Erasmus + plus
Dank Erasmus+ werden sogar mehrere Auslandsaufenthalte gefördert | Thinkstock/janifest

Auslandssemester

04.04.2016

Europa Erasmus Städte

Europa-Geheimtipps fürs Auslandssemester

Fünf lohnenswerte Ziele, die fast...

Paris, London oder Madrid? Das war gestern! Europa hat viel mehr spannende Ziele zu bieten, als man denkt. Vor allem auch für ein Studium in der Ferne.

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13. Mai 2014

Carmen Tomlik

Auslandssemester

Mit Erasmus+ noch leichter ins Ausland

EU-Progamm fördert junge Europäer zwischen 13 und 30

Von Erasmus zu Erasmus+

Alle profitieren von der Erweiterung des beliebten EU-Bildungsprogramms "Erasmus", seit über 25 Jahren das EU-Erfolgsprogramm in Sachen Studentenaustausch. Selbst die Abgeordneten in Straßburg sind sich einig wie selten, dass künftig noch mehr junge Menschen von solchen Auslandserfahrungen profitieren sollen. Nur eine Stunde und 23 Minuten dauert die Debatte Anfang 2014 – für EU-Verhältnisse eine Blitzgeburt –, dann ist alles in trockenen Tüchern:

"Erasmus+" heißt das neue Wunschkind Europas, ist rund 14,7 Milliarden Euro schwer und damit fast 40 Prozent größer als sein älterer Bruder.

Nicht nur für Studierende

"Erasmus+ ist so groß, dass etwa vier Millionen junge Menschen aller Bildungsstufen bis 2020 ein Auslandsstipendium beantragen könnten", sagt Dr. Siegbert Wuttig vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Denn das erweiterte Programm ist nicht mehr auf Studenten beschränkt, sondern richtet sich an alle zwischen 13 und 30. Dafür wurden erstmals verschiedene Bildungsprogramme der EU, wie etwa Grundtvig für die Erwachsenenbildung, zusammengefasst.

Auch junge Führungskräfte, Ehrenamtliche und sogar Nachwuchssportler gehen demnächst unter dem Dach von "Erasmus+" ins Ausland. Kurzum: "Bewährtes wird fortgeführt. Aber es kommen mehr Mittel und Möglichkeiten hinzu", lobt Dr. Wuttig das Konzept.

Erasmus+ bietet mehr Freiheiten

Nur ein kurzes Praktikum in Frankreich? Kein Problem! Neuerdings werden schon Aufenthalte ab zwei Monaten gefördert. Den ganzen Master im Ausland verbringen? Aber ja! Eine neue Garantie ermöglicht Masterstudenten zinsgünstige Kredite. Bis zu 12.000 Euro für ein Jahr und 18.000 Euro für zwei. Die Rückzahlung läuft ähnlich wie beim BAföG. Selbst das monatliche "Taschengeld" fällt üppiger aus: "Die Stipendien werden angehoben und orientieren sich stärker an den Kosten vor Ort. Schließlich ist London teurer als eine Stadt in Osteuropa."

Aber das Beste: Keiner muss sich mehr entscheiden, wann der Trip in die Ferne am ehesten passt, sagt Dr. Wuttig: "Seit 2014 darf sich jeder gleich mehrmals fördern lassen. So kann ein Student in jeder Studienphase, ob Bachelor, Master oder Promotion, jeweils bis zu zwölf Monate im Ausland verbringen."

Türöffner für die Zukunft

"Erasmus+" soll vor allem dabei helfen, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, betont EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou. Laut Dr. Wuttig ein wichtiges Signal zur rechten Zeit. Fast sechs Millionen junge Menschen in der EU sind momentan ohne Beschäftigung. In Griechenland oderSpanien liegen die Quoten sogar bei über 50 Prozent.

"Erasmus+ ist zwar kein Beschäftigungsprogramm, aber ein Türöffner. Es hilft, Kompetenzen zu entwickeln, die die Chancen für junge Leute stark erhöhen", sagt Wuttig. Weltoffen, mobil, sprachgewandt und gut ausgebildet – so wünschen sich EU und potenzielle Arbeitgeber die Europäer von morgen.

Erasmus+ setzt Europa in Bewegung

Sechs Monate Südspanien. Sommer, Sonne, Strand und mal so richtig abtauchen. Nicht nur ins Meer oder ab und zu in die Sangria, sondern in eine andere Kultur oder Studienlandschaft. So sah das letzte halbe Jahr für Christian Resse aus. An der Universität von Sevilla hat er weiter Politik studiert und Erfahrungen fürs Leben gesammelt: "Ich bin eigenständiger geworden, habe richtig gute Freunde gefunden und spreche sogar ganz passabel Spanisch", sagt der 24-Jährige.

"Wer einmal vom 'internationalen Virus' infiziert ist, geht auch beruflich eher ins Ausland", weiß Dr. Wuttig. Auch Politikstudent Christian Resse fühlt sich schon fiebrig: "Ich konnte mir nie vorstellen, für meinen späteren Beruf ins Ausland zu wechseln. Nach meiner Erasmus-Erfahrung kann ich mir nichts Besseres ausmalen."


InfoFakten zu Erasmus+

  • Just move: Jedes Jahr gehen 200.000 Nachwuchswissenschaftler mit Erasmus ins Ausland.
  • Spitzenreiter Spanien: Jeder fünfte deutsche Erasmus-Student entscheidet sich für Sonne und Cerveza. Silber geht an Frankreich, Bronze an Großbritannien.
  • Auch kalt kann was: Skandinavien zählt zu den heimlichen Favoriten bei deutschen Studenten.
  • Mobile WiWis: An den rund 3.000 beteiligten Hochschulen sind vor allem Wirtschaftswissenschaftler unterwegs. Dicht dahinter beim Reisefieber: Sprach- und Kulturwissenschaftler.
  • Und hier informiert der DAAD über Erasmus+: eu.daad.de/erasmus/de

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