digitale an allererster Stelle steht und damit – europaweit übrigens – eine Schieflage gegenüber der Bedeutung dieses Feldes darstellt. 

BWL-Bachelor-Studenten von heute, macht euch also darauf gefasst, dass ihr in fünf Jahren auf einer Party locker sagen könnt: "Ich studiere Digital Business auf Master…und du?".

Deinen Studentenjob übernimmt ein Roboter 

Die bisherigen Zukunftsaussichten waren ziemlich positiv. Allerdings gibt es jetzt auch einen Schritt in die andere Richtung. Denn was haben viele Studentenjobs gemeinsam? Sie sind durch Roboter ersetzbar. Das glaubst du nicht? Dann schau dir mal folgende Grafik an:

Das bedeutet zwar nicht, dass es 2023 gar keine Jobs mehr geben wird. Aber gerade die ganz einfachen Sachen können und werden dann in vielen Unternehmen vom Rechenknecht übernommen werden – und noch mehr Studis um noch weniger Jobs kämpfen. 

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Keine Handouts mehr

Die papierlose Uni, das papierlose Büro - die Digitalisierung an deutschen Hochschulen schreitet voran. Gefühlt wird uns das schon seit 1995 angekündigt. Wirklich durchgesetzt hat sich die Sache jedoch nie. Allerdings könnte es, allein schon durch die massenhafte Omnipräsenz von Smartphones, tatsächlich 2023 zumindest in der Vorlesung soweit sein, dass du keine Handouts mehr bekommen wirst. Das ist die vielleicht einfachste Vorhersage, denn in vielen Hochschulen gibt es schon heute nur PDFs.

2. Internet & Digitalisierung

Wenn überhaupt eines für die Zukunft klar ist – gesetzt dem Fall, dass es sich die Azteken-Prophezeiung vom Weltuntergang 2023 nicht bewahrheitet – dann, dass das Internet und die Digitalisierung mit noch größeren Schritten in unser Leben hineinmarschieren werden. 

e-Commerce geht durch die Decke

Wenn Forscher an einer Uni etwas prognostizieren, heißt das zwar nicht zwangsläufig, dass es so kommen wird, zumindest aber, dass dabei nicht im Trüben gefischt wurde. Und so sollte man vielleicht den Jungs und Mädels von ibi research an der Uni Regensburg Gehör schenken. Die sagen nämlich, dass 2023 der deutsche Einzelhandelsumsatz zu rund 20 Prozent allein aus dem E-Commerce stammen wird. 

Klingt nach nicht viel? Dann bedenke mal, dass darin nicht nur große Dinge von Fernseher bis Couch inkludiert sind, sondern der Einzelhandelsumsatz auch von kleinen Läden wie Bäckereien und Metzgern mitgestaltet wird. 

Und dann musst du bedenken, dass beispielsweise Amazon richtige Ladengeschäfte in Deutschland eröffnen will. Damit könnte es 2023 nicht nur noch enger für die reinen Einzelhändler werden, sondern die "gläserne Wand" zwischen Online- und klassischem stationärem Einzelhandel ziemlich zerbröselt sein, mit den Läden als Front- und dem Onlineshop als Backend. 

Mit 5G durchs Netz

Das große Problem am Internet war, ist und wird sein, dass die Übertragungsgeschwindigkeiten zwar immer weiter steigen, dafür aber auch die Datenmengen immer größer werden – ein klassisches Henne-Ei-Problem. Auf deinem Handy wird sich das dadurch manifestieren, dass 2020 die nächste Generation der Übertragungstechnik - 5G - naht und bereits 2023 zumindest in Großstädten bereits vollflächig verfügbar sein wird. 

Um das mal in Relation zu setzen, 5G wird zehnmal so schnell sein wie das heutige LTE (4G). Das bedeutet, dass Downloadgeschwindigkeiten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde bei einer Verzögerungszeit von unter einer Millisekunde möglich sind. Freu dich aber nicht zu früh, denn dadurch wird 5G auch für die Technik autonomer Autos interessant. Mit etwas Pech geht dann in der Rush-Hour dein Downloadspeed in den Keller, weil vor dem Haus hunderte Autos kommunizieren.  

Kochen à la RFID

RFID (radio-frequency identification) – das sind die Chips, die schon heute in deiner EC-Karte stecken und wegen der so mancher Datenschützer mit dem Kopf schütteln. Doch Datenschutz hin oder her, 2023 könnten die kleinen Halbleiter dein Studentenleben nachhaltig leichter machen – und zwar vor allem in der Küche:

  • RFID-Chips auf Lebensmittelverpackungen werden dir automatisch ein Handy-Signal senden, wenn das Verfallsdatum naht.
  • Über QR-Codes eingescannte Kochrezepte könnten die RFID-Technik nutzen, um dich im Supermarkt gezielt zu den nötigen Zutaten zu lotsen.
  • Die Tags geben dir im Laden via Handy tiefergehende Infos über Zutaten, Nährwert und Herkunft von Lebensmitteln

Außerdem könnte der schon seit Jahren angekündigte vernetze Kühlschrank 2023 endlich salonfähig werden. Damit wäre auch denkbar, dass er dir dein Kühlschrank dank der RFID-Chips auf Wunsch einen Haufen Rezepte liefert, die du aus deinen Einkäufen kochen kannst.

Drohne stellt Paket zu

Die Postdrohne ist da

Amazon will es, die ganzen Paketdienstleister wollen es, eine Menge Kunden will es auch – die Paketlieferung per Drohne. Schon heute sieht es so aus, dass viele Paketboten so gnadenlos überlastet sind, dass die großen Dienstleister künftig für die Haustür-Lieferung einen Aufpreis erheben wollen. Da wir schon festgestellt haben, dass der e-Commerce-Sektor in den nächsten Jahren weiter wachsen wird, können wir auch davon ausgehen, dass bis 2023 das Paketaufkommen sicher nicht weniger werden wird. 

2023 wird es also, vielleicht noch im Projektstadium und in ausgewählten Testregionen, soweit sein, dass Pakete auch per Drohne angeschwebt kommen. Die gesamte Technik ist bereits vorhanden, DHL, Amazon und noch eine Menge anderer Anbieter vermeldeten bereits höchst erfolgsversprechende Testläufe. Das absolut einzige, woran es noch hapert, ist die Freigabe der Regierung – denn viele Drohnen in der Luft können natürlich auch eine Gefahr für Menschen und den Luftraum allgemein darstellen.

Human Brain Project

Hast du schon mal vom Human Brain Project (HBP) gehört? Das ist ein gigantischer Zusammenschluss von EU-Wissenschaftlern mit nur einem Ziel: Die vollständige Erforschung des menschlichen Gehirns. Über eine Milliarde Euro wurden dafür bereitgestellt. 2023 soll es abgeschlossen sein. Und zwar unter anderem mit den folgenden Eckpunkten:

  • Volles Verstehen aller Hirn-Vorgänge auf elektrischer und chemischer Ebene
  • Auslesen von Gehirn-Informationen per Computer
  • Anwendung des Erforschten zum Beispiel zum Bau von neuen Computern

Bis hierhin zwar imposant, aber nicht wirklich alltagstauglich. Wirklicher Sci-Fi-Stuff ist jedoch ein weiteres Ziel des Projekts: Die Entwicklung von Mensch-Maschine-Schnittstellen und Robotern, deren IT wie ein menschliches Gehirn funktioniert. Ghost in the Shell, here we come. 

Der Roboter lernt durch Wikipedia

Eine weitere Technik schließt sich direkt an das HBP an. Denn was sich heute nur in Form von Staubsauger- und Rasenmäherrobotern zeigt, wird 2023 einen viel höheren Stellenwert in unserem Alltag haben. 

Diese Roboter-Helfer im Alltag sind jedoch auf regelmäßige Updates ihrer Software angewiesen, z.B. bei der Implementierung neuer Fähigkeiten oder um nach einem Ortswechsel alle Funktionen zu gewährleisten. Geht es nach dem Projekt RoboEarth, soll dies durch eine Art Roboter-Wikipedia sichergestellt werden. Gefüttert von Mensch und Maschine, ausgelesen von den computerisierten Helfern im Haushalt oder beispielsweise in Pflegeheimen. 

3. Reisen & Mobilität

Bist du jetzt schon im totalen Future-Modus? Dann leg die Sicherheitsgurte an, denn wir begeben uns auf die Straßen und Flugplätze des Jahres 2023. Allerdings gibt es nicht nur keine fliegenden Hoverboards, auch sonst wird (außer vielleicht Paketdrohnen) nicht viel in der Luft herumwuseln, was sich dort nicht auch heute schon findet.

Identifikation per Retina

Natürlich wird dein Reisepass (mit RFID-Chip) auch 2023 noch dein wichtigstes Dokument am Flughafen sein. Aber wahrscheinlich nicht mehr dein einziges. Das andere hast du immer dabei, deine Augen. Wie du weißt, ist unsere Retina so einzigartig wie ein Fingerabdruck. 2023 könnte es also überall auf der Welt üblich sein, der Passkontrollmaschine einen tiefen Blick zu schenken, bevor sie dir deine Bordkarten ausdruckt. 

Kurzurlaub auf dem Holodeck

Wenn dein Professor schon als Hologramm durch den Hörsaal spaziert, kannst du dir sicher vorstellen, dass 2023 eine Technik wie das aus Star Trek bekannte Holodeck nicht mehr allzu weit entfernt sein dürfte. 

Tatsächlich ist die Sache schon heute relativ gut möglich. Allerdings muss man dazu eine schwere VR-Brille auf der Nase tragen. Bei der Entwicklungsgeschwindigkeit der Technik werden diese bis 2023 auf jeden Fall leichter, um das zu wissen muss man kein Computerexperte sein. Aber die Hologramm-Technik in Verbindung mit einer immer weiter vernetzten Smart-Sensorik könnte es in wenigen Jahren tatsächlich möglich machen, nahezu beliebige Räume rein optisch umzugestalten. 

Und wäre es nicht krass, deine Wohnzimmer-Couch einfach an den virtuellen Strand von Bora Bora zu verfrachten? 

Kurzurlaub auf Bora-Bora - in der Studentenbude

Der stille Taxifahrer

Alles spricht heute von autonomem Fahren. Natürlich könnte man jetzt aufgrund dessen die Behauptung aufstellen, dass es 2023 für jeden Neuwagen zumindest die (wahrscheinlich unanständig teure) Option gibt, diesen autonom fahren zu lassen – allerdings ist das trotz des technischen Fortschritts eher unwahrscheinlich.

Was aber viel eher denkbar sein könnte, ist, dass diese Technik vor allem erst mal dort verwendet wird, wo der menschliche Fahrer Geld kostet. Sprich: bei Taxis, Bussen und natürlich auch im Lieferverkehr und zwar vor allem in Großstädten. Dort, wo 2023 auch, wie weiter oben erwähnt, die zur Auto-Auto-Kommunikation so wichtige 5G-Technik vorhanden sein wird. 

Schon 2018 will Elektronikriese Bosch zusammen mit Mercedes die ersten autonomen Taxis auf deutsche Straßen bringen. Eine Einführung im großen Maßstab soll 2022 erfolgen. Bedenkt man dann noch, dass auch Uber sich dieses Jahr mit 24.000(!) Volvo-SUVs eingedeckt hat, die das Unternehmen zu autonomen Taxis umbauen will, wird es sehr wahrscheinlich, dass du nach einer durchfeierten 2023er Partynacht nicht mehr dem Taxifahrer das Ohr abkauen wirst, sondern nur noch mit dir selbst redest. 

Städte ohne Ampeln

In Städten, in denen die Autos 2023, ob nun voll- oder teilautonom, miteinander kommunizieren, der Individualverkehr geringer und die Zahl der Radfahrer immer größer wird, ist auch eine weitere Zukunftsvision absolut denkbar: Die Stadt ohne Ampeln

Eigentlich ist es ja einfach: Wenn die Autos miteinander sprechen, können sie sich absprechen, wer an der Kreuzung Vorfahrt hat, wer wo wie dicht auffahren darf und wer wohin abbiegen will. Das ist ja auch der Grund, warum so viele Experten die Technik forcieren möchten: Sie eliminiert dutzende menschliche Fehlerquellen aus dem Straßenverkehr. Der ganze "Moloch" aus Schildern, Ampeln (und natürlich deren teurer Wartung) kann wegfallen, wenn die ganze Verkehrsregeltechnik in jedem Auto steckt. 

Hat natürlich auch für dich Vorteile: Morgendlich unkonzentriert über ein Stoppschild zu brettern oder versehentlich zu schnell zur Uni zu fahren, ist dann nicht mehr möglich – und spart immens Kosten. 

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