Stress im Studium
Stress im Studium kann zu Angst, Depressionen und mehr führen. Foto: Ben Blennerhassett/Unsplash
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21. Dez 2020

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Zündstoff

Krank aufgrund des Studierens

Wie sich der Studiendruck auf Körper und Geist auswirken kann

Dieser wirkt sich in der Vielzahl der Fälle negativ auf die Psyche oder den Körper aus. Immer mehr Studierende klagen unter Beschwerden, die eindeutig mit dem Druck des Studierens einhergehen. Doch welche Diagnosen sind die häufigsten? Wie kannst du deine Gesundheit im Fokus behalten, deine Psyche stärken und den Körper kräftigen?

Angstzustände und Depression: Versagen vorprogrammiert

Mit dem erhöhten Druck sowie den wachsenden Anforderungen an den jungen Erwachsenen geht auch eine Veränderung der eigenen Wahrnehmung ein. Die Situation, in der sich der oder die Studierende befindet, wird als belastend wahrgenommen. Hält der Zustand des konstanten Lerndrucks sowie einer Überforderung an, kann es zu Angstzuständen oder gar Depressionen kommen. Dabei machen sich verschiedenste Symptome bemerkbar. Zum einen fühlen sich die Studierenden stets gedrückt. Die Stimmung kann selbst durch Erfolgserlebnisse nicht für eine lange Zeit aufgehellt werden. Schnell fallen die Personen wieder in eine gedrückte Stimmung zurück. Ist die Depression weiter fortgeschritten, kann es zudem zu einer Unfähigkeit kommen, Freude zu empfinden. Ein überwältigendes Überforderungsgefühl ist oftmals der Grund dafür, dass ein Burn-out mit einer Depression verwechselt wird. Zudem kommt das permanente Gefühl von Erschöpfung. In manchen Fällen entwickeln Betroffene zudem eine Neigung zu Schuldgefühlen, Schlaf- oder Essstörungen. Jedoch sei gesagt, dass immer mehr Studierende unter Depressionen leiden. Dies ist der Grund dafür, dass auch das Angebot für Betroffene stetig wächst. Somit lässt sich eine Depression bereits während bzw. parallel zum Studium behandeln.

Wie gehst du gegen Angstzustände vor?

Die meisten Studierenden leiden unter Prüfungsangst. Ein wenig Lampenfieber treibt zu Bestleistungen an, fördert die Konzentration während der Klausuren und steigert die Motivation in der Lernphase. Doch wenn die Angst krankhaft wird, solltest du Mittel und Wege gegen eine negative Auswirkung auf deine Gesundheit finden. Dabei kann es helfen, dich selbst nicht stetig zu überfordern. Sicherlich wäre es schön, du könntest mehrere Stunden am Stück problemlos lernen. Der Stoff würde dabei im Gehirn haften und auf ewig bleiben. Doch dem ist nicht so. Akzeptiere, dass nur ein gewisses Maß an Lernstoff verarbeitet werden kann. Wer seine geplante Lernzeit vollendet hat, muss keine Angst haben. Auch eine Niederlage in der Klausur bedeutet nicht das absolute Versagen. Denn Scheitern gehört zum Studieren in die Berufswelt und auch in das allgemeine Leben eines jeden Menschen.
Bevor aus der Angst Panik werden kann, musst du eingreifen. Dabei können entspannende Bäder mit Lavendel oder Kamillenzusatz helfen, aber auch Mediationen, das Schauen einer Naturdokumentation oder das Hören eines Hörbuchs. Du solltest auf keinen Fall Aktivitäten ausüben, die den Adrenalinspiegel in die Höhe treiben. Das kann sich negativ auf das Einschlafen oder auch die Schlafqualität auswirken. Zu guter Letzt hilft es, positiv zu denken. Du bist nicht ohne Grund Studentin oder Student. Du hast bereits vieles gemeistert!

Schlafstörungen und Schlaflosigkeit: Kein Auge mehr zu

Schlafstörungen können viele Gesichter haben. Sie reichen von stundenlangem Wachliegen im Bett, bis du endlich einschlafen kannst, über nächtliches Aufwachen mit Einschlafproblemen bis hin zu morgendlichem frühem Aufwachen. Schlafstörungen entstehen, wenn der Geist nicht wirklich zur Ruhe kommt. Damit kann die Tiefschlafphase nicht erreicht werden. Der Betroffene oder die Betroffene fühlen sich tagsüber schlapp und matt. Es fällt schwer, sich zu konzentrieren oder am alltäglichen Leben teilzuhaben. Doch woher kommt die Schlafstörung? Die meisten Studierenden machen sich Sorgen aufgrund des hohen Lernpensums oder da parallel zum Studieren ein Job ausgeübt werden muss. Wie sollen Schulden abbezahlt werden? Reicht das Geld für die Miete und haben sie genug gelernt, um die nächste Klausurenphase gut zu bestehen. Aus diesem Gedankenmuster heraus entsteht eine starke innere Unruhe, die dazu beiträgt, dass die Schlafqualität zunehmend abnimmt. Auch Stress im privaten Umfeld kann dazu beitragen, dass sich der Schlaf deutlich verschlechtert.

Wie gehest du gegen Schlafstörungen vor?

Tipps zum Besiegen von Schlafstörungen erhälst du leicht online. Du erfährst unter anderem, mit welchen Medikamenten sowie Hausmitteln du zu einem besseren Schlaf findest. Lavendelöl trägt dazu bei, dass sich deine innere Unruhe in kurzer Zeit legt. Der Einschlafprozess kann vom Gehirn schneller gestartet werden. Zudem schläfst du besser durch, da die Unruhe dich nicht aus dem Schlaf reißt.
Wer die Schlafverbesserung zunächst ohne natürliche Mittel oder Medikamente erreichen möchte, setzt auf Meditation. Beim Meditieren geht es darum, das innere deines Bewusstseins zu erkennen. Du blendest alle Reize aus, welche auf dich einwirken. Von den negativen Gedanken, Sorgen oder Gefühlen bis hin zum bevorstehenden Lernstress, der dich bereits jetzt in Panik versetzt. Beim Meditieren versetzt du dich gezielt in einen entspannten Zustand. Um schnell in den Zustand des Loslassens fallen zu können, solltest du das Meditieren regelmäßig trainieren. Hierzu gibt es verschiedene Tutorials, Apps und Ratgeber.

Lass dich nicht vom Stress unterkriegen!

Erschöpfung und Burn-out: Wenn Körper und Geist aufgeben

Burn-out ist ein Begriff, der vielen Menschen nur aus der Berufswelt bekannt ist. Doch auch während des Studiums kann es zu einem solchen Gefühl kommen. Bei einem Burn-out handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die mit vielen Symptomen einhergeht. Zunächst kommt es zu einer emotionalen Erschöpfung. Der oder die Studierende fühlen sich regelmäßig kraftlos, matt und schwach. Diese Zustände treten jedoch nicht nach Belastungen oder langem Lernen auf, sondern äußern sich bereits bei alltäglichen Handlungen wie dem Einkaufen gehen, dem Zubereiten von Mahlzeiten oder der Hausarbeit. Jegliche Anstrengung ist zu viel. Zudem geht ein konstantes Gefühl von Demotivation einher. Auch wenn die Beweggründe, das Studium zu beginnen, in den Sinn gerufen werden, können keine motivierenden Anhaltspunkte gefunden werden. Außerdem beginnt ein Zyklus aus Gedankenkreisen um die Angst vor Versagen. Hinzu äußern die Personen oftmals ein vollkommen nicht balanciertes Empfinden von Erfolgen und Misserfolgen. Eine Niederlage wird als schwerer Niederschlag fast schon als das Bevorstehen des Endes der Studienzeit wahrgenommen. Hingegen sind Erfolge kaum mehr wertzuschätzen. Die betroffene Person kann ihre eigene Leistung nicht mehr anerkennen.

Wie gehst du gegen Burn-out vor?

Das Burn-out geht mit dem erhöhten Leistungsdruck einher. Dieser lässt sich in einem Studium meist nicht mindern. Doch deine Einstellung bezüglich der wirkenden negativen Gefühle, Emotionen und Erfahrungen veränderst du selbst. Daher solltest du dir zunächst das Burn-out eingestehen. Oftmals vergleichen wir uns mit Kommilitonen und Kommilitoninnen. Diese schienen das Studium problemlos zu meistern, gehen nebenher Jobben und am Wochenende feiern. Doch meist trügt der Schein. Sei fair zu dir selbst. Es ist in Ordnung, von einem Studium überfordert zu sein. Im nächsten Schritt bedarf es Veränderung. Eventuell kannst du in einem Semester weniger Kurse belegen, sodass der Lernstress geringer ausfällt. Zwar dauert dein Studium somit etwas länger als die Regelstudienzeit, dafür gehst du mit einer gesunden Psyche aus dem Studium in die Arbeitswelt. Ebenso kannst du Dir Hilfe holen. Sprich mit Kommilitonen und Kommilitoninnen, die dich in ihre Lerngruppen aufnehmen können. So fällt das Verarbeiten des Lernstoffes leichter.

Psychisch gesund durch das Studium: Allgemeine Tipps für Studierende

Viele der oben genannten Punkte entstehen durch Sorgen, Stress und Druck, der mit dem Studieren einhergeht. Doch auch externe Faktoren tragen zunehmend dazu bei, dass sich dein körperlicher sowie seelischer Zustand nicht bessert. Aus diesem Grund gilt es, sich umfassend umzustellen. Wer wieder erholt durch den Tag gehen möchte, weniger Angst vor den Klausuren verspüren will und Spaß am Studieren erleben möchte, sollte folgende Tipps und Tricks beherzigen.
Sollten auch diese Aspekte keine Verbesserung mit sich bringen, gilt es, sich professionelle Hilfe zu suchen. Dies kann bei der Studienberatung oder dem Zuständigen für Gesundheit sein. Ebenso kannst du dich an den Hausarzt wenden, der dich zu einem spezialisierten Psychologen überweist.

1. Struktur ist das A und O

Viel Stress ohne StrukturenEine der wichtigsten Regeln, um Stress während des Studiums so gering wie möglich zu halten, ist das Einhalten einer Struktur. Du solltest dir für jeden Tag unter der Woche sowie die Wochenenden einen festen Plan zulegen. Sicherlich ist das Leben nicht in all seinen Facetten planbar. Doch je mehr du deinen Tagesablauf unter Kontrolle hast, desto sicherer kannst du durch die Studienzeit gehen. Dies beginnt beispielsweise beim Aufstehen. Wenn morgens keine Vorlesungen anstehen, gilt es dennoch zu einer angemessenen Uhrzeit das Bett zu verlassen. Nutze die Zeit, welche du zur Verfügung hast, um bereits mit dem Lernen zu beginnen oder wichtige Vorbereitungen für Hausarbeiten sowie Lernphasen zu treffen. In kleinen Schritten baust du dir ein wunderbares Schutzschild für die anstrengende Lernzeit auf. Zudem gilt es einen Rhythmus einzuhalten. Stehe immer zur gleichen Zeit auf. Dies macht es dem Körper einfacher, abends gut einzuschlafen. Wer zur gleichen Zeit aufsteht und einschläft, bietet seinem Körper die Möglichkeit, einen ganz natürlichen Rhythmus auszubilden.

Zudem solltest du Morgenrituale etablieren. Anstelle des schnellen Losrennens, um den Bus zu erwischen, gilt es mehr Zeit einzukalkulieren. Du solltest gesund frühstücken können und wenige Minuten für dich nutzen. Atme durch. Überlege, welche Vorlesungen dich heute besonders interessiert, worauf du dich freust. Es kann helfen ein Glückstagebuch zu führen. Hierin vermerkst du jeden Morgen, worauf du dich besonders freust und am Abend, welche Aspekte des Tages dich besonders glücklich gemacht haben. Somit hebst du morgens und abends das Positive deines Lebens besonders hervor, was die Psyche zu einem Umdenken anregen kann

Viele Studierende fühlen sich von den zahlreichen anstehenden Aufgaben überfordert. Wenn der Klausurenplan erscheint, ist kaum zu überschauen wie viel Lernstoff bewältigt werden muss. Es kann sich hierbei lohnen etwas Zeit in einen ausgeklügelten Plan zu investieren. Erstelle einen Kalender, der dir jeden Tag Lernhäppchen serviert. So schaffst du es, dir den gesamten Lernstoff in der zur Verfügung stehenden Zeit einzuprägen. Achte darauf, dich nicht zu stark zu belasten. Es sollte ausreichend Pausen zwischen einzelnen Lerneinheiten geben. Mindestens 30 Minuten bis hin zu einer Stunde zwischen Lerneinheiten sorgt dafür, dass das Gehirn aufnahmefähig für neue Lerneinheiten wird.
Gönne dir in der Woche mindestens einen freien Tag. An diesem lernst du nichts, beschäftigst dich nicht mit dem Studium. Schalte ab. Schaue einen Film, mach Sport oder triff dich mit Freunden.

2. Aktivitäten, die Freude bereiten

Diese freie Zeit solltest du dir nicht nur gönnen, sondern sie auch zu deinen Gunsten ausleben. Hab kein schlechtes Gewissen, weil du einen Tag nicht lernst. Sieh diesen Tag besser als Regenerationsphase für deinen Körper, deinen Geist und insbesondere das Gehirn. Versuche dich an neuen Aktivitäten, wenn du bislang keine Freizeitaktivität gefunden hast, die dir Freude bereitet. Ebenso kannst du dich einem Projekt widmen, das über mehrere Wochen zu Ende gestellt werden kann. Wie wäre es mit der Neugestaltung deines Zimmers?
Im Vordergrund sollten bei der Beschäftigung der Spaß und die Freude stehen. Such Dir keine Beschäftigung, die zur Selbstoptimierung dient. Dies kann erneut Druck aufbauen und den angespannten inneren Zustand nur noch verschlimmern. Solltest du Sport treiben, gilt es diesen in Maßen sowie mit einem einzigen Ziel zu betreiben. deine Bewegung trägt zum Befreien von angestauter Energie bei. Auf keinen Fall sollte auch hierbei Druck auf das eigene Ich ausgeübt werden, stetig besser werden zu müssen, Gewicht zu verlieren oder sich selbst anderweitig zu optimieren.

3. Medienkonsum reduzieren

Soziale Medien gehören zu unserem Alltag. Nicht nur als Studierender oder Studierende begleiten einen die sozialen Medien überall hin. Oftmals gilt das durchscrollen von Facebook, Instagram oder TikTok als Freizeitbeschäftigung zum Entspannen. Achte jedoch auf den Content, den du dir ansiehst. Geht es hierbei nur um das Optimieren eines Studierenden, kann sich dies mit einer Art Druck auf dich auswirken. Ebenso solltest du darauf achten, welchen Studienkollegen und Kolleginnen du folgst. Posten diese in regelmäßigen Abständen von den Lerneinheiten, kann sich das Gefühl breitmachen, du würdest zu wenig in das Studium investieren. Schuldgefühle sowie Angst sind die Folge. Diese Profile solltest du daher besser nicht verfolgen.

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