Das kannst du gegen Sexismus tun!
Du musst dir Sexismus nicht gefallen lassen! Foto: Gabe Pierce/Unsplash
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20. Jan 2021

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Gleichberechtigung im Nebenjob

Spätestens dort hört der Spaß endgültig auf. Besonders oft sind junge Frauen, oft Studentinnen, von Sexismus und fehlerhaften Verhalten betroffen. Doch welche Möglichkeiten haben beispielsweise Studentinnen, die auf ihren Nebenjob angewiesen sind und keine Lust haben, die Auswirkungen eines negativen und toxischen Umfelds auf sich einwirken zu lassen?

Was tun gegen Sexismus im Nebenjob?

Das Studium bereitet auf die zukünftige berufliche Karriere vor. Doch nicht für jeden bedeuten die Jahre, die an der Universität verbracht werden, eine Zeit des ausschließlichen Lernens und gelegentlichen Feierns. Viele Studierende sind auf einen Nebenjob angewiesen, um die Gebühren oder die Wohnung zu bezahlen. Dank vieler Möglichkeiten, die vor allem typische Studentenstädte bieten, lässt sich heute die Arbeit ziemlich flexibel mit einem Studium in Einklang bringen. Leider kommt es aber noch viel zu oft vor, dass vor allem junge Frauen im studentischen Nebenjob ungerecht und mitunter sogar sexistisch behandelt werden. Welche Maßnahmen ergriffen werden können, wenn man sich plötzlich selbst in der Opferrolle wiederfindet, finden sich hier:

  • Die Zeichen frühzeitig erkennen - äußert sich ein Vorgesetzter bereits während eines Vorstellungsgesprächs oder des Probearbeitens auf eine sexuell erniedrigende Art und Weise, so sollten sofort sämtliche Alarmglocken klingen. Wer bereits in diesem frühen Stadium keinen professionellen Charakter wahrt, der offenbart mit hoher Wahrscheinlich noch ganz andere Seiten im Arbeitsalltag. Den Job ablehnen und sich weiterhin auf die Suche nach etwas Passendem begeben, das ist die einzig richtige Devise in diesem Fall.
     
  • Sexismus identifizieren - nicht immer muss sich Sexismus auf verbale oder physische Form zeigen. Oftmals gibt es kleine Indizien, die Hinweise auf die wahren Absichten einer Person geben. Wer regelmäßig zu bestimmten Arbeiten degradiert wird, die nur wenig mit dem eigentlichen Tätigkeitsbereich zu tun haben, der sollte sich die Frage nach der Motivation eines Vorgesetzten fragen. Doch nicht immer geht der Sexismus am Arbeitsplatz von Vorgesetzten aus. Fühlt sich eine Studentin auf irgendeine Art und Weise von einem Kollegen bedroht, so ist es das Beste, sich zuerst an eine Vertrauensperson aus dem Umfeld zu widmen. Besteht keine Chance auf eine Aussprache mit der Bitte um Unterlassung eines bestimmten Verhaltens, so bietet sich der Weg zum Arbeitgeber an.
     
  • Die eigene Gesundheit steht immer im Vordergrund - wirken sich der Druck und der ausgeübte Sexismus negativ auf das Studium aus, so hat das mitunter sogar Auswirkungen auf die Karriere. Wer sich einer bestimmten Lage nicht mehr gewachsen fühlt, der sollte sich schnellstmöglich an eine beratende Stelle wenden. Das Studium und der Lernerfolg gehen vor. Sorgt das Umfeld für Stress und Nervosität, so ist es Zeit, die Reißleine zu ziehen.
     
  • Vorher wichtige Informationen sammeln - ist ein bestimmter Arbeitsplatz bereits im Vorhinein in Verruf, so lässt man am besten gleich die Finger davon. Am besten bewahren sich Studierende vor bösen Überraschungen, wenn sie sich zuerst im Umfeld umhören. Bestimmt findet sich über Freunde oder Kommilitonen jemand, der bereits Erfahrungen in einem bestimmten Job gesammelt hat. Nichts ist ärgerlicher als ein neuer Job, der sich leider viel zu schnell als eine böse Überraschung herausstellt.
     
  • Konfrontation - aber mit Maß und Ziel. Gewinnen Studierende, die unter Sexismus im Nebenjob leiden, den Eindruck, das die Situation durch ein klärendes Gespräch verbessert werden kann, so sollte diese Möglichkeit frühzeitig ergriffen werden. Erscheint die Lage allerdings derart festgefahren, dass eine Konfrontation eher gegenteilige Folgen nach sich ziehen wird, so gilt es zu überlegen, ob man seiner Gesundheit wegen selbst einen Rückzieher macht oder ob man sich, im schlimmsten Fall, sogar an die Behörden wenden. Wichtig ist, dass etwas getan wird und dass dem Sexismus mit allem Nachdruck der Riegel vorgeschoben wird.

Deine Stimme zählt

Gleichberechtigung lautstark fordern

Die Gesellschaft öffnet sich immer mehr wichtigen Themen. Leider geht diese Art von Öffnung mit hitzigen Diskussionen, gegenteiligen Bestrebungen und vielen unerwünschten Zwischenergebnissen einher. Ob eine Frauenquote das richtige Mittel ist, oder welche Maßnahmen besser geeignet sind, das stellt sich zumeist erst nach einer längeren Phase der Erprobung heraus.

Wichtig ist allerdings, dass Arbeitgeber allesamt aktiv werden und für Gleichberechtigung einstehen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man bereits im Vorstand eines Unternehmens sitzt oder mit einem Studentenjob versucht, sich über Wasser zu halten. Erst, wenn sich die allgemeine Stimmung ändert und der Arbeitsplatz tatsächlich ein Hort der Professionalität und des Miteinanders ist, werden sich langfristige Erfolge einstellen. Wer früh Missstände anspricht, der wird aktiv und verbessert nicht nur seinen Arbeitsplatz, sondern auch den vieler anderer Studierender, die sich ebenfalls mit ungerechter Behandlung und Sexismus konfrontiert sehen. Wer Mitstreiter findet und sich gemeinsam mit anderen engagiert, der darf mit Stolz von sich behaupten, Teil eines Wandels zu sein, der schon längst überfällig ist.

 

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