Fridays for Future Kohleausstieg
Weg von der Kohle, hin zu erneuerbaren Energien – das ist die klare Forderung von "Fridays for Future" | Foto: tibu/GettyImages
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24. Jan 2019

Carolin Streckmann

Zündstoff

Fridays for Future: Schüler streiken für den Klimaschutz

Das steckt hinter "Fridays for Future"

Seit Monaten geht die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg freitags nicht mehr zur Schule. Stattdessen demonstriert sie vor dem Parlament in Stockholm für mehr Klima- und Umweltschutz. Die Schülerin ist längst nicht mehr allein: Weltweit haben sich tausende junge Menschen zu der Bewegung "Fridays for Future" organisiert. Auch in Deutschland ist die Bewegung mittlerweile angekommen. Vor einer Woche, also am 18. Januar, demonstrierten nach eigener Aussage von "Fridays for Future" rund 30.000 junge Menschen in mehr als 50 deutschen Städten für eine bessere Klimapolitik, die schnell handelt.

Dabei haben sich nicht nur Schüler, sondern auch Studenten, Auszubildende und andere junge Menschen zusammengetan und für die Umwelt geschwänzt. Die Vernetzung zu den gemeinsamen Protest-Aktionen lief unter anderem über den Messenger-Dienst WhatsApp und über diverse Social-Media-Kanäle. "Gemeinsam gegen den Klimawandel" lautet ihr Motto, das sie selbstorganisiert und unabhängig von Parteien oder Organisationen umsetzen. Die Bewegung sieht sich als die letzte Generation, die noch etwas gegen den Klimawandel ausrichten und katastrophale Folgen verhindern kann.

Darf man die Schule schwänzen, um zu protestieren?

In Deutschland gilt eine Schulpflicht und die wird nicht einfach außer Kraft gesetzt, wenn man zu einer Demo geht. Trotzdem folgen tausende Schüler dem Beispiel von Greta Thunberg und demonstrieren während der Unterrichtszeit. Damit erhofft sich die Bewegung eine größere öffentliche Aufmerksamkeit und somit eine stärkere Wirkung. Einige Unterstützer von "Fridays for Future" begründen den Streik auch damit, dass es nichts bringe, für eine Zukunft zu lernen, die durch die Klimakrise ohnehin zerstört werden würde.

Schüler, die dem Unterricht fern bleiben, um sich für den Klimaschutz einzusetzen, müssen dennoch damit rechnen, dass ihre Schule ihnen Konsequenzen aufzeigt. Ermahnungen, Strafarbeiten oder Verweise können die Folge von unentschuldigtem Fehlen sein. Bei den Streiks am vergangenen Freitag zeigte sich jedoch vielerorts, dass Lehrer und Eltern die Proteste unterstützen.



Fridays for Future: Für die Zukunft des Planeten

"Fridays for Future" kritisiert die aktuelle Klimapolitik scharf und klagt die Politiker an, sich nicht ausreichend für den Schutz unserer Erde einzusetzen. Sie belegen diesen Vorwurf damit, dass die Treibhausgase seit Jahren weiter steigen und dass noch immer Kohle, Öl und Gas abgebaut werden, obwohl das Bewusstsein für erneuerbare Energien in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Bewegung will die Politik daran erinnern, dass die jungen Menschen noch viele Jahrzehnte auf diesem Planeten leben wollen und müssen – denn eine Alternative gibt es nicht. Dafür müssen die Politiker die Dringlichkeit ihrer Anliegen erkennen und endlich einlenken, so das erklärte Ziel von "Fridays for Future".

Demo für einen schnellen Kohleausstieg

Neben den deutschlandweiten Demos am vergangenen Freitag rief die Bewegung zu einem großen Klimastreik am heutigen Freitag auf. Denn da tagt die Kohlekommission, an die "Fridays for Future" mit ihrem Streik appellieren möchte: Sie wollen mit der Aktion lautstark für einen schnellstmöglichen Kohleausstieg demonstrieren, denn in Deutschland sei keine Zeit mehr für fossile Brennstoffe. Zu der Demo werden tausende Schüler, Studenten und Azubis aus ganz Deutschland erwartet. Zuvor trifft die Bewegung sich zu einem Gespräch mit der Kohlekommission.


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