Checkliste Auslandssemester
Ziel aussuchen und auf ins Abenteuer Auslandssemester! | Foto: Thinkstock/domoyega
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13. Mai 2014

Anna Gumbert

Auslandssemester

Der UNICUM Auslandssemester-Check

Rechtzeitige Organisation und gute Vorbereitung sind wichtig

Muss ich ins Ausland?

Im Ausland studieren – das erfolgt entweder auf eigenen Wunsch oder auf Anweisung des Studiengangs. Wie bei der 19-jährigen Carolin: "Ich hatte quasi keine Wahl. Das Auslandssemester ist in meinem Studiengang Pflicht, im fünften Semester müssen alle Journalistikstudenten ins Ausland gehen". Nicht in jedem Fach ist das nötig. Laut dem Auswärtigen Amt der Hochschule Merseburg, kann es je nach Fachbereich variieren, ob, wie lange und wann ein Aufenthalt im Ausland angebracht ist. Dazu sei es sinnvoll, den Auslandsbeauftragten des jeweiligen Fachbereiches zu fragen.

Die Vorteile eines Auslandssemesters

Ein Semester im Ausland bringt eine Menge positiver Nebenwirkungen mit sich. Nicht abzustreiten ist in erster Linie natürlich der markante Punkt im Lebenslauf und die Anwendung einer gelernten Fremdsprache auch endlich außerhalb der Schule oder Hochschule.

Für Carolin macht das auf alle Fälle Sinn: "In Norwegen, wo ich hingehe, werden für mich die Uni und mein Leben größtenteils auf Englisch laufen – so kann ich mein Englisch schön aufpolieren, was mir im Beruf helfen wird. Außerdem: Einem späteren Journalisten schadet es nicht, wenn er in einem anderen Land Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen kann." Das Aufschlagen in einer völlig neuen Umgebung, und das möglicherweise mehrere Flugstunden von Mama und Freunden entfernt, wird zudem das Selbstbewusstsein und die Selbständigkeit aufstocken.

Los geht's mit der Vorbereitung!

Im Vorfeld eines Auslandsemester sollte man checken, ob es ein bestehendes Mobilitätsprogramm an der Hochschule gibt.  Gabi Meister, Vertreterin des Auswärtigen Amtes der HS Merseburg vermittelt beispielsweise neben hochschuleigenen Kooperationen mit Partner-Unis auch Programme wie Erasmus oder Promos, die bei der Vermittlung und Organisation unterstützen. "Es gibt einiges zu bedenken. Unter anderem: Werden mir meine Scheine überhaupt angerechnet? Bekomme ich die Credits, damit ich mein Semester bestehe, auch an der Austausch-Uni?", so Meister.

Da bei Carolin das Auslandssemester schon in den Studienplan integriert ist, werden ihr die Credits angerechnet, die sie im Ausland in verschiedenen Modulen macht. Voraussetzung ist, dass sie Module aus dem Bereich Kommunikationswissenschaft belegt. Andere kann sie sich nicht anrechnen lassen – schließlich sollten die Module grob den Inhalten ihres Journalistikstudiums entsprechen.


Zum Download: Checkliste Auslandssemester – Was muss ich wann erledigen?

Checkliste Auslandssemester

Weiterführende Informationen dazu findest du auch auf www.daad.de


Was ist mit den Sprachkenntnissen?

Erste Anlaufstelle, wenn es um den Nachweis der Sprachkenntnisse geht, ist ebenfalls das Auswärtige Amt der Hochschule. Hier erfährt man, welche Zertifikate von der Austausch-Uni verlangt werden. Laut DAAD gibt es drei kommerzielle Anbieter, die weltweit gültige Englischzertifikate anbieten:

  • Cambridge
  • British Council (IELTS)
  • ETS (TOEFL).

Alle drei sind mit Kosten und Vorbereitung verbunden. Auch hier galt also: Der frühe Vogel fängt den Wurm, beziehungsweise das Sprachenzertifikat.

... und meinem WG-Zimmer?

Was passiert in der Zwischenzeit mit der studentischen Residenz? Carolin wird ihre Wohnung für ein Semester zur Zwischenmiete anbieten und nach dem Auslandssemester dort wieder einziehen. Im besten Falle schafft man es, etwa das WG-Zimmer über das Internationale Büro der Uni an einen Erasmus-Studenten eines anderen Landes zu vermieten. Ansonsten kann man sich auch einfach an den offenen Wohnungsmarkt wenden.


Erste Schritt im Ausland

In der Austausch-Stadt angekommen, sollte man sich zunächst in Ruhe orientieren und es langsam angehen lassen. Die tausend neuen Eindrücke werden zunächst schwer zu verdauen sein – natürlich läuft das Leben in der Fremde anders ab als Zuhause. Andere Sprache, andere Sitten, Gewohnheiten oder Regeln, die zu Beginn ein wenig schwerfallen werden.

Hier der Tipp: Stürz dich ins Abenteuer! Versuche möglichst viele Kontakte zu finden und quatsche einfach darauf los – auch wenn du die Einheimischen mit deiner Aussprache zu Beginn zum Schmunzeln bringen wird, nur so wirst du die Sprache richtig lernen. Nimm an Erlebnissen mit, was geht, der Aufenthalt wird eine Erfahrung sein, die du in deinem Leben nicht mehr vergessen wirst und von der du – wie sagt man so schön – noch deinen Enkeln erzählen kannst.


Bedenken? Das sagt der Experte!

Dani Nieth Ausland

UNICUM: Herr Nieth, viele junge Menschen träumen davon, ins Ausland zu gehen trauen sich aber nicht, den Schritt zu wagen. Was raten Sie an dieser Stelle?
Dabei geht es oft um Druck von Außen. Es heißt ja immer: Nach dem Abitur muss man sofort studieren, sonst vergisst man das Wichtigste. Es gilt, keine Zeit zu verlieren – ich persönlich halte nicht viel davon. Wenn man etwa gerne ins Ausland gehen will, und dieser Drang stärker ist als alles andere, dann: Just do it! Natürlich gibt es dann immer wieder Leute, die prophezeien, dass das dann im Lebenslauf schräg aussehen wird. Das sollte man alles vergessen. Wer gerne reist, soll reisen. Man sollte wenn möglich immer das tun, was man wirklich gerne macht.

  • Dani Nieth ist Karriereberater und Kommunikationsexperte – und spezialisiert auf motivierende Trainings. Nicht nur er hat viel von der Welt gesehen, auch seine Tochter ist im Ausland unterwegs.

InfoWeitere Wege ins Ausland

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